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Neue Taktik nach Strafversetzung

Foto: dpa 47 Bilder

In Magny Cours sind die Strategen von McLaren-Mercedes am kalkulieren: Durch die Strafversetzung um zehn Startplätze nach hinten, steht die Frage im Raum, welches die beste Taktik für Lewis Hamilton ist.

20.06.2008 Michael Schmidt Powered by

Rückblende: Lewis Hamilton wird in Magny-Cours um zehn Plätze strafversetzt, weil er beim GP Kanada eine vermeidbare Kollision ausgelöst hatte. So ist die Amtssprache der Sportkommissare. Hamilton war an der Boxenausfahrt trotz Rotlicht in den Ferrari von Kimi Räikkönen gekracht.

Viel Sprit? Wenig Sprit?

Damit steht McLarens WM-Kandidat beim GP Frankreich am Sonntag (22.6.) bestenfalls auf dem elften Startplatz. Wenn es dumm läuft vielleicht sogar noch zwei, drei Positionen weiter hinten. Die Strategen von McLaren stehen vor der Frage: Sollen wir auf die Pole Position, also den elften Startplatz, verzichten und unserem Fahrer viel Benzin in den Tank füllen, damit er dann Plätze gutmacht, wenn die Autos vor ihm zum Tanken abbiegen?

Oder wählen wir die aggressive Variante mit wenig Benzin, in der Hoffnung, dass Hamilton die Bestzeit fährt und damit von der elften Position aus startet? Für Lewis Hamilton ist der Fall klar: "Volle Attacke. Ich kämpfe hier um jeden Extra-Punkt so wie sonst um einen Sieg. Deshalb will ich in der Startaufstellung so nah wie möglich bei den Top Ten sein." Das heißt: Hamilton wird auf die Pole Position angesetzt. Und das funktioniert nur mit einer Dreistopp-Taktik.

Drei Stopps sind keine Strafe

Auch Ferrari-Teammanager Luca Baldisseri glaubt, dass McLaren die aggressive Variante wählt. Er jedenfalls würde so entscheiden. Hamiltons Problem ist, dass für ihn die Top Ten-Regel gilt. Er muss sich schon vor der Qualifikation auf seine Spritmenge festlegen. Die Fahrer um ihn herum aber können den Tankinhalt vor dem Start frei wählen. Sie starten in der Regel mit deutlich mehr Benzin an Bord als die Piloten in den Top Ten.

Würde Hamilton nun von Platz 14 starten, käme er vermutlich hinter einem der "vollgetankten" Autos auf den Startplätzen elf bis 13 zu liegen, und der Vorteil des langen ersten Turns im Vergleich zu den Topfahrern wäre ausgelöscht. Es spricht noch etwas für die aggressive Variante. "Eine Dreistopp-Strategie ist in Magny-Cours keine Strafe", erklärt Ferrari-Mann Baldisseri. Das reduzierte Tempolimit von 60 km/h wird durch die Kürze der Boxengasse egalisiert.

Rechenspiele in Frankreich

"Wenn du mit den Reifen keine Probleme hast, ist eine Zweistopp-Strategie nur um vier Sekunden schneller als drei Stopps", rechnet Baldisseri vor. "Bauen die Reifen aber früher als üblich ab, und das kann in Magny-Cours passieren, dann sind drei Stopps auf dem Papier sogar schneller." Zur Erinnerung: Ferrari gewann 2004 mit einem Vierstopp-Rennen.

Nico Rosberg, der ebenfalls zehn Startplätze zurück muss, hat sich bereits eine Taktik zurecht gelegt. "Ich werde in der Qualifikation auf jeden Fall versuchen ins Top Ten-Finale zu kommen. Dann allerdings werden wir uns überlegen, welche Spritmenge optimal für uns ist." Selbst wenn er von Platz 17 oder 18 starten müsste, gibt Rosberg die Hoffnung auf Punkte nicht auf. "In Barcelona habe ich in der Startrunde sechs Plätze gewonnen. Warum nicht auch in Magny-Cours? Wenn ich dann genügend Benzin an Bord habe, sieht es gar nicht so schlecht aus."

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