Abgesehen von der Hybrid-Technik, bei der Toyota als Vorreiter den Platz in der Hall of Fame der Autoentwicklung sicher hat, gelten japanische Marken nicht gerade als die großen Trendsetter. Viele Jahre war es vor allem das gute Qualitätsimage, das die Kunden überzeugte. Doch die Zeiten haben sich geändert. Da locken Hyundai und Kia aus Korea mit bis zu sieben Jahren Garantie, und selbst die französischen Autos sind heute spürbar zuverlässiger als noch vor zehn Jahren. Diese Entwicklung setzt vor allem kleinere japanische Hersteller wie Mazda unter Zugzwang.
Doch mit Stress können die Japaner offenbar gut umgehen. Der Ausstieg von Großaktionär Ford im Jahr 2008 scheint die Marke nicht gebremst, sondern eher beflügelt zu haben. Denn seitdem läuft die Entwicklungsabteilung zur Hochform auf. Beispiel Mazda CX-5: Mit dem kompakten SUV führt Mazda im Frühsommer 2012 nicht nur eine sehr moderne Designsprache, sondern auch besonders effiziente Motoren und eine neue Plattform ein. Auf der so genannten Sky Activ-Architektur, die in Länge, Breite und Radstand flexibel ist, basiert auch der nächste Mazda 6, den die Japaner Ende 2012 vorstellen und Anfang 2013 in den Handel bringen.
Limousine des Mazda 6 überraschend coupéhaft
Vor allem die sehr coupéhaft gezeichnete Limousine kommt überraschend dynamisch daher. Sie wird gegenüber dem Vorgänger um fast zehn Zentimeter länger, wird aber etwas flacher und breiter. Der um das gleiche Maß gestreckte Radstand lässt den neuen Mazda 6 besonders satt auf der Straße stehen. Das gilt auch für die später folgende Kombi-Version, die allerdings mit einer Länge von rund 4,80 Metern in etwa gleich lang bleibt und damit kürzer wird als die Limousine. Beide Versionen des Mazda 6 bieten über 500 Liter Kofferraumvolumen. Ob es auch wieder eine Fließheck-Variante mit großer Heckklappe geben wird, steht noch nicht fest. Bei Mazda gibt es Überlegungen, stattdessen ein Crossover-Modell auf der gleichen Basis aufzulegen - eine Strategie, wie sie auch Citroën mit dem DS5 verfolgt.
Bekommt der neue Mazda 6 wegen der üppigen Dimensionen ein Gewichtsproblem? Ganz im Gegenteil: Im Vergleich zum Vorgänger soll er nach unseren Informationen um rund 100 Kilogramm abspecken. Beim Sparen hilft zusätzlich ein neues Bremsenergie-Rückgewinnungssystem mit zwei Generatoren. Einer lädt im Schiebebetrieb spezielle Kondensatoren, die das Bordnetz versorgen. In Kombination mit einem von Mazda selbst entwickelten Start-Stopp-System bringt das eine Reduzierung des Spritverbrauchs zwischen fünf und zwölf Prozent je nach Fahrweise.
Benziner mit 165 PS und Diesel mit maximal 180 PSAntriebsseitig stehen zum Marktstart des Mazda 6 Ende 2012 ein Zweiliter-Vierzylinder mit rund 165 PS sowie ein 2,2-Liter-Diesel mit einem Leistungsspektrum von 130 bis 180 PS (Normverbrauch nur vier L/100 km) zur Verfügung. Später folgen weitere Triebwerke mit kleineren Hubräumen.
Das Besondere an den neuen Sky-Activ-Motoren ist das identische Verdichtungsverhältnis von 14:1, was für den Benziner sehr hoch und für den Diesel sehr niedrig ist. Dank der niedrigen Verdichtung schafft der Selbstzünder im Mazda 6 die künftige Schadstoffnorm Euro 6 ohne NOX-Nachbehandlung. Der Benziner, den wir bereits im Prototypen-Stadium fahren konnten, gefällt mit kräftigem Durchzug und gleichmäßiger Leistungsentfaltung.
Das vielversprechende Gesamtpaket des neuen Mazda 6 runden zahlreiche neue Sicherheitssysteme wie Spurhalte- und -wechselassistent und City-Notbremsfunktion ab. Und der Basispreis des Mazda 6? Er bleibt mit gut 23.000 Euro in etwa gleich.






