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Neue Sportwagen

BMW Z9, Mercedes AMG, Audi R8

Foto: Schulte-Nextline 6 Bilder

Die drei deutschen Premiumhersteller planen neue Sportwagenkonzepte in der 100.000-Euro-Liga. Audi steht mit dem R8 schon in den Startlöchern, BMW folgt mit einem Z8-Nachfolger und Mercedes mit einem Flügeltürer.

12.09.2006

Eine echte Sportskanone hat außer Porsche keiner zu bieten - jedenfalls nicht vom Kaliber eines Ferrari F430 oder Lamborghini Gallardo. Hohe PS-Zahlen bringen BMW, Mercedes und Audi vorzugsweise im gepflegten Dress großer Limousinen und Coupés auf die Straße - zu wenig aufregend und begabt für echte Rennstreckentypen also.

Audi R8: Gehört nicht zur Brutalo-Fraktion

Doch keine Angst: Auch sie dürften künftig in der deutschen Kollektion wieder fündig werden. Den Anfang macht Audi schon Ende September auf dem Pariser Auto-Salon. Dort dreht sich die schlanke Silhouette eines Zweisitzers im Rampenlicht, der ab Ende März 2007 unter der Bezeichnung R8 die Mercedes SL- und Porsche Carrera-Fahrer zum Wechsel verführen soll. Die technische Basis stammt von der Audi-Tochter Lamborghini - auch wenn im Detail vieles anders ist als beim italienischen Kampfstier Gallardo. Das geht schon beim Charakter los. Der R8 gehört weder optisch noch technisch zur Brutalo-Fraktion. Tempo soll er so zivil machen, dass lange Strecken für die Besatzung nicht zur Tortur werden. Der Lamborghini-Zehnzylinder kommt nicht sofort zum Einsatz. Für Vortrieb sorgt zunächst allein der aus dem RS4 bekannte V8-Motor mit 420 PS - allerdings mit verändertem Ansaugtrakt und einer

Trockensumpfschmierung, die auch unter extremen g-Kräften eine zuverlässige Schmierung gewährleistet und eine tiefere Einbaulage des als Mittelmotor installierten Benzindirekteinspritzers erlaubt. Die Kraftübertragung erfolgt über ein automatisiertes Sechsstufen-Schaltgetriebe. Das Doppelkupplungsgetriebe DSG wird es nicht geben. Der Reiz des Audi-Zweisitzers soll in seiner hohen Fahrdynamik liegen, weshalb der Allradantrieb mit Torsendifferenzial eine heckbetonte Kraftverteilung (40:60) zwischen Vorder- und Hinterachse erhält. Störende Wankneigungen der Karosserie beugt hier das erstmals beim TT Coupé eingeführte adaptive Dämpfungssystem Magnetic Ride vor, das über eine Komfort- und eine Sportstellung verfügt.

Der R8 rollt also als drahtiger Sprinter vor, der mit einem Aluminium-Space- Frame nicht nur sehr leicht, sondern vor allem in puncto Crashsicherheit auch besonders steif ausgelegt sein soll. Die nach hinten flach abfallende Karosserielinie streckt sich über eine Länge von 4,40 Meter, die Breite beläuft sich auf 1,90 Meter und die Höhe nur auf 1,25 Meter. Eng soll es trotzdem nicht sein. Hinter Fahrer- und Beifahrersitz passen zwei Golfbags, in den Kofferraum unter der Fronthaube zusätzlich zwei dicke Weichtaschen.

Das Interieur des 100.000-Euro-Autos gibt sich betont fahrerorientiert mit edler Haptik – und dem MMI-Bedienkonzept, das bereits aus A6 und A8 bekannt ist. Damit das teure Blech in der Stadt nicht beschädigt wird, hilft beim Einparken eine Rückfahrkamera. Wenn von der Neuentwicklung wie geplant rund 5000 Einheiten pro Jahr verkauft werden, ist auch eine offene Variante nicht ausgeschlossen.

