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Neue Renault Alpine startet Ende 2017

Neuer Seriensportwagen mit Aluminium-Karosserie

Renault Alpine - Aluminium-Karosserie Foto: Renault 79 Bilder

Renault belebt die Alpine wieder. Ende 2017 will der französische Hersteller die ersten Modelle des kleinen Sportwagens ausliefern. Zum Marktstart gibt es eine limitierte Sonderedition, die zwischen 55.000 und 60.000 Euro kostet.

09.12.2016 Holger Wittich, Andreas Haupt 5 Kommentare Powered by

Das Comeback verläuft schleppend. Seit 2012 hält Renault die Fans der legendären französischen Sportwagenmarke Alpine hin. Mit drei Concept-Cars und einem Sportwagen für das Playstation-Spiel Gran Turismo 6. Auf das Serienauto wartet man bislang vergebens, obwohl für das Jahresende die Präsentation einmal angedacht war. Neuer angepeilter Termin ist jetzt der Genfer Autosalon 2017.

Die ersten 1.955 Alpine als Sonderedition

Am nähesten kam dem zukünftigen Sportwagen das Showcar Alpine Vision, das Renault im Februar, also vor elf Monaten, in Monaco vorstellte. Es soll zu 80 Prozent dem Straßenauto entsprechen, hieß es damals. Immerhin spulten in der Zwischenzeit ein paar Erlkönige ihre Testkilometer ab. Und Renault kündigt für Ende 2017 die ersten Auslieferungen der neuen Alpine an. Ursprünglich sollte der Sportwagen schon im 2. Quartal 2017 in den Markt starten. Eine Stimme aus dem Renault-Konzern: „Man lässt sich lieber Zeit, um alles richtig zu machen.“

Die ersten 1.955 Stück, die Renault als Sonderedition verkauft, sind ab sofort bestellbar ist. Es werden die ersten Sportwagen sein, die nach dem Aus vor über 20 Jahren wieder vom Band im Werk Dieppe rollen. Dort stellte Alpine zwischen 1955 und 1995 genau 26.666 Straßenmodelle her. Die limitierte Auflage – im französischen „Premiere Edition“ genannt – kostet zwischen 55.000 und 60.000 Euro und soll schon üppig ausgestattet sein.

Zum Vergleich: Für einen Alfa 4C müssen Interessenten mindestens 63.500 Euro hinblättern. Die Sonderedition, der Renault eine Plakette an die Mittelkonsole heftet, lackiert man im klassischen Blau, Weiß oder Schwarz: „Bleu Alpine“, „Noir Profond“, „Blanc Solaire“. Wer eines der Sondermodelle ergattern will, muss zum Smartphone greifen, eine App herunterladen, den Bestellprozess durchführen und 2.000 Euro anzahlen. Ohne exakt zu wissen, was man schlussendlich kauft. Immerhin gibt es mittlerweile eine Information zum Konstrukt. Die neue Alpine baut auf einer Aluminium-Karosserie auf, die das Gewicht minimieren soll. Ganz in alter Tradition, dass wenig Masse mehr ist. Es heißt, der Seriensportwagen, der auf einer komplett neuen Plattform steht, wiegt unter 1.100 Kilogramm. Die legendäre Alpine A110 hatte übrigens eine GFK-Karosse.

Die weitere Informationslage bleibt weiter spärlich. Es heißt bislang nur, dass der Sportwagen in unter 4,5 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen soll. Ein Vierzylinder-Turbo sitzt vor der Hinterachse und treibt die Hinterräder an. Über den Hubraum und die Leistung spekuliert die Fachpresse. Es ist die Rede von einem 1,8-Liter-Motor. Drei Ausbaustufen sollen für den Mittelmotorsportwagen geplant sein: 250, 275 und 300 PS. Natürlich können die Ingenieure auf das Know-how und die Werkzeuge im Renault-Konzern zurückgreifen.

Mit der neuen Alpine versprechen sich die Franzosen im Segment der „Premium-Sportwagen“ einen Teil vom Kuchen, der insgesamt weltweit bei 200.000 Fahrzeugen liegt und der bis 2020 um 50 % wachsen soll. Schließlich stehen Sportwagen „für intensiven Fahrspaß und tragen viel zum Image und zur Wirtschaftlichkeit (sic) der Automobilhersteller bei“.

