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Audi A4, BMW 3er, Mercedes C-Klasse

Erster Vergleich der drei Premium-Deutschen

Audi A4 2015, BMW 3er Facelift, Mercedes C-Klasse 2014 Foto: Audi 41 Bilder

Audis neuer A4 rollt nach der IAA 2015 im November auf den Markt. Die wichtigsten Daten und Fakten haben die Ingolstädter freigegeben, auto motor und sport durfte auch schon fahren. Zeit für einen ersten Vergleich mit der 2014 neu aufgelegten Mercedes C-Klasse und dem jüngst überarbeiteten BMW 3er.

25.07.2015 Thomas Gerhardt

Auch auf seine alten Tage - der B8 kam zum Jahreswechsel 2007/2008 auf den Markt - scheint der Audi A4 den Anschluss an seine deulich jüngeren Konkurrenten nicht verloren zu haben. Zumindest wenn man einen Blick auf die Zahl der Neuzulassungen in Deutschland wirft. Im ersten Halbjahr 2015 steht das Premium-Trio in der Reihenfolge Mercedes C-Klasse (33.623 Exemplare), Audi A4 (26.424), BMW 3er (22.326) direkt hinter dem VW Passat. Der Audi legt gegenüber dem ersten Halbjahr 2014 sogar um sieben Prozent zu, während die Neuzulassungen des BMW um über 25 Prozent einbrechen. Die C-Klasse verzeichnet dagegen ein Wachstum von 20 Prozent. Der Anteil gewerblicher Halter ist beim Audi mit 86 % immens, allerdings nur geringfügig größer als beim 3er. Die C-Klasse ist weit öfter in privater Hand. Bei ihr sind es nur noch 70 %. (Hier geht es zu den Neuzulassungen im ersten Halbjahr 2015)

Gemessen an den Neuzulassungen ist der A4 in Deutschland also beliebter als der BMW, die C-Klasse aufgrund des Generationswechsels im Herbst 2014 aber noch gefragter. Technisch gesehen hatte der Audi im Vergleich zu beiden Konkurrenten Staub angesetzt. Das soll sich mit der Baureihe B9 ändern. Ob die neue Mittelklasse von Audi dem selbstbewussten Markenclaim der Ingolstädter gerecht werden und die Konkurrenz abhängen kann, lässt sich bis heute allerdings nur anhand unserer ersten Fahrt im Audi A4 und den von Audi veröffentlichten Daten beurteilen.

Die Abmessungen im Überblick

Mit einer Länge von 4,73 Metern legt der neue Audi A4 im Vergleich zum Vorgänger um 2,5 Zentimeter zu und ist damit der Längste in diesem Vergleich. Beim Radstand ordnet er sich mit 2,82 m zwischen 3er (2,81 m) und C-Klasse (2,84 m) ein. Allerdings gilt: größer ist nicht immer besser. Fondpassagiere im 3er genießen ein jedenfalls besseres Platzangebot als in der C-Klasse, wie unser Vergleichstest BMW 320d gegen Mercedes C 220 Bluetec zeigt.

Auch in der Breite (ohne Außenspiegel) legt der neue Audi A4 mit 1,84 Metern im Vergleich zu seinem Vorgänger nochmals um knapp zwei Zentimeter zu und ist damit gut drei (!) Zentimeter breiter als 3er und C-Klasse. In Verbindung mit der unveränderten Höhe von 1,43 Metern steht der A4 zwar nun sportlicher da, praktisch muss das gewachsene Breitenmaß nicht sein - man denke nur ans Parken.

Audi A4 wiegt deutlich weniger

Positiv dagegen: Das geschrumpfte Gewicht des neuen A4. Die Limousine soll in der Basisversion (1.4 TFSI) gegenüber dem Vorgänger um 110 kg abgespeckt haben und bringt nun ein Leergewicht von 1.320 kg auf die Waage. Damit ist der neue A4 75 kg leichter als ein Mercedes C 160 und 155 kg leichter als ein BMW 318i.

Wer mit dem A4 Avant liebäugelt, bekommt mit der neuen Generation einen vergrößerten Kofferraum. 505 Liter schluckt das Heckabteil und damit 10 Liter mehr beim 3er Touring und 15 Liter mehr als beim C-Klasse T-Modell. Die Ladekante des Avant liegt auf 63 Zentimetern Höhe und ist damit einen Zentimeter höher als bei den Kombis der Konkurrenten. Daten zur Zuladung hat Audi bislang noch nicht preisgegeben, aber beim Leergewicht liegt der Avant sogar um 120 Kilo unter dem Vorgänger.

Motoren: Audi A4 zum Marktstart mit ausreichend Auswahl

Zwei Benzin- und zwei Diesel-Motoren (alle Euro 6) stehen für den Audi A4 zum Markstart in mehreren Leistungsstufen bereit. Alle Aggregate sind gegen Aufpreis mit der neuen Siebengang S Tronic (Doppelkupplungsgetriebe) kombinierbar. Die Achtgang-Automatik gibt es ausschließlich für den großen Dreiliter-Diesel.

Später folgen die leistungsstarken Varianten S4 und RS4 und der Audi Avant g-tron, dessen Zweiliter-TFSI mit Benzin oder Erdgas betrieben wird. Ein Spar-Diesel mit 122 PS wird folgen. Der Plug-in-Hybrid ist in Planung, die Entscheidung ob und wann er kommt aber noch nicht gefallen - wenn, dann würde er technisch vielleicht dem Passat GTE ähneln, obwohl der im Gegensatz zum A4 auf dem modularen Querbaukasten (MQB) basiert, während der A4 sich den Modularen Längsbaukasten mit Q7 und später Q5 sowie A6 teilt.

BMW und Mercedes mit Hybrid-Technik

Bei BMW stehen Kunden mittlerweile fünf Benzin- und sechs Dieselmotoren zur Auswahl. Mit dem Facelift löst der 330i den 328i ab und der 335i macht Platz für den neuen 340i als kräftigster 3er unterhalb des M3. Bis auf den 318d x-Drive sind alle Motoren mit der Acht-Stufen-Steptronic kombinierbar - auch der neu Dreizylinder-Winzling des 318i. Anstelle einer Gas-betriebenen Variante setzt BMW mit dem 330e ab dem ersten Quartal 2016 definitiv auf einen Plug-in-Hybriden.

Mercedes bietet seine Dieselmotoren in fünf, die Benziner in neuen Leistungsstufen an und hat mit dem C 63 AMG S aktuell das leistungsstärkste Modell unter den drei Konkurrenten am Start. Außerdem bieten die Schwaben in den Modellen C 300 h und C 350 e Hybrid-Technologie an. Wer eine Automatik bevorzugt, kann von den AMG-Modellen abgesehen ausschließlich zur Siebengang-Box greifen. Allerdings könnte schon bald das Neungang-Getriebe aus dem neuen GLC zur Verfügung stehen.

Alle Motorvarianten inklusive NEFZ-Verbräuchen und Preisen finden Sie in der Übersichts-Tabelle am Ende dieses Artikels.

Fahrwerk: Mercedes als einziger mit Luftfederung

Im Zuge des Generationswechsels hat Audi das Fahrwerk des A4 mit komplett neuen Fünflenker-Achsen vorne und hinten versehen und bietet zum ersten Mal zwei adaptive Dämpfungssysteme zum Aufpreis von 1.000 Euro an. Käufer können sich zwischen einer um gut zwei Zentimeter tiefergelegten, besonders sportlichen Version oder der komfortabel ausgerichteten Variante entscheiden und haben damit also die Qual der Wahl. Eine Variante, um beide Eigenschaften abzudecken, gibt es nicht.

