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Renault Alpine Vision

Der 80-%-Sportwagen

Renault Alpine Foto: Renault 69 Bilder

Renault präsentiert mit dem Alpine Vision leider noch nicht die Serienversion, sondern eine weitere Studie, die jedoch zu 80 Prozent das Serienmodell zeigen soll. Wir waren bei der großen Präsentation in Monte Carlo dabei und konnten uns dem Sportwagen ein wenig nähern.

16.02.2016 Powered by

Erst Ende 2016 will Renault dann den Alpine im 100-%-Serientrimm vorstellen, bevor er im 2. Quartal 2017 auf den Markt kommt - zunächst in Europa und dann sukzessive auf 5 von 7 Kontinenten.

Renault Alpine kommt mit Nissan-Motor und 270 PS

Immerhin versprechen sich die Franzosen im Segment der "Premium-Sportwagen" einen Teil vom Kuchen, der insgesamt weltweit bei 200.000 Fahrzeugen liegt und der bis 2020 um 50 % wachsen soll. Schließlich stehen Sportwagen "für intensiven Fahrspaß und tragen viel zum Image und zur Wirtschaftlichkeit (sic) der Automobilhersteller bei".

Lassen wir das soweit einmal unkommentiert wirken und wenden uns der dritten Studie zum Renault Alpine zu, bei der noch vieles im Dunkeln bleibt: Technische Daten? Fehlanzeige! Ausstattungen? Fehlanzeige! Preise? Wo denken Sie hin! Doch halt, in der üppig die Tradition und Motorsport-Verdienste bemühenden Alpine-Pressemappe findet sich immerhin ein kleiner Hinweis: Der Zweisitzer wird von einen von Renault Sport entwickelten Vierzylinder-Turbo-Motor angetrieben, der den Sportwagen mit "niedrigem" Gewicht in 4,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen soll. That´s it. Gerüchten zufolge soll es sich bei dem Motor um eines auf 1,8 Liter Hubraum aufgebohrtes 1,6-Liter-Aggregat von Nissan mit 270 PS Leistung handeln, später gibt es noch eine 300-PS-Version.

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Eindrücke vom Renault Alpine Vision

Es sind erst zwei Wochen vergangen, als Renault sein neues Werksteam für die Formel 1 vorstellte. Eines der angestrebten Ziele: die Zusammenarbeit zwischen Rennteam und Serienproduktion zu verzahnen - was im Fachjargon so schön mit dem Wort "Technologietransfer" betitelt wird. Von den Motorsport-Aktivitäten und -Erkenntnissen soll auch die wiederbelebte Alpine profitieren. Und es macht bei der Vorstellung des neuen Concept Cars in Monaco bereits den Eindruck, dass die Formel 1 abfärbt.

Renault AlpineFoto: Renault
auto motor und sport-Redakteur Andreas Haupt war bei der Präsentation des Renault Alpine Vision. Das Modell ist nur ein Anfang, Alpine wird zur Marke ausgebaut.
Renault Alpine Vision
Das Sportwagen-Comeback 1:30 Min.

Denn: Wie in der Königsklasse wird auch rund um die Alpine Vision geheimniskrämmert, soweit es geht. Offizielle Angaben zum Motor gibt es auch auf der Präsentation nicht. Es könnte der Zweiliter-Turbo aus dem Mégane R.S. in der Studie sitzen. Vielleicht aber auch schon der von Renault Sport neuaufgelegte 1,8-Liter-Turbo, der die Serien-Alpine befeuern soll. Und womöglich auch den neuen Renault Mégane R.S., der 2018 erwartet wird. Sie merken sicher: ziemlich viel "soll" in ein paar Sätzen - aber konkret wird es leider bei der Präsentation des Alpine Concept nicht.

