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Neue Kompakte bis 2018

Audi legt vor, BMW und Mercedes kontern

Audi A3 Sportback Foto: Christian Schulte 15 Bilder

Audi setzt voll auf das boomende Segment der Kompaktklasse und führt weitere A3- und TT-Ableger ein. Ganz wichtig dabei sind neue SUV in Form des Q1 und des TT-Offroaders.

05.05.2015 Jens Katemann, Birgit Priemer

Wir stehen vor einem der Bestseller Deutschlands. Einem, der gleich verschiedene Disziplinen nahezu perfekt beherrscht: gut aussehen, sportlich fahren und trotzdem Vergleichstests gewinnen können. Das unterscheidet den Audi A3 von seinen Mitbewerbern Mercedes A-Klasse und BMW 1er, die zugunsten des Designs (A-Klasse mit eingeschränkter Kopffreiheit hinten) und des Antriebskonzeptes (heckgetriebener BMW 1er mit engem Fond) deutliche Kompromisse eingehen mussten. Auf tief greifende technische Veränderungen kann Audi deshalb im Zuge des Facelifts verzichten, zumal einige wichtige Hausaufgaben bereits gemacht sind.

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Neuheiten Audi Neun neue Kompakte bis 2018
auto motor und sport 07/2015
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A3 mit optischen Veränderungen

Einen Plug-in-Hybrid in Form des A3 e-tron gibt es schon, und der Absatz entwickelt sich immerhin so zufriedenstellend, dass Audi-Chef Rupert Stadler jetzt eine Verdoppelung der Produktion auf täglich 90 Autos angekündigt hat. Selbst das Bundesverkehrsministerium nimmt drei Varianten davon in seine Flotte auf. Bei BMW und Mercedes fehlen – noch – vergleichbare Angebote, zumindest in diesem Segment.

Der A3 braucht dagegen optische Veränderungen, denn auch hier will der neue Designchef Marc Lichte seinen Stil verwirklichen, allerdings noch ohne Eingriffe ins Blech. Das wäre im Zuge des Facelifts zu teuer geworden. Also schärft er den Grill im Stil der Studie Prologue, macht ihn flacher und breiter und lässt ihn dreidimensionaler hervortreten. Zugleich arbeitet Lichte intensiv an der Lichttechnik. Vorne kommen die sogenannten LED-Matrix-Scheinwerfer als Option zum Einsatz, was den A3 zugleich hochwertiger aussehen lässt.

Die einzelnen Dioden können hier bedarfsgerecht gesteuert werden und sich der jeweiligen Verkehrssituation und dem Straßenverlauf anpassen. Hinten sorgen die Rückleuchten mit ihrer OLED-Technik für ein auffälliges Nachtdesign. Der Innenraum – wie könnte es bei den Qualitätsfanatikern von Audi anders sein – wird noch hochwertiger und an die aktuelle Smartphone-Einbindung angepasst, größere Änderungen sind aber nicht zu erwarten. Als Extra zieht hingegen das digitale Cockpit des TT ein, während ein weiterentwickeltes Bedienkonzept mit Touchscreen und Gestensteuerung erst für den Nachfolger 2019 geplant ist.

Audi erweitert die Q-Reihe

Stärke zeigen – das ist allenthalben die Devise von Rupert Stadler, und so wird auch die Motorleistung weiter steigen, wobei der CO2-Ausstoß zugleich sinkt. Selbst der aufgeladene 2,5-Liter-Fünfzylinder im soeben vorgestellten RS3 legt nochmals zu und verfügt statt der aktuellen 367 dann über mindestens 400 PS.

Die Modellpalette des A3 bleibt zwar mit Zweitürer, Sportback, Limousine und Cabrio prinzipiell unverändert, doch der Q1, der ebenfalls schon im nächsten Jahr auf den Markt kommt, basiert exakt auf dem gleichen Technikbaukasten. Optisch sieht man dem mit 4,15 Metern Länge und 350 Litern Kofferraumvolumen kleinsten SUV der Audi-Familie diese Verwandtschaft aber kaum an, denn im Gegensatz zum A3 verfügt er über ein Design mit überraschend vielen Sicken an der Seite und am Heck.

Weil Audi vom Erfolg der Q-Modelle überzeugt ist, wird es auf gleicher Basis noch einen weiteren Vertreter geben. Der gehört zur TT-Reihe und wurde als Show-Car namens Offroad Concept bereits im letzten Jahr vorgestellt. Mit 4,40 Metern Länge nimmt das Serienauto exakt Maß am Q3-Nachfolger (ab 2018) und rangiert damit größenmäßig über dem Q1, ist jedoch mit einer Höhe von 1,53 Metern ungewöhnlich flach und unterbietet den Q3 um acht Zentimeter. Verkaufsstart des sportlichen SUV-Coupés: nicht vor 2017.

Mercedes legt nach

Viel Stoff und Anregung für die Konkurrenz, die den Fehdehandschuh aufnehmen muss, damit die A3-Großfamilie ihnen nicht enteilt. So arbeitet Mercedes bereits intensiv am Modellwechsel der A- und B-Klasse ab 2017, die dann auf dem sogenannten MFA-II-Baukasten (Mercedes-Frontantriebsarchitektur) basieren. Entscheidender Vorteil gegenüber der aktuellen Technik: Die Plattform wird noch flexibler für weitere Ableger sowie verschiedene Antriebe vom Downsizing-Verbrenner über Plug-in-Hybride bis hin zum reinen E-Antrieb, wie er bereits in der B-Klasse zu finden ist. Außerdem berücksichtigt das Cockpit bereits künftige Connectivity- und Multimedia-Technik inklusive Head-up-Display und Touchscreen.

Mit der starken Fokussierung auf Design und Sportlichkeit soll es dagegen vorbei sein, speziell die nächste A-Klasse soll optisch reduzierter und viel pragmatischer auftreten. Auch das Interieur soll deutlich geräumiger und luftiger werden. Während der Zweitürer und ein Cabrio wenig Chancen auf eine Serienfertigung haben, nimmt die Stufenheck-Limousine als neuer Ableger in der Entwicklung bereits Gestalt an. Sie wird kürzer und weniger coupéhaft als der CLA und zielt besonders auf China und die USA, wo sie zusätzliche Marktanteile erobern soll.

Eine weitere Ergänzung des Modellprogramms stellt ab 2019 der GLB auf gleicher Basis dar, den es sowohl mit Front- wie mit Allradantrieb geben wird. Mit rund 4,50 Metern Länge rangiert der SUV zwischen GLA und dem GLK-Nachfolger GLC, orientiert sich aber optisch am Urgestein der Mercedes-Offroader – der seit 1979 gebauten G-Klasse, die 2017 das erste größere Facelift mit breiterer Karosserie im traditionellen Stil erhält.

BMW mit neuem Antriebskonzept

Und was macht BMW? Obwohl der 1er gerade erst ein Facelift bekommen hat, steht für 2017 die Neuauflage an. Hintergrund: Die Bayern möchten das Volumenmodell aus Kostengründen möglichst schnell auf die Frontantriebs-Plattform (Allrad optional) stellen, auf der bereits die Vans 2er Active und Gran Tourer sowie der Mini basieren. Weiterer Vorteil: Mit dem Wechsel zu Frontantrieb und Quermotor wächst das Platzangebot für Passagiere und Gepäck spürbar – in dieser Klasse ein wichtiges Argument.

An den Dimensionen ändert sich dagegen wenig, der 1er bleibt gut 4,30 Meter lang. Die Motorenpalette deckt sich in etwa mit der der Vans, allerdings wird es mit dem 116i beim 1er zusätzlich eine schwächere Basismotorisierung unter dem Dreizylinder mit 136 PS im 118i geben. Der Sechszylinder am oberen Ende der Leistungsspanne hat indes ausgedient, für den Nachfolger sind allein Drei- und Vierzylindermotoren geplant. Eine reine E-Version soll es nicht geben, einen Plug-in-Hybrid nur bei entsprechender Nachfrage. Lediglich 2er Coupé und Cabrio behalten den Sechszylinder und Hinterradantrieb.

Auf das Design hat das geänderte Antriebskonzept kaum Auswirkungen, es bleibt bei der langen Motorhaube und den bekannten Proportionen. Dafür soll das Cockpit spürbar hochwertiger und digitaler, das TFT-Display spätestens ab 2018 flächendeckend angeboten werden. Die Oberflächen im Innenraum präsentieren sich künftig glatter und weniger verspielt. "Das nehmen die Kunden als hochwertiger wahr", heißt es dazu bei BMW. Und die Bedienlogik orientiert sich an der des im Herbst startenden 7er, die einen Touchscreen mit einem Dreh-Drück-Steller kombiniert.

BMW Urban Cross kommt Ende 2017

Neben Zwei- und Viertürer gibt es vom nächsten 1er voraussichtlich erstmals eine Stufenheck-Limousine, von denen bereits Erprobungsträger ihre Testrunden drehen. Es wäre ein logischer Schritt, nachdem Audi bereits erfolgreich einen A3 mit dieser Form anbietet und Mercedes einen entsprechenden Ableger der künftigen A-Klasse plant. Allerdings gibt es Überlegungen bei BMW, diese Karosserievariante nur auf bestimmten Weltmärkten wie China anzubieten. 2er Coupé und Cabrio mit Sechszylinder, Heck- und Allradantrieb sind dagegen speziell für die USA unverzichtbar.

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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