Z9 von BMW, AMG-Renner von Mercedes

Konkurrenz bekommt der R8 jedoch genug: Nicht nur Toyota, Honda und Aston Martin arbeiten an neuen Sportwagen- Projekten, auch BMW und Mercedes haben vergleichbare Pläne. Als Front-Mittelmotorauto unterscheidet sich der vermutlich Z9 genannte BMW schon durch seine völlig anderen Proportionen mit langer Front und kurzem Heck vom R8. Erste Designskizzen zeigen einen radikalen Abschied vom Retro-Design des Vorgängers Z8 – wenn man von den seitlichen Luftauslässen als eine Hommage an den 507 einmal absieht. Trotzdem: Modern, straff und im Bereich des Dachs mit leichten Anklängen an das Z4 Coupé spielt dieser BMW die Sportwagenrolle viel ernsthafter als der verspielte Z8. Auch hier kommt ein Aluminium-Space-Frame zum Einsatz, während das Dach wie beim M6 aus Kohlefaser besteht. Vorder- und Hinterachse des heckgetriebenen Zweisitzers werden genauso aus Aluminium gefertigt wie Frontund Heckmodul der Karosserie. Weitere überflüssige Pfunde sparen Leichtbauscheiben ein, denn agiles Handling soll auch hier - wie es sich für einen BMW gehört - im Vordergrund stehen.

Gestartet wird das Sportwagenprojekt 2010 mit dem V10-Motor des M5 mit deutlich über 500 PS, später dürfte die für den M3 in Vorbereitung befindliche V8-Variante mit mehr als 400 PS folgen. Geschaltet wird über das bis dahin serienreife Doppelkupplungsgetriebe oder die neue Sportautomatik von ZF, die innerhalb von 100 Millisekunden die Gänge wechselt. Eine offene Variante des Z9 steht ebenfalls zur Diskussion, aber nicht mit versenkbarem Blechdach - das zu schwer und zu sperrig wäre. Als Alternative zum gewichtsoptimiertem Coupé soll es vielmehr eine klassische Cabrioversion mit Stoffverdeck geben.

Auch Mercedes wachsen Flügel - zumindest dem bei AMG angedachten neuen Supersportwagen, der wie das 300 SL Coupé der fünfziger Jahre über nach oben öffnende Türen verfügen wird. Bei dem geschlossenen Zweisitzer rückt der bekannte 6,2-Liter-Achtzylindermotor in die Mitte vor die Hinterachse und überträgt die Kraft über eine neue Sportautomatik auf die Hinterräder. Dabei handelt es sich um ein Wandlergetriebe mit extrem kurzen Schaltzeiten, das bei den anderen AMG-Varianten bereits ab 2007 zum Einsatz kommt. Der neue Überflieger lässt dagegen noch bis 2010 auf sich warten - bislang gibt es nur ein Modell im 1:4-Format. Die Positionierung steht jedoch fest: Der AMG rangiert zwischen SL (4,53 Meter) und SLR (4,66 Meter) - auch preislich mit einem Einstieg bei rund 150.000 Euro. Der Aufwand in der Entwicklung ist extrem hoch, denn Gleichteile mit anderen Mercedes-Modellen wird es kaum geben. Die Basis für dieses Sportgerät wird bei AMG in Affalterbach komplett neu entwickelt. Leichtbau diktiert auch hier das Lastenheft: Die Karosserie besteht wie bei Audi und BMW aus einer Aluminium-Rahmenstruktur in Space-Frame-Bauweise. Daneben gibt es nur noch eine weitere Gemeinsamkeit zwischen diesen Sportwagenprojekten der drei deutschen Premiumhersteller: Keiner will sich damit in das Segment von Porsche Carrera GT und Mercedes SLR bewegen: Wer zu hoch aufsteigt, kann schließlich auch tief fallen.

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