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Neuer Betriebsratschef bei Opel

Wolfgang Schäfer-Klug ist der Neue

Opel Werk Rüsselsheim Foto: Opel

Der Soziologe Wolfgang Schäfer-Klug ist neuer Betriebsratsvorsitzender des Autobauers Opel am Stammsitz Rüsselsheim. Der Betriebsrat wählte den 50-jährigen Darmstädter am Freitag (13.1.) in Rüsselsheim mit großer Mehrheit zum Nachfolger von Klaus Franz, der elf Jahre lang der oberste Arbeitnehmervertreter bei Opel war.

16.01.2012 dpa

Zugleich übernimmt das SPD-Mitglied Schäfer-Klug den Vorsitz im Europäischen Arbeitnehmerforum. Die Wahl zum Vorsitzenden des Gesamtbetriebsrats aller vier deutschen Opel-Werke steht noch aus. Schäfer-Klug übernimmt von Franz auch den stellvertretenden Vorsitz im Opel-Aufsichtsrat.

Auf Schäfer-Klug dürften schon sehr bald harte Verhandlungen mit dem Management der Opel-Mutter General Motors zukommen. Der US-Konzern will endlich Gewinne in Europa sehen und dafür die Kosten weiter drücken. Denn Opel steckt auch wegen der schwachen Entwicklung am europäischen Automarkt weiter tief in den roten Zahlen.

Keine Gespräche über Lohnverzicht

Noch in diesem Monat werde das Management einen neuen Unternehmensplan vorlegen, sagte Schäfer-Klug. Der müsse dann mit dem Betriebsrat besprochen werden. Dabei dürfe allerdings nicht anbestehenden Verträgen gerüttelt werden, die betriebsbedingte Kündigungen und Werksschließungen bis 2014 ausschließen.

Spekulationen um angeblich bereits laufende Verhandlungen über einen neuen Lohnverzicht der Mitarbeiter verwies Schäfer-Klug ins Reich der Fabeln: "Es gibt keine Gespräche über Lohnverzicht oder gar um eine Gegenleistung für irgendwelche Chevrolet-Produktionen." Die verschobene Tariferhöhung um 2,7 Prozent werde im Februar wie geplant umgesetzt. "Daran wird nicht gerüttelt." Die Beschäftigten hätten bereits einen absolut beachtenswerten Sanierungsbeitrag geleistet. Die Kosten könnten auch gesenkt werden, ohne den Mitarbeitern direkt in den Geldbeutel zu fassen, sagte der promovierte Soziologe.

Produktionsverlagerung von Chevrolet-Modellen denkbar

Medien hatten zuvor unter Berufung auf IG Metall-Kreise berichtet, das GM-Management biete den Opelanern als Gegenleistung für einen Lohnverzicht an, die Chevrolet-Fertigung für den europäischen Markt zum Teil aus Asien nach Europa zu verlegen. Die Gewerkschaft hatte die Gerüchte ebenfalls als falsch bezeichnet und betont, es werde auch in absehbarer Zeit keine Verhandlungen darüber geben.

Allerdings sieht der Betriebsrat in der Produktionsverlagerung von Chevrolet-Modellen durchaus eine gute Chance, die Kapazitäten in Europa besser auszulasten. Auch GM-Manager hatten mehrfach über diese Möglichkeit nachgedacht, dafür aber größere Verkaufszahlen der US-Marke in Europa zur Voraussetzung gemacht. Um den Hersteller wieder in die Spur zu bringen, war im Zukunftsvertrag von 2010 vereinbart worden, dass die Beschäftigten bis 2014 jährlich einen Beitrag von 265 Millionen Euro zur Rettung des Herstellers leisten.
Knapp 177 Millionen Euro davon entfielen auf die Mitarbeiter in den vier deutschen Werken.

Schäfer-Klug fordert Öffnung der Exportmärkte

Das SPD-Mitglied Schäfer-Klug hat bereits zu Jahresbeginn den Vorsitz im Europäischen Arbeitnehmerforum von Franz übernommen. Zudem soll er noch im Januar zum Vorsitzenden des Gesamtbetriebsrats aller vier deutschen Opel-Werke und zum stellvertretenden Vorsitzenden im Opel-Aufsichtsrat gewählt werden. Wie sein Vorgänger fordert er, dass GM Opel Exportmärkte außerhalb Europas eröffnen müsse. Darüber werde er im Aufsichtsrat intensiv mit dem GM-Management um Aufsichtsratschef Stephen Girsky sprechen.

Franz hatte Schäfer-Klug vor zwölf Jahren von der Technischen Universität Darmstadt als strategischen Berater des Betriebsrats zu Opel geholt. Dem Opel-Betriebsrat gehört Schäfer-Klug seit 2010 an.

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