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Lotus Elise Mark III

Neue Elise kommt 2020

Lotus Elise Paris 2010 Foto: SB-Medien 38 Bilder

Gute Nachrichten vom britischen Sportwagenbauer Lotus: Firmenchef Jean-Marc Gales kündigt Gewinn an – und eine neue Elise für 2020.

26.07.2016 Jens Dralle 5 Kommentare Powered by

Beim britischen Sportwagen-Hersteller Lotus scheint es aufwärts zu gehen: in diesem Fiskaljahr soll erstmals ein Gewinn erwirtschaftet werden. Und für 2020 kündigt Firmenchef Jean-Marc Gales eine komplett neue Elise an.

Gute Nachrichten haben ja oft eine Kehrseite. Bei Lotus war es der tiefe Fall nach einer kurzzeitigen Periode von Größenwahn unter dem damaligen Geschäftsführer Dany Bahar (dessen geplante Produktoffensive sehen Sie in der Fotoshow). Seit Mai 2014 leitet Jean-Marc Gales den Sportwagenhersteller und kündigt nun erstmals Gewinne an: „Zum ersten Mal in der Historie von Lotus wollen wir im Fiskaljahr 2016/2017 einen Gewinn erwirtschaften. Im ersten Quartal konnten wir bereits einen positiven Cash-Flow erzielen“, sagt Gales im Gespräch mit auto motor und sport. Dazu musste der Manager jedoch zunächst die Produktions- und indirekten Kosten erheblich reduzieren. „Die Teilekosten ließen sich in den letzten zwei Jahren um acht Prozent drücken. Darüber hinaus unternahmen wir Einschnitte bei der Belegschaft“, erklärt Gales. Während vor zwei Jahren Lotus noch 1.215 Mitarbeiter beschäftigte und 1.200 Fahrzeuge baute, werden es am Ende des laufenden Geschäftsjahres 2.000 Fahrzeuge sein – bei 880 Mitarbeitern.

Lotus Evora 400, SeitenansichtFoto: Achim Hartmann
Wachstumsbeschleuniger: Der Lotus Evora wird künftig auch in den USA zu haben sein.

Lotus Evora fürs US-Geschäft

Was stimmt Gales so zuversichtlich? „Ab August können wir den Evora 400 endlich auch in den USA anbieten, die Homologation ist geschafft. Es liegen bereits 250 Bestellungen vor“. Hinzu kommt, dass die Kunden immer mehr höherwertige Fahrzeuge wie eben den Evora oder den Exige 350 bestellen. Dennoch beginnen die Briten allmählich mit den Arbeiten am Nachfolger des Dauerbrenners Elise. Der kleine Roadster soll 2020 abgelöst werden. „Das neue Modell bekommt eine völlig neuen Plattform“, verrät Gales. Da der Mittelmotor-Roadster ebenfalls in den USA verkauft werden soll, muss er wachsen, um die Crashvorschriften zu erfüllen. „Etwa fünf Zentimeter mehr Länge und Breite sind nötig“, sagt Gales. Und das Gewicht? Schließlich steht die Marke, vor allem aber die Elise für konsequenten Leichtbau. Gales gibt Entwarnung: „Das aktuelle Gewicht sollte sich dennoch halten lassen“. So könne etwa der Hilfsrahmen für den Motor aus einem leichteren Material gefertigt werden. Aktuell besteht er aus Stahl.

Neue Lotus Elise wieder mit Toyota-Motoren

Der Motorenlieferant für die neue Elise steht laut Gales noch nicht fest, doch der Geschäftsführer favorisiert erneut Toyota. „Wir beziehen seit 13 Jahren Antriebe von Toyota und sind sehr zufrieden damit. Zudem ermöglicht uns die Großserientechnik die Ersatzteilkosten niedrig zu halten“.

Lotus Exige Sport 350Foto: Lotus
Der Rumpfmotor stammt von Toyota, die Kompressortechnik adaptieren die Briten selbst.

Spätestens mit der neuen Elise werden voraussichtlich Turbomotoren die bisherigen Kompressor-Aggregate und den letzten verbliebenen Sauger ablösen. Zum einen wegen der besseren Performance, aber auch weil die Japaner nun selbst das Angebot an Turbomotoren sukzessive erweitern.

Bislang bezieht Lotus den Rumpfmotor von den Japaner und baut je nach Modell einen von drei verschiedenen Kompressoren ein. Die Motorsteuerung programmieren die Briten selbst.

Lotus will künftig 3.000 Autos pro Jahr verkaufen

Und wie sieht Gales generell die Zukunft der Marke? Gewohnt optimistisch, na klar. „Die Nachfrage nach Sportwagen ist ungebrochen hoch, immer mehr Fahrer leisten sich zudem Ausflüge zur Rennstrecke. Im globalen Gesamtmarkt sollte also auch langfristig Platz für bis zu 3.000 Lotus-Fahrzeuge pro Jahr sein“.

Neuester Kommentar

Der übliche, ewig gestrige SingSang der Gusseisernen. Leute, bei Lotus muss dringend etwas passieren! Jean-Marc Gales ist das, was Wendelin Wiedeking für Porsche Anfang der 90er war. Wer jetzt auf den zugegebenermaßen grottigen 996 verweist, sollte bedenken, dass dieses Modell die Marke vor dem finanziellen Niedergang bewahrt hat. Die Kosteneinsparungs- und Modelloffensive v. JMG bei Lotus wird hoffentlich das Gleiche bewirken, in dem die Fahrzeuge durch weniger Polarisierung eine breitere Kundschaft ansprechen. Wenn das geschafft ist, hat die Marke sicherlich auch wieder die Muße, sich auf ihre Traditionen zu besinnen.

Kompetenzbestie 12. August 2016, 13:36 Uhr
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