Doch bevor die europäische Version des Skoda Rapid hierzulande auf den Straßen rollt, dürfen sich die indischen Autofahrer seit einigen Monaten über das Modell in den Schauräumen freuen: Denn die Stufenhecklimousine wird nicht nur in Indien gefertigt, sondern ist dort neben Fabia, Yeti, Superb und Laura, besser bekannt als Octavia, im Skoda-Modellprogramm.
Indischer Skoda Rapid mit neuer Front und Studien-Heck
Optisch wird sich der Skoda Rapid in der EU-Version nach Angaben von Skoda "deutlich" vom indischen Pendant unterscheiden. So zeigt sich auf den Erlkönig-Bildern klar, dass die rundlichen Scheinwerfer an der Front in Teilen aufgeklebt sind. Der Skoda Rapid erhält die schmalen Scheinwerfer, so wie sie bei der Studie MissionL zu sehen waren. Auch dürfte der bei den Prototypen verbaute Grill nicht am Serienmodell zu sehen sein. Hier zeigt der Tscheche sich mit dem neuen Grill, der ähnlich dem des Skoda Citigo aussehen wird. Ansonsten war es das auch schon mit der "deutlichen" Unterscheidung zum indischen Skoda Rapid.
Bei den Abmessungen dürfte die indische und europäische Version nahezu gleich sein. Der neue Skoda Rapid misst 4,386 Meter in der Länge und 1,699 Meter in der Breite. Er kommt auf eine Höhe von 1,466 Meter und wird über einen Radstand von 2,552 Meter verfügen. Das Kofferraumvolumen beträgt 460 Liter.
Der als Studie Mission-L vorgestellte Skoda Rapid ist mehr als ein Auto, er ist eine echte Preisrevolution. Ab gut 13.000 Euro rollt die kompakte Limousine zu den deutschen Händlern. Dafür gibt es ein vollwertiges Auto mit moderner Technik und den zentralen Sicherheitsmerkmalen wie ABS, ESP und Airbags.
Okay, der neue Skoda Rapid wird nicht so edel daherkommen wie ein Octavia. Das gilt für die Materialanmutung der Kunststoffe im Cockpit ebenso wie für den einen oder anderen Knopf oder Schalter. Auch eine Mehrlenker-Hinterachse ist für den Preis nicht zu haben. Wie beim Roomster nutzen die Skoda-Ingenieure Module aus dem VW-Baukasten. Neben großen Teilen der Fabia-Architektur soll beim Rapid die bewährte Verbundlenker-Hinterachse zum Einsatz kommen, die auch unter der US-Version des VW Jetta steckt. Diese wurde aus Kostengründen technisch abgespeckt, um in Nordamerika mit den günstigen Limousinen von Hyundai preislich mithalten zu können, die in den USA nur gut 15.000 Dollar kosten.
Skoda Rapid startet zunächst als Limousine
Während VW Hyundai in den USA angreift, konzentriert sich Skoda auf Osteuropa, Indien, China und Europa. Da in drei der vier wichtigsten Märkte der Kombi als Karosserieform nur wenig gefragt ist, startet der Skoda Rapid zunächst als Limousine.
Auf dem indischen Markt ist der Rapid ausschließlich mit 1,6-Liter-Motoren zu haben. Der Benziner leistet 105 PS und stellt ein maximales Drehmoment von 153 Nm zur Verfügung, der 1.6 TDI leistet ebenfalls 105 PS und kommt auf ein Drehmoment von 250 Nm. Der Fronttriebler ist mit Fünfgang-Schaltung oder mit einer Sechsgang-Automatik (nur Benziner) zu haben. Für die folgende Europa-Version des Skoda Rapid bietet sich als Basismotor der moderne, aufgeladene 1.2 TSI mit 85 oder 105 PS an. Selbst der Einbau des neuen Einliter-Dreizylinders aus dem Kleinstwagen VW Up sei nicht ausgeschlossen, heißt es bei Skoda. Das Benzinmotoren-Programm dürfte der 1.4 TSi mit 122 PS abrunden.
Angriff auf Hyundai, Chevrolet oder Dacia
Bei den Dieseln werden die Kunden wohl zwischen einem 1.6 TDI mit 105 und einem 2.0 TDI mit 140 PS wählen können. Doch selbst das ist noch nicht entschieden. "Wir müssen sicherstellen, dass der Skoda Rapid nicht Octavia-Kunden anlockt", sagt ein Skoda-Mitarbeiter, der in das Projekt involviert ist.
"Mehr als 140 PS wird es nicht geben, eventuell sogar viel weniger." Die Aufgabe des Skoda Rapid bestehe nicht darin, Octavia-Kunden von einem günstigeren Modell zu überzeugen, sondern eine Alternative für preissensible Kunden zu bieten, die bislang bei Hyundai, Chevrolet oder Dacia zugegriffen haben.
Trotz aller Abgrenzung zum Octavia wird Skoda beim Gesamtpaket des Rapid aber keine faulen Kompromisse machen. So wird in der Limousine das skodatypische Raumgefühl mit viel Beinfreiheit hinten herrschen zur Verfügung stehen.
Außerdem soll die Ausstattungsliste durchaus viele Möglichkeiten der Verfeinerung bieten. So wird es für ihn wohl Extras wie Doppelkupplungsgetriebe, Parksensoren und eine Klimaautomatik geben. Die werden jedoch so eingepreist, dass es sich für potenzielle Kunden durchaus lohnen dürfte, gleich zum dann nicht mehr viel teureren Octavia zu greifen. Eine Strategie, die Skoda-Kunden noch vom jüngst eingestellten Octavia Tour bekannt vorkommen dürfte. Der wurde nach dem Modellwechsel als einfacheres Auto mit günstigem Einstiegspreis weiter angeboten. Mit vielen Extras ausgestattet, wurde er aber schnell fast so teuer wie ein neuer Octavia.
Immerhin gab es ihn auch als Kombi-Version, die beim Skoda Rapid zum Marktstart nicht geplant ist. Aber so schnell wie sich bei Skoda alles verändert, besteht für die Fans berechtigte Hoffnung, dass die hierzulande so beliebte Version schnell folgt.