Alpine wird zur Marke

Auch zu den angepeilten Produktions- und Verkaufszahlen schweigt Renault. "Ich kann es ihnen leider nicht sagen. Wir wollten hier heute nur das Concept vorstellen", erklärt Konzernboss Carlos Ghosn. Wie sieht es mit dem Preis der neuen Alpine aus? Alles noch zu weit weg, kommt ja erst 2017. "Aber sicher weniger als 80.000 Euro", scherzt der knallharte Zahlen- und Kostenmensch Ghosn, in Anspielung an die über 80 alten Alpine-Fahrzeuge, die sich vor dem Präsentationszelt aufreihen - übrigens dort, wo die Formel 1 ihre Boxengasse während des GP-Wochenendes hat - und alle einen extrem-hohen Sammlerwert haben.

Immerhin eines lässt sich Ghosn entlocken. Es soll nicht bei einem Modell bleiben. Sondern es ist - richtig, es wird konkret - eine ganze Familie geplant. "Das hier ist noch ein Baby. Wir starten nächstes Jahr mit einem Auto. Dann wollen wir Schritt für Schritt weitermachen und aus Alpine wieder eine echte Marke machen."

Einen echten Gegner für die neue Alpine sieht Ghosn nicht. Oder er will einfach nicht über die möglichen Kandidaten sprechen. Uns fällt da gleich der leichtgewichtige Alfa 4C ein. Oder die Lotus Elise. Sogar ein Porsche Boxster, den es ja künftig auch mit Vierzylinder gibt. Da muss Alpine preislich dagegen halten. Und mit wenig Gewicht punkten. "600 Kilo wie früher geht bei heutigen Autos nicht", sagt Ghosn. Mehr als 1.100 Kilogramm werden es Renault-internen Quellen nicht werden.

Die dünne Faktenlage geht weiter: Wer gehofft hat, die Alpine Vision auf dem Genfer Autosalon besichtigen zu dürfen, wird wohl enttäuscht werden. Stand heute ist kein Messebesuch des Mittelmotorsportlers geplant. Auch der Pariser Autosalon soll kein Ziel der Alpine sein. Irgendwie unverständlich.

Besonders schade ist es, dass wir die Alpine Vision nicht spüren dürfen. "Don\'t touch", raunzen die Sicherheitsbeamten einem zu, sobald man den Abstand zum kompakten Sportler auf eine halbe Armlänge reduziert hat. Wenigstens daneben stehen? Erlaubt. Sich in den Innenraum schälen, um ein Gefühl für die Sitzposition, Ergonomie und das Raumgefühl zu bekommen: strikt verboten. Nur der Konzernboss darf rein, und fürs Foto lächeln.


Andreas Haupt

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Neuer Renault Alpine zitiert eifrig den A110

Optisch lehnt sich der Renault Alpine Vision an der 2015er-Studie an. Die Silhouette ist flach, die Überhänge kurz. Die Front wird nicht nur von einem breiten "Alpine"-Schriftzug dominiert, der von zwei zusätzlichen runden Scheinwerfern flankiert wird. Auch der vergitterte untere Grill lässt im Zusammenspiel mit den kräftig ausgestellten Kotflügeln den Renault Alpine breit und muskulös erscheinen. Die Design-Zitate zum A110 sind nicht nur an der Front kaum zu übersehen.

Die Seitenansicht interpretiert die fließende Form des Urahns mit einer schnittigen Tornadolinie. Hingucker sind die schmalen Außenspiegel, die versenkten Türgriffe und da "A" mit dem stilisierten Pfeil auf dem Kotflügel. Die B-Säule des Renault Alpine Vision ist mit einem schmalen schwarzen Elemente unterbrochen. In ihm zeigt sich die Tricolore. Flach läuft die Heckscheibe gen Heck aus und formt dabei das markante Heck mit seiner Spoilerlippe und den schmalen Leuchten. Ein zentrales Auspuffendrohr nebst Diffusor sowie die Erinnerung an einen Audi A7 Sportback beendet die Heckansicht.

Sportlicher Innenraum im Alpine

Beginnen wir also, den Innenraum zu entern. Türeinstiegleisten aus Alu mit den Unterschriften der Entwickler und Designer heißen Fahrer und Beifahrer Willkommen - ebenso die konturierten Sportsitze mit Rautensteppung, Hosenträgergurten und integrierten Kopfstützen. Der asymmetrische Armaturenträger beherbergt einen individuell anpassbaren TFT-Bildschirm mit analoger Stopp-Uhr in der Mitte, darunter sind auf einer Chromspange weitere Bedienköpfe untergebracht, die teilweise blau hinterleuchtet sind. Der Fahrer greift in ein Dreispeichen-Sportlenkrad mit Schaltwippen und schaut auf klassische Rundinstrumente mit digitaler Anzeige.

Die beiden Passagiere trennt eine breite, aber offene Mittelkonsole, die mit den im Innenraum vorherrschenden Materialien Alu, Leder, Carbon und Mikrofaser ausgeführt ist. Sie beherbergt die heraus stehenden Tastenfelder für das Getriebe sowie einen Start-Stopp-Knopf mit Sicherungsblende. "Der Versuchung", ihn zu betätigen, "wird der Fahrer nicht lange widerstehen können", so Renault abschließend. Denn "damit löst er eine Explosion der Sinne aus."

05/2012, Renault Alpine A110-50 ConceptFoto: Renault
Die erste Studie 2012: Der Renault Alpine A110-50 Concept. Damals mit einem 3,5-Liter-V6 mit 400 PS ausgerüstet.

Erste Studie mit 400 PS

Doch bevor das passiert, lösen wir eine Explosion der Erinnerung aus. Der Alpine Vision ist mittlerweile die dritte Studie der Franzosen, seitdem sie 2012 bekannt gegeben haben, die Marke Alpine wiederzubeleben. 2015 feierte die Marke ihr 60. Jubiläum und machten sich mit dem Alpine Celebration Show Car selbst im Rahmen des 24h-Rennens auf der Rennstrecke in Le Mans ein Geschenk. Die Marke hat gute Erinnerungen an den Klassiker an der Sarthe. 1978 überquerte der Renault-Alpine A442 als Erstes den Zielstrich.

Und was bekamen die Zuschauer rund eineinhalb Stunden vor dem Startschuss der 83. Auflage des 24h-Rennens von Le Mans zu sehen? Einen kompakten Mittelmotorsportler in Blau mit orangenen (Rallye)-Akzenten an Front, Seite und im Heck. That´s it 2.0.

Gehen wir noch weiter zurück und besuchen das Jahr 2012. Mit dem Alpine A110-50 hatten die Franzosen ihr Alpine-Vorhaben in eine erste Studie gegossen. Auch sie orientierte sich am damaligen Alpine-Erfolgsmodell A110, wog nur 880 Kilo und wurde von einem 400 PS starken 3,5-Liter-V6-Mittelmotor angetrieben. Der Alpine A110-50 blieb, was er war, eine Design-Fingerübung.

Caterham Aeroseven ConceptFoto: Caterham
In einem Joint-Venture mit Caterham wollte man gemeinsam zwei Sportwagen entwickeln und auflegen. Die erste Studie von Caterham hieß "Aeroseven".

Caterham und Renault/Alpine gehen getrennte Wege

Ursprünglich wollten Caterham und Renault in einem Joint-Venture gemeinsam zwei Sportwagen entwickeln und in Serie produzieren. 2014 wurde das Joint Venture aufgelöst und beide Autobauer gingen getrennte Wege. Gründe für die Trennung wurden nicht genannt. Hinter den Kulissen soll es jedoch Verstimmungen über Termin-Verschiebungen gegeben haben. Während Caterham sein Design bereits finalisiert hatte, sollte bei Renault das Styling nach einer Kundenbefragung noch einmal überdacht worden sein. Dadurch soll sich der Starttermin auch für den baugleichen Caterham verzögert haben. Caterham hatte 2013 mit der spektakulären Studie Aeroseven seinen neuen Sportwagen angekündigt. Seitdem ist es still geworden um das Projekt.

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