Auch BMW hat mit der Modellpflege des 3er das Fahrwerk überarbeitet. Es soll nun straffer abgestimmt sein als bisher und dennoch sensibler auf Unebenheiten reagieren. Im Gegensatz zum A4 setzt BMW beim 3er bekanntermaßen auf den Standard-Antrieb, was ihm eine bessere Gewichtverteilung beschert. Er dürfte daher beim Thema Sportlichkeit noch ein wenig engagierter sein. Ein adaptives Fahrwerks gibt es gegen einen Aufpreis von 1.100 Euro.

Mercedes bietet für die C-Klasse als einziger unter den drei Wettbewerbern gegen Aufpreis eine Luftfederung an. Im großen Mastertest mit 15 Chefredakteuren der auto motor und sport-Gruppe sicherte sich die neue C-Klasse vom Start weg den Sieg und überzeugte dabei vor allem beim Komfort ohne sportliche Fahreigenschaften zu vernachlässigen. Das System gibt es zum Aufpreis von 1.416 Euro, ein Sportfahrwerk mit 15 mm Tieferlegung für gut 400 Euro extra.

Eine Aufrüstung der Options-Fahrwerke ist allerdings nicht zwingend notwendig. Alle drei Mittelklasse-Modelle sind ab Werk mit guten Standard-Fahrwerken ausgerüstet. Der Audi überzeugt hier schon in der aktuellen B8-Baureihe mit ausreichend Fahrwerksreserven, der BMW aufgrund seiner Gewichtsverteilung mit hoher Agilität und bei Mercedes stimmen sie ihre Fahrwerke ohnehin komfort-orientiert ab.

Assistenzsysteme: Audi hat die Nase vorn

Sparen könnte man sich das Geld daher für einige andere technische Spielereien, wie zum Beispiel eine optionale Musikanlage. Audi setzt auf die Firma Bang und Olufsen, deren neues 3D-Soundsystem aus dem Q7 nun auch für den A4 verfügbar ist. Mit 1.140 Euro ist die Anlage allerdings etwa teurer als bei der Konkurrenz. BMW bietet sein Harman Kardon Surround System für 1.090 Euro an, bei Mercedes bekommen Kunden ein Burmester Surround-System schon für knapp unter 1.000 Euro.

Bei den Infotainmentsystem sind die drei Konkurrenten annähernd gleichwertig aufgestellt. Die Steuerung erfolgt jeweils über einen Dreh-Dücksteller in der Mittelkonsole inklusive kleinem Touchfeld zur einfachen Eingabe von Navigationszielen oder Telefonnummern. Ein Head-up-Display ist in allen drei Modellen verfügbar. Alleinstellungsmerkmal des Audi sind die neuen voll-digitalen Instrumente. Und anstelle eines festinstallierten Rear-Seat-Entertainmentsystems bietet Audi herausnehmbare Tablets an, die auch mit dem Infotainmentsystem vernetzt sind.

Vom Q7 übernimmt der Audi A4 auch neue Assistenzsysteme. Auf der Optionsliste stehen künftig ein Notbremsassistent, der prädikative Effizienzassistent sowie Stau-, Park-, Ausweich-, Abbiege- und Querverkehrassistenten. Der Totwinkelwarner warnt nun auch beim Aussteigen der Insassen vor Gefahr von hinten. Ganz so üppig fällt das Angebot bei 3er und C-Klasse nicht aus. In puncto Sicherheitssysteme hat der Audi A4 demnach tatsächlich einen Vorsprung gegenüber seinen Konkurrenten.

Fazit: Drei Konkurrenten auf Augenhöhe

Mit dem neuen A4 überholt Audi die Konkurrenz zwar nicht klar, zieht aber zumindest gleich. Die neuen Assistenzsysteme reichen allerdings nicht aus, um ihn als Technologieträger in seiner Klasse zu bezeichnen. Kein Laserlicht, kein Hybrid, keine Innovationen bei Antrieb oder Fahrwerk. Dennoch dürften die Ingolstädter mit dem neuen Audi A4 wie schon beim Vorgänger ein tolles Auto auf die Räder gestellt haben, das nach wie vor mit akurater Verarbeitung, gutem Platzangebot und (wieder) mit moderner Technik glänzt. Man darf also gespannt sein, wie sich die Zulassungen der drei Konkurrenten nach seiner Markteinführung verteilen.

