Neuer Toyota Avensis 2.0D-4D Combi: Kampf gegen das Mittelmaß

Der neue Toyota Avensis 2.0D-4D Combi soll mit einer aufwendigen Modellpflege, in der hart umkämpften Mittelklasse, Boden gutmachen.

Die Lage ist angespannt, der Marktanteil schrumpft. Toyota hatte mit dem biederen Avensis zuletzt wenig Argumente, um die Kundschaft in der Mittelklasse zu überzeugen. Und so bekam die dritte Generation der Baureihe jetzt ein schärfer gezogenes Gesicht mit flacher geschnittenen Scheinwerfern verpasst, das wie der trapezförmige Kühlergrill Vorbote einer neuen Designsprache der Marke sein soll.

Um wirkliche Kaufanreize zu bieten, erforderte es aber mehr als hier eine neue Linie und da eine Chromleiste. Die Kosten für die Überarbeitung lagen 30 Prozent höher, als bei einem Facelift üblich. Besondere Aufmerksamkeit schenkten die Ingenieure dem Zweiliter-Diesel. Ein neuer Lader verbessert das Ansprechverhalten, und ein Ölsumpf mit zwei Kammern verkürzt den Kaltstart und senkt wie die reibungsärmere Steuerkette den Verbrauch.

Neuer Toyota Avensis Combi ist leichter

Um einen Trumpf im Flottengeschäft zu haben, soll der Konsum im EU–Zyklus um 15 Prozent gesunken sein, was den CO2-Ausstoß auf knapp unter 120 Gramm pro Kilometer senkt. Der Motor ist drei Kilogramm leichter, das Gesamtgewicht sank um zehn Kilo, obwohl vor dem Cockpit zusätzliches Material zur Geräuschdämmung verbaut wurde. Tatsächlich ist die Geräuschkulisse des Diesels absolut akzeptabel und die Kraftentfaltung erfreulich sanft. Weil es dem Mittelklässler aus Japan bisher vor allem an Kurvendynamik fehlte, wurden Fahrwerk und Dämpfer überarbeitet. Aber auch mit etwas direkterer Lenkung und Sitzen mit ein wenig mehr Seitenhalt ist aus dem Toyota Avensis keine Sportlimousine geworden.

Stattdessen gefällt er eher als komfortorientierter, geräumiger Cruiser mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis. Im Handel ist der Toyota Avensis bereits seit Mitte Januar. Der Grundpreis liegt bei 21.345 Euro, ein USB–Anschluss mit iPod-Steuerung gehört zur Basisausstattung. Die Mittelkonsole glänzt silbrig, um im früher tristen Cockpit einen Akzent zu setzen. Zudem sollen etwas freundlichere Oberflächen und hochwertigere Sitzbezüge die Basis-Version aufpeppen. Die mittlere Ausstattungslinie "Life" (ab 24.550 Euro) bietet zudem Klimaautomatik, Leichtmetallräder und ein Audiosystem mit 6,1-Zoll-Touchscreen. Das Navigationssystem Touch and Go ist für den Kampfpreis von 550 Euro zu haben, der Avensis erhält als erster Toyota in der Executive-Version optional die interaktive Version Touch and Go Plus mit Vorlesefunktion für SMS (950 Euro) und kostenlose Karten-Updates für drei Jahre. Auch Sicherheits-Elemente wie adaptiver Tempomat oder Spurhalteassistent sind gegen Aufpreis der Topversion des Toyota Avensis (ab 28.800 Euro) vorbehalten, die nun auf Wunsch auch Sitzbezüge in Alcantara-Leder bietet.

Toyota Avensis mit fünf Motoren im Angebot

Bei den Auswahlmöglichkeiten im Antriebskapitel hat sich wenig getan: Zwei Benziner und drei Diesel stehen zur Wahl. Bei den Benzinern handelt es sich um den 1,6-Liter mit 132 PS und den 1,8-Liter mit 147 PS. Mindestens die Hälfte der Kundschaft wird sich wohl für den hier vorgestellten Zweiliter-Turbodiesel entscheiden. Das obere Ende der Fahnenstange im Toyota Avensis bildet der 2,2-Liter-Turbodiesel mit 177 PS, den es auch in einer gemäßigten Variante mit 155 PS gibt. Für die Kraftübertragung stehen ein etwas hakeliges Sechsganggetriebe, eine Sechsgang-Automatik und das stufenlose Multidrive-Getriebe zur Wahl. Eine Doppelkupplung wird es vorerst nicht geben. Das war den Kostenrechnern dann doch zu teuer.

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Markus Stier

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