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Eindrücke von der Renault Alpine Vision (Februar 2016)

Es sind erst zwei Wochen vergangen, als Renault sein neues Werksteam für die Formel 1 vorstellte. Eines der angestrebten Ziele: die Zusammenarbeit zwischen Rennteam und Serienproduktion zu verzahnen – was im Fachjargon so schön mit dem Wort „Technologietransfer“ betitelt wird. Von den Motorsport-Aktivitäten und -Erkenntnissen soll auch die wiederbelebte Alpine profitieren. Und es macht bei der Vorstellung des neuen Concept Cars in Monaco bereits den Eindruck, dass die Formel 1 abfärbt.

Renault Alpine Vision
Das Sportwagen-Comeback 1:30 Min.
Renault AlpineFoto: Renault
auto motor und sport-Redakteur Andreas Haupt war bei der Präsentation des Renault Alpine Vision. Das Modell ist nur ein Anfang, Alpine wird zur Marke ausgebaut.

Denn: Wie in der Königsklasse wird auch rund um die Alpine Vision geheimniskrämmert, soweit es geht. Offizielle Angaben zum Motor gibt es auch auf der Präsentation nicht. Es könnte der Zweiliter-Turbo aus dem Mégane R.S. in der Studie sitzen. Vielleicht aber auch schon der von Renault Sport neuaufgelegte 1,8-Liter-Turbo, der die Serien-Alpine befeuern soll. Und womöglich auch den neuen Renault Mégane R.S., der 2018 erwartet wird. Sie merken sicher: ziemlich viel „soll“ in ein paar Sätzen – aber konkret wird es leider bei der Präsentation des Alpine Concept nicht.

Alpine wird zur Marke

Auch zu den angepeilten Produktions- und Verkaufszahlen schweigt Renault. „Ich kann es ihnen leider nicht sagen. Wir wollten hier heute nur das Concept vorstellen“, erklärt Konzernboss Carlos Ghosn. Wie sieht es mit dem Preis der neuen Alpine aus? Alles noch zu weit weg, kommt ja erst 2017. „Aber sicher weniger als 80.000 Euro“, scherzt der knallharte Zahlen- und Kostenmensch Ghosn, in Anspielung an die über 80 alten Alpine-Fahrzeuge, die sich vor dem Präsentationszelt aufreihen – übrigens dort, wo die Formel 1 ihre Boxengasse während des GP-Wochenendes hat – und alle einen extrem-hohen Sammlerwert haben.

Immerhin eines lässt sich Ghosn entlocken. Es soll nicht bei einem Modell bleiben. Sondern es ist – richtig, es wird konkret – eine ganze Familie geplant. „Das hier ist noch ein Baby. Wir starten nächstes Jahr mit einem Auto. Dann wollen wir Schritt für Schritt weitermachen und aus Alpine wieder eine echte Marke machen.“

Einen echten Gegner für die neue Alpine sieht Ghosn nicht. Oder er will einfach nicht über die möglichen Kandidaten sprechen. Uns fällt da gleich der leichtgewichtige Alfa 4C ein. Oder die Lotus Elise. Sogar ein Porsche Boxster. Da muss Alpine preislich dagegen halten. Und mit wenig Gewicht punkten. „600 Kilo wie früher geht bei heutigen Autos nicht“, sagt Ghosn. Mehr als 1.100 Kilogramm werden es Renault-internen Quellen nicht werden.

Besonders schade ist es, dass wir die Alpine Vision nicht spüren dürfen. „Don't touch“, raunzen die Sicherheitsbeamten einem zu, sobald man den Abstand zum kompakten Sportler auf eine halbe Armlänge reduziert hat. Wenigstens daneben stehen? Erlaubt. Sich in den Innenraum schälen, um ein Gefühl für die Sitzposition, Ergonomie und das Raumgefühl zu bekommen: strikt verboten. Nur der Konzernboss darf rein, und fürs Foto lächeln.


Andreas Haupt

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Neue Renault Alpine zitiert eifrig den A110

Optisch lehnt sich die Renault Alpine Vision an der 2015er-Studie an. Die Silhouette ist flach, die Überhänge kurz. Die Front wird nicht nur von einem breiten „Alpine“-Schriftzug dominiert, der von zwei zusätzlichen runden Scheinwerfern flankiert wird. Auch der vergitterte untere Grill lässt im Zusammenspiel mit den kräftig ausgestellten Kotflügeln die Renault Alpine breit und muskulös erscheinen. Die Design-Zitate zum A110 sind nicht nur an der Front kaum zu übersehen.

Die Seitenansicht interpretiert die fließende Form des Urahns mit einer schnittigen Tornadolinie. Hingucker sind die schmalen Außenspiegel, die versenkten Türgriffe und da „A“ mit dem stilisierten Pfeil auf dem Kotflügel. Die B-Säule der Renault Alpine Vision ist mit einem schmalen schwarzen Elemente unterbrochen. In ihm zeigt sich die Tricolore. Flach läuft die Heckscheibe gen Heck aus und formt dabei das markante Heck mit seiner Spoilerlippe und den schmalen Leuchten. Ein zentrales Auspuffendrohr nebst Diffusor sowie die Erinnerung an einen Audi A7 Sportback beendet die Heckansicht.

Sportlicher Innenraum in der Alpine

Beginnen wir also, den Innenraum virtuell zu entern. Türeinstiegleisten aus Alu mit den Unterschriften der Entwickler und Designer heißen Fahrer und Beifahrer Willkommen – ebenso die konturierten Sportsitze mit Rautensteppung, Hosenträgergurten und integrierten Kopfstützen. Der asymmetrische Armaturenträger beherbergt einen individuell anpassbaren TFT-Bildschirm mit analoger Stopp-Uhr in der Mitte, darunter sind auf einer Chromspange weitere Bedienköpfe untergebracht, die teilweise blau hinterleuchtet sind. Der Fahrer greift in ein Dreispeichen-Sportlenkrad mit Schaltwippen und schaut auf klassische Rundinstrumente mit digitaler Anzeige.

Die beiden Passagiere trennt eine breite, aber offene Mittelkonsole, die mit den im Innenraum vorherrschenden Materialien Alu, Leder, Carbon und Mikrofaser ausgeführt ist. Sie beherbergt die heraus stehenden Tastenfelder für das Getriebe sowie einen Start-Stopp-Knopf mit Sicherungsblende. „Der Versuchung“, ihn zu betätigen, „wird der Fahrer nicht lange widerstehen können“, so Renault abschließend. Denn „damit löst er eine Explosion der Sinne aus.“

05/2012, Renault Alpine A110-50 ConceptFoto: Renault
Die erste Studie 2012: Der Renault Alpine A110-50 Concept. Damals mit einem 3,5-Liter-V6 mit 400 PS ausgerüstet.

Erste Studie mit 400 PS

Doch bevor das passiert, lösen wir eine Explosion der Erinnerung aus. Die Alpine Vision ist mittlerweile die dritte Studie der Franzosen, seitdem sie 2012 bekannt gegeben haben, die Marke Alpine wiederzubeleben. 2015 feierte die Marke ihr 60. Jubiläum und machten sich mit dem Alpine Celebration Show Car selbst im Rahmen des 24h-Rennens auf der Rennstrecke in Le Mans ein Geschenk. Die Marke hat gute Erinnerungen an den Klassiker an der Sarthe. 1978 überquerte die Renault-Alpine A442 als Erstes den Zielstrich.

Und was bekamen die Zuschauer rund eineinhalb Stunden vor dem Startschuss der 83. Auflage des 24h-Rennens von Le Mans zu sehen? Einen kompakten Mittelmotorsportler in Blau mit orangenen (Rallye)-Akzenten an Front, Seite und im Heck. That’s it 2.0.

Gehen wir noch weiter zurück und besuchen das Jahr 2012. Mit der Alpine A110-50 hatten die Franzosen ihr Alpine-Vorhaben in eine erste Studie gegossen. Auch sie orientierte sich am damaligen Alpine-Erfolgsmodell A110, wog nur 880 Kilo und wurde von einem 400 PS starken 3,5-Liter-V6-Mittelmotor angetrieben. Die Alpine A110-50 blieb, was sie war, eine Design-Fingerübung.

Caterham C120 - Sportwagen - Concept Foto: Caterham Cars
Die Caterham-Version wird nicht auf den Markt kommen.

Caterham und Renault/Alpine gehen getrennte Wege

Ursprünglich wollten Caterham und Renault in einem Joint-Venture gemeinsam zwei Sportwagen entwickeln und in Serie produzieren. 2014 wurde das Joint Venture aufgelöst und beide Autobauer gingen getrennte Wege. Gründe für die Trennung wurden nicht genannt. Caterham hatte 2013 mit der spektakulären Studie Aeroseven seinen neuen Sportwagen angekündigt. Eine Caterham-Version der Alpine wird es aber nie geben (Artikel).

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Ja, ist heute Usus, dass alles ohne Murren und Knurren geschluckt wird. Anzahlung wird benötigt um erst einmal den Probant per Kartonage auf die Räder zu stellen... Gut gedacht...komme was da wolle!

Gasdoktorklaus 3. Februar 2017, 15:51 Uhr
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