Modell Motor / Hubraum (ccm) PS / Nm Allrad / Automatik verfügbar? Verbrauch (Norm) in l/100km Basispreis in Euro (****)
Audi A4 1.4 TFSI R4 / 1.395 150 / 250 nein / ja 4,9 30.600
A4 2.0 TFSI R4 / 1.984 190 / 320 k.A. / ja 4,8 35.050
A4 2.0 TFSI R4 / 1.984 252 / 370 ja / ja 5,7 42.100
A4 Avant g-tron (*) R4 / 1.984 170 / 270 k.A. < 4 kg/100 km k.A.
A4 2.0 TDI R4 / 1.968 150 / 320 k.A. / ja 3,8 (ultra: 3,7) 32.500
A4 2.0 TDI R4 / 1.968 190 / 400 ja / ja 4,1 38.100
A4 3.0 TDI V6 / 2.967 218 / 400 ja / ja 4,2 43.100
A4 3.0 TDI V6 / 2.967 272 / 600 ja / ja 4,9 50.100
A4 2.0 TDI (folgt später) R4 / 1.968 122 / k.A. k.A. k.A. k.A.
BMW 318i R3 / 1.499 136 / 122 nein / ja 5,4 30.200
320i R4 / 1.998 184 / 290 ja / ja 5,9 34.750
330i R4 / 1.998 252 / 350 ja / ja 6,1 39.750
340i R6 / 2.998 326 / 450 ja / ja 7,4 45.950
330e (**) (vorauss. ab 2016) k.A. 252 / 420 (***) - / ja 2,1 k.A.
316d R4 / 1.995 116 / 270 nein / ja 3,9 32.600
318d R4 / 1.995 150 / 320 ja / ja 4,0 34.500
320d R4 / 1.995 190 / 400 ja / ja 4,0 37.250
320d EffDyn. Edition R4 / 1.995 163 / 400 nein / ja 3,9 37.250
325d R4 / 1.995 218 / 450 nein / ja 4,9 41.100
330d R6 / 2.993 258 / 560 Serie / ja 4,9 47.050
335d x-Drive R6 / 2.993 313 / 630 Serie / Serie 5,4 51.800
Mercedes C 160 R4 / 1.595 129 / nein / nein 5,2 31.683,75
C 180 R4 / 1.595 156 / 250 nein / ja 5,0 33.706,75
C 200 R4 / 1.991 184 / 270 ja / ja 5,3 36.562,75
C 250 R4 / 1.991 211 / 310 Serie / nein 5,3 41.084,75
C 300 R4 / 1.991 245 / 370 Serie / nein 6,3 43.702,75
C 400 V6 / 2.996 333 / 480 Serie / Serie 7,3 52.389,75
C 450 AMG V6 / 2.996 367 / 520 Serie / Serie 7,6 59.976
C 350 e (**) R4 / 1.991 211 + 82 / 600 (***) - / Serie 2,1 50.961,75
C 180 d R4 / 1.598 116 / 280 nein / ja 3,9 34.063,75
C 200 d R4 / 1.598 136 / 300 nein / ja 3,9 36.443,75
C 220 d R4 / 2.143 170 / 400 ja / ja 4,0 38.823,75
C 220 d BlueEff. Edition R4 / 2.143 163 / 400 nein / Serie 4,0 41.679,75
C 250 d R4 / 2.143 204 / 500 ja / Serie 4,3 44.178,75
C 300 h (**) R4 / 2.143 204 + 27 PS / 500 (***) - / Serie 3,6 47.153,75
(*) CNG-Antrieb, (**) Plug-in-Hybrid, (***) Systemleistung, (****) Basispreis für Limousine
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