Neuer Audi RS4: Drehzahl statt Druck

Lange hat Audi die leistungshungrige Klientel warten lassen, doch jetzt legen die Ingolstädter wieder eine RS-Version des A4 auf. Premiere feiert der 420 PS starke V8-Sportler mit neuem Motorkonzept auf dem Auto Salon in Genf.

Im Gegensatz zum Vorgängermodell und den RS-Varianten der A6 Baureihe setzt Audi diesmal nicht auf Turboaufladung zur Leistungsförderung, sondern wie die Konkurrenz von BMW (M3, M5, M6) auf ein Hochdrehzahlkonzept. Wo im letzten RS4 zwei Turbolader den 2,7-Liter-V6 auf 381 PS und 440 Nm trieben, arbeitet nun ein 4,2-Liter-V8 mit Benzindirekteinspritzung und 8.250/min Drehvermögen, der 420 PS abwirft. Das maximale Drehmoment von 430 Nm steht ab 5.500/min bereit und wird Audi-typisch per abermals optimiertem Allradantrieb auf die Fahrbahn übertragen. Wird das manuelle Sechsgang-Getriebe fleißig betätigt, rennt die RS4-Limousine damit in 4,8 Sekunden von Null auf 100 km/h, die 200 km/h-Marke fällt nach 16,6 Sekunden, und bei 250 wird elektronisch abgeregelt.

Für zusätzliche Fahrdynamik sorgen DRC, das die Wank- und Nickbewegungen des Fahrzeugs deutlich reduzieren soll, eine elektronische Differenzialsperre, eine Antriebsschlupf-Regelung, ABS sowie ESP, das allzu übermütige Fahrer einbremsen soll.

Der motorischen Potenz entgegen wirken 365 Millimeter große Bremsscheiben in Kombination mit Achtkolben-Festsätteln an der Vorderachse und 324 Millimeter große Stopper an der Hinterachse, die sich hinter 18 Zoll großen Leichtmetallrädern mit Reifen der Dimension 255/40 verstecken. Optional können auch 19-Zöller mit Reifen der Größe 255/35 geordert werden. Für eine optimale Straßenlage sorgen eine Tieferlegung der Karosserie um 30 Millimeter, angepasste Federelemente und eine breitere Spur, die an der Vorderachse um 37 und an der Hinterachse um 47 Millimeter erweitert wurde.

Die vorderen Kotflügel und die Motorhaube bestehen aus Aluminium, genauso wie die meisten Teile des Fahrwerks. Die speziell gestalteten RS-Schalensitze sind sehr leicht und sollen eine Top-Körperführung bieten.

Rennsport-Technik in ziviler Verpackung

Auch wenn der RS4 reichlich Rennsport-Technik unter dem Blech verbirgt, kommt er optisch eher zurückhaltend daher.

Abweichend vom Serien-A4 bietet der RS4 ausgestellte Radhäuser, Außenspiegel in Aluoptik, einen Gittergrill im Rautenlookmit zusätzlichen Lufteinlässen, speziell gezeichnete Räder, eine neu gestaltete Heckschürze mit zwei großen Endrohren sowie eine dezente Spoilerlippe auf dem Kofferraumdeckel und verschiedene Zierleisten aus mattem Aluminium. Weitere Erkennungsmerkmale sind zahlreiche auf der Karosse verteilte RS4-Logos.

Weniger dezent präsentiert sich der Top-A4 im Innenraum. Hier gibt der Audi seinen Passagieren klar zu erkennen, was in ihm steckt. Als Materialien dominieren Leder, Aluminium und Carbon. Für Fahrer und Beifahrer stehen Schalensitze mit aufblasbaren hohen Seitenwangen bereit. Ergänzt wird die Motorsportoptik um ein unten abgeflachtes Sportlenkrad, einen Motorstartknopf auf der Mittelkonsole sowie Aluminium-Pedale und ein Fahrerinformationssystem mit Stoppuhr-Funktion. Über eine Sporttaste im Lenkrad kann der Fahrer zudem unter anderem die Kennlinie des Gaspedals verändern, was zu einem progressiveren Ansprechverhalten des Motors führt.

Zur weiteren Ausstattung des RS 4 gehören eine Komfort-Klimaautomatik, eine Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung, Xenon-Scheinwerfer, elektrische Fensterheber vorn, ein Parkwarnsystem vorne und hinten sowie eine Audioanlage. Optional sind unter anderem ein Navigationssystem, ein Sportfahrwerk oder dynamisches Kurvenlicht verfügbar. Zur passiven Seriensicherheitsaustattung gehören Front- und Kopfairbags, die sich über die gesamte seitliche Fensterfläche ziehen. Seitenairbags hält Audi dagegen wegen der Schalensitze für verzichtbar.

Die Markteinführung des Audi RS 4 ist fürs zweite Halbjahr 2005 geplant.

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uba

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