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Handy-Anbindung im Auto

Neue Online-Dienste

Online-Dienste, Smartphone, Navi Foto: Hersteller 3 Bilder

Mit einem neuen Verfahren will VW Handy-Apps sicher ins Auto bringen und gleichzeitig Kosten für Infotainmentsysteme senken.

12.09.2013 Dirk Gulde

Warum 2.000 Euro und mehr für ein Infotainmentsystem im Auto ausgeben, wo doch Smartphones heute ebenso zuverlässig navigieren, mit Musik unterhalten und ins Internet gehen? Wenn doch nur nicht die fummelige und gefährliche Bedienung über den kleinen Handy-Touchscreen wäre.

Genau an dieser Stelle setzt eine neue Gerätegeneration von VW an, die bereits 2014 in Serie gehen soll. Anstatt wie bisher üblich sämtliche Funktionen ins Fahrzeug zu packen, stellt sie eine Schnittstelle zur Verfügung, über die sich Smartphones via Touchscreen im Armaturenbrett und Lenkradtasten steuern lassen. Wer beispielsweise eine Navigations-App auf seinem Handy installiert hat, gibt die Zieladresse auf dem berührungssensiblen Bordmonitor ein, der anschließend auch die Straßenkarten anzeigt. Akustische Abbiegehinweise ertönen zudem über die Autolautsprecher.

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Technik Handy-Anbindung im Auto Neue Online-Dienste
auto motor und sport 19/2013
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Nur zertifizierte Apps für Autoanwendung

Über die Mirrorlink genannte Schnittstelle lassen sich jedoch nur zertifizierte Apps auf den Bordmonitor spiegeln und im Auto benutzen. Im Sinne der Verkehrssicherheit muss die Anwendung automotive-fähig sein, sprich Schriften und Bedienfelder dürfen eine gewisse Mindestgröße nicht unterschreiten und nicht zu sehr ablenken. Aus dem gleichen Grund werden Videoübertragungen bei Geschwindigkeiten über sechs km/h gesperrt. Zum Start peilt VW eine größere Auswahl von 30 bis 50 zertifizierten Apps an, unter anderem für Internet-Radio, Musik-Streamdienste wie Spotify, Nachrichten und Wetter-Portale oder soziale Netzwerke. Die Abrechnung des Datenverkehrs erfolgt über den Handy-Vertrag, eine großzügig bemessene Flatrate ist daher Pflicht.

Auch wenn VW noch keine Preise für die abgespeckten Infotainment-Geräte nennt, reduziert der Wegfall von Navigationsrechner, Festplatten-Speicher & Co. den Hardware-Aufwand und damit die Kosten erheblich. Für eine reichhaltig ausgestattete Multimedia-Anlage bedarf es zukünftig strenggenommen nur noch eines berührungssensiblen Bildschirms sowie Lautsprechern – den Rest erledigt das Smartphone. Für eine stabile Internet-Verbindung soll es jedoch optional einen kapazitiven Antennenabgriff in der Mittelkonsole geben. Wird das Handy an eine hierfür vorgesehene Stelle gelegt, verbindet sich dessen Empfangseinheit kabellos mit einer Außenantenne.

Bei Mirrorlink handelt es sich übrigens um keine spezifische VW-Lösung, sondern um einen allgemeinen Standard, den diverse Hersteller unterstützen – vergleichbar mit der Audio-Anbindung Bluetooth. Unter den Handy-Herstellern beschränkt sich die Auswahl bislang noch auf Nokia, Samsung und Sony, Mobilfunkexperten prophezeien Mirrorlink (auch Terminal Mode genannt) jedoch eine große Zukunft.

Apps sollen Autos fernbedienen

Darüber hinaus will VW das Mobiltelefon noch für andere Funktionen einspannen: Über eine Remote-App lassen sich Fahrzeugfunktionen wie die Standheizung fernsteuern. Zum leichteren Auffinden auf großen Parkplätzen können zudem Hupe oder Licht per Handy betätigt werden. Zukünftige Besitzer eines Elektro-Up sollen darüber hinaus den Ladezustand und die Reichweite der Batterien abrufen können.

Diese Apps verbinden Handy und Auto

Navigation: Als Alternative zur teuren Festeinbau-Navi soll das neue VW-System in der Lage sein, Navigationsapps vom Smartphone auf dem Bordmonitor darzustellen. Bei einer entsprechend ausgerüsteten App lassen sich so auch präzise und schnelle Live-Staudienste ins Auto holen.

Musik: Warum immer die gleichen paar Sender hören, wenn sich per Internet-Radio zehntausende Stationen aus aller Welt empfangen lassen? Bei Streaming-Diensten wie Spotify oder Napster lassen sich sogar konkrete Musikstücke anwählen und abspielen. Die meisten Anbieter verlangen für den Zugriff auf ihr Archiv je nach gewünschter Bitrate (und damit Klangqualität) bis zu zehn Euro im Monat.

Nachrichten: Wer sich morgens auf dem Weg ins Büro auf den neuesten Informationsstand bringen möchte, für den soll es Nachrichten-Apps aus unterschiedlichen Themenbereichen geben. Wetter-Portale liefern dabei mehr als nur Textvorhersagen, Regenradar-Filme sollen sich vielmehr über die Navigationskarte legen lassen.

Soziale Netzwerke: Eingehende Twitter-, und Facebook-Meldungen, aber auch SMS und E-Mails lassen sich während der Fahrt vorlesen. Wer mitteilungsfreudig ist, kann seinen Freundeskreis via soziale Netzwerke über den aktuellen Aufenthaltsort oder eventuelle Verspätungen zum vereinbarten Treffen informieren.

Fernsteuerung: Außerhalb des Autos kann das Handy als Fernsteuerung für verschiedene Funktionen benutzt werden. Im Winter dient es so als praktische Bedieneinheit für die Standheizung. Bei drohenden Regengüssen genügen ein paar Berührungen auf dem Handy-Touchscreen, um Scheiben und Schiebedach zu schließen. Zudem lassen sich Licht und Hupe betätigen, um das Auto auf einem unübersichtlichen Parkplatz wiederzufinden.

E-Mobilität: Besitzer des Elektro-Up oder zukünftiger Plug-in-Hybride steuern über die Remote-App die Batterieladung – etwa um in den Genuss von günstigem Nachtstrom zu kommen. Oder sie wärmen den Innenraum schon mal vor, solange der Stromer noch an der Steckdose hängt, um während der Fahrt wenig Energie für die Heizung zu verschwenden. Darüber hinaus zeigt das Handy-Display die restliche Reichweite an und wo sich in der Umgebung Ladesäulen befinden.

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