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Neue von Audi, BMW und Mercedes

A6 Avant , BMW 3er und Mercedes SL

Audi A6 Avant Schulte Foto: Schulte 80 Bilder

Die deutschen Premiumhersteller Audi, BMW und Mercedes geben in den nächsten Monaten Gas:
Auf der IAA steht der neue A6 Avant, im Oktober zeigt sich der nächste 3er, und im November debütiert der SL-Nachfolger.

18.05.2011

Die Stimmung bei den deutschen Autoherstellern ist gut – zumindest im entfernten China, weit weg vom designierten baden-württembergischen Ministerpräsidenten, dem Grünen Winfried Kretschmann, der in diesen Tagen verkündete, dass "weniger Autos besser" seien als mehr.

Für Daimler-Boss Dieter Zetsche dürfte es deshalb sehr beruhigend sein, dass das Reich der Mitte "zur Zeit der Markt ist, wo wir am schnellsten wachsen". Angesichts der ebenfalls positiven Absatzentwicklungen sehen das die Kollegen bei Audi und BMW ähnlich. Weniger ist mehr? Dieser Devise folgen die drei Hersteller also ganz und gar nicht. Im Gegenteil: In den nächsten Monaten herrscht Premierenfieber wie sonst nur bei den Filmfestspielen in Cannes.

Audi A6 Avant mit mehr Radstand und Internetzugang

Den Anfang macht auf der IAA der Audi A6 Avant als populärer Ableger der Limousine, die bereits seit dem Frühjahr mit intelligenter Technik und Leichtbau glänzt. Auch der Kombi hat abgespeckt – und zwar um 70 Kilogramm. "Schöne Kombis heißen Avant", behauptet Audi-Chef Rupert Stadler einmal mehr, wobei gerade dieser  für ihn eine besondere Bedeutung hat: In Europa werden 60 Prozent der A6 als Avant verkauft.

Dank dem modularen Längsbaukasten sind die Achsen weiter auseinandergerückt, wodurch sich ein besseres Raumangebot bei nahezu gleicher Außenlänge ergibt. Nur der Radstand wächst um beachtliche sieben Zentimeter, was in erster Linie den Fondpassagieren zugute kommt. Das Gepäckvolumen von aktuell 565 Litern wächst nur um wenige Liter. Dafür steigt der Ladekomfort, denn die Abdeckung fährt nun automatisch mit der Heckklappe hoch, wenn man diese Option gewählt hat.

Zum Start umfasst das Motorenprogramm zwei Benziner und drei Turbodiesel mit einem Leistungsspektrum von 177 PS im 2.0 TDI bis zu 300 PS im 3.0 TFSI. Einen Hybridantrieb wie für die Limousine (ab Mitte 2012) wird es hier nicht geben, weil dieser in erster Linie für Märkte wie China und die USA gedacht ist, wo Kombis nicht so gefragt sind. Besonders stolz ist Audi-Chef Rupert Stadler dafür auf den W-LAN-Hotspot, über den sich Telefon, Notebook und iPad mit dem Internet verbinden lassen. Das hat zur Zeit kein anderer Hersteller zu bieten.

Alu-Karosse und Assistenzsysteme für den SL

Die Exklusivität eines Mercedes SL ist zwar erheblich langlebiger als die vieler Multimedia-Lösungen, doch der Luxus-Zweisitzer bekommt immer mehr Konkurrenz – selbst im eigenen Haus. So wird nach dem im Frühjahr erneuerten SLK im Herbst der SLS Roadster präsentiert, der statt des faltbaren Blechdachs ein klassisches Stoffverdeck trägt. Das passt zu einem puristischen Sportgerät, während sich der neue SL weiterhin als souveräner Cruiser profiliert.

Um den Spagat zwischen Federungskomfort und Fahrdynamik noch besser als bisher zu meistern, werden unerwünschte Wankbewegung mit dem verfeinerten ABC-Fahrwerk weiter unterdrückt. Nach zehn Jahren Bauzeit inklusive zweier Facelifts halten zudem moderne Assistenzsysteme wie Spurwechselwarner und Verkehrszeichenerkennung Einzug sowie eine Distronic, die im Notfall automatisch bis zum Stillstand bremst. Der SL wächst ganz geringfügig, nur beim Radstand legt er um einige Zentimeter zu.

Die neue Generation mit Alukarosserie wird übrigens nicht mehr in Bremen, sondern wieder in Sindelfingen gefertigt, wo alle Vorgänger bis zum R107 von 1989 vom Band liefen. Vom SLK übernimmt der SL als Extra das selbsttönende Glasdach Magic Sky Control, die Motoren entstammen der aktuellen S-Klasse. Das Basismodell SL 350 erhält den neuen 3,5-Liter-V6 mit 306 PS, von dem es zusätzlich eine Variante mit Turboaufladung und rund 400 PS geben wird. Darüber rangieren der SL 500 (435 PS) und später der SL 63 AMG (544 PS). Auch der prestigeträchtige V12-Biturbo soll weiterhin im Programm bleiben, zumal der SLS auf dieses Triebwerk verzichten muss. Die Leistung stiegt aber von 517 auf 630 PS.

3er wird größer und online-tauglich

Und was hat BMW, was Mercedes noch nicht hat? In der nächsten 3er-Generation etwa ein internetbasiertes Radio, über das man twittern oder facebooken kann, zudem einen W-LAN-Zugang, womit der Audi A6 seine Exklusivität in dieser Hinsicht wieder los wäre. Das Navigationssystem ermittelt mit der Realtime-Traffic-Funktion quasi in Echtzeit die Verkehrsdichte, und ein Head-up-Display sorgt dafür, dass der Fahrer die wichtigsten Informationen direkt im Blickfeld eingespielt bekommt. Neu ist auch die Seitenblick-Kamera, die den toten Winkel überwacht.

In der Länge wächst die neue Limousine – der Touring folgt im Herbst 2012 – um rund fünf Zentimeter, im Verbrauch soll er um 20 Prozent sparsamer werden. Ob und wann es in dieser Baureihe alternative Antriebskonzepte wie Plug-in-Hybride oder Brennstoffzellen geben wird, ist noch offen. Entwickungschef Klaus Draeger: "Der 3er ist dafür vorbereitet, aber ich glaube nicht, dass wir es in der nächsten Generation umsetzen werden, weil einfach noch die notwendige Infrastruktur fehlt."

Immerhin tut sich auch bei den Verbrennungsmotoren einiges. So werden die Benziner-Sauger – sowohl mit vier wie mit sechs Zylindern – von einem neuen Zweiliter-Vierzylinder mit Twinscroll-Turboaufladung ersetzt, der derzeit ein Leistungsspektrum bis 245 PS abdeckt. Downsizing ist die erklärte BMW-Strategie, um im Verbrauch bis 2020 noch einmal 25 Prozent einzusparen. Bei der Modellvielfalt spart BMW hingegen nicht: Künftig wird es auf der 3er-Plattform neben den bekannten Derivaten auch ein viertüriges Coupé geben und analog zum 5er eine GT-Variante mit Fließheck.

Von der Devise, dass weniger Autos besser sind als mehr, ist man also in Bayern genauso weit entfernt wie in Baden-Württemberg.

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