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Neuer VW Golf VII auf dem Autosalon Paris

Das ist der neue Volks-Wagen

VW Golf VII, 
Foto: VW 43 Bilder

Der VW Golf VII geht in eine neue Runde. Unter dem Blech völlig neu, optisch dagegen auf Evolution getrimmt, feiert er auf dem Pariser Autosalon seine Weltpremiere. In den Handel kommt der neue VW Golf VII dann ab November.

11.09.2012 Holger Wittich, Uli Baumann

Da ist er, die neue Generation des VW Golf. Neu, aber dennoch irgendwie ganz der Alte. Auch wenn mit dem Modularen Querbaukasten unter dem Blech alles neu arrangiert wurde, so präsentiert sich der VW Golf VII nur behutsam weiterentwickelt. Ein paar markantere Lichtkanten hier, ein paar Sicken dort. Geblieben ist die mächtige C-Säule. Ja, er wurde auch wieder größer. In der Länge legt er um 56 Millimeter auf 4,255 Meter zu. Der Radstand wuchs um 59 Millimeter, die Fahrzeugbreite um 13 Millimeter. In der Höhe wurde reduziert und zwar um 28 Millimeter. Alle technischen Daten finden Sie auf der zweiten Seite dieses Artikels.

VW Golf VII wiegt 100 Kilo weniger

Dennoch hat sich der Wolfburger Bestseller entwickelt. Und zwar rückwärts – zumindest beim Gewicht. 100 Kilo hat der VW Golf VII im Vergleich zum Vorgänger-Modell abgespeckt, obwohl der Neue geräumiger sein soll und mit Assistenzsystemen vollgepackt ist. Im Einzelnen wurde bei der Elektrik 3,0 Kilo eingespart, bei den Sonderausstattungen 12,0 Kilo, bei den Aggregaten 22,0 Kilo sowie beim Fahrwerk 26,0 Kilo und beim Aufbau 38,0 Kilogramm. Nicht zuletzt diese Gewichtsersparnis soll den Verbrauch um im Schnitt 13,9 Prozent senken – einige Versionen sollen es sogar auf eine 23-prozentige Ersparnis bringen.

4,8 Liter pro 100 Kilometer respektive 112 Gramm CO2 pro Kilometer, das soll der 1.4 TSI im neuen VW Golf VII mit 140 PS und Zylinderabschaltung verbrauchen und emittieren. Neuer Basis-Benziner wird ein 1,2-Liter TSI mit 85 PS. Top-Motor wird der Zweiliter mit maximal 300 PS. Neu dagegen sind die Diesel. Der Golf profitiert vom neuen Modularen Dieselbaukasten aus Vier- und Dreizylindern. 

Die Diesel sind fit gemacht für die scharfen Euro 6-Grenzwerte, mit motornaher Abgasnachbehandlung, mit einer Einspritzanlage, die künftig bis zu 2.500 bar Druck aufbauen kann. Auf der Dieselseite steht am unteren Ende ein 105 PS starker 1.6 TDI mit 3,8 Liter Verbrauch und 99 Gramm CO2-Ausstoß. Top-Diesel ist ein Zweiliter mit 150 PS. Übrigens: Die Modell mit dem 1,2-Liter-TSI und dem 1,6-Liter-TDI erhalten eine Verbundlenkerhinterachse. Die stärkeren Motoren werden mit einer komplexeren Mehrlenkerachse ausgeliefert.

Golf VII mit vielen Komfort- und Assistenzsystemen

Im neuen VW Golf VII kommt eine ganze Reihe von Komfort- und Sicherheitssystemen zum Einsatz, teil gegen Aufpreis. Neben den unten näher ausgeführten Systemen ist serienmäßig die aus dem Golf GTI bekannte Differenzialsperre XDS an Bord. Des Weiteren die Verkehrszeichenerkennung, der Parkassistent und die Fahrprofilauswahl mit fünf Programmen („Eco“, „Sport“, „Normal“, „Individual“ und „Comfort“. Außerdem hält der neue VW Golf VII Ergonomiesitze, Fehlbetankungsschutz für die Diesel-Modelle und eine Klimakomfortscheibe bereit.

Das sind die neuen Sicherheits-Assistenz-Systeme im VW Golf VII:

Multikollisionsbremse:
Sie soll nach einem Unfall die kinetische Energie reduzieren und wenn möglich einen zweiten Aufprall verhindern oder die Schwere des Aufpralls reduzieren. Das System bremst basierend auf diversen Sensorendaten das Fahrzeug über das ESP-Steuergerät mit maximal 0,6 g automatisch ab. Nach VW-Angaben soll der Fahrer jederzeit das Fahrzeug trotz der automatischen Bremsung beherrschen können.

Proaktiver Insassenschutz (Pre Crash):
Das System erkennt eine mögliche Unfallsituation und spannt die Sicherheitsgurte für Fahrer und Beisfahrer vor. Außerdem werden bei einem kritischen Fahrverhalten mit ESP-Eingriff die Seitenfenster und das Schiebedach geschlossen, damit sich die Airbags entsprechend abstützen können.

Adaptive Cruise Control:
Das ACC-System hält ein gewähltes Tempo und einen Sicherheitsabstand ein. Es beschleunigt beziehungsweise bremst automatisch im fließenden Verkehr. Mit manuellem Getriebe arbeitet ACC im Tempobereich von 30 bis 150 km/h. In Verbindung mit DSG bremst ACC den VW Golf VII mit zum Stillstand ab, so dass es in Stop-and-Go-Situationen vollautomatisch arbeitet.

City-Notbremsfunktion:
Das System stellt eine Erweiterung des ACC dar. Es scannt per Laser den Bereich vor dem Fahrzeug. Droht eine Kollision mit einem fahrenden oder stehenden Objekt, ohne dass der Fahrer eine Reaktion zeigt, wird in drei Stufen bis zur Vollbremsung automatisch reagiert. Auch unterstützt das System den Fahrer, wenn er nur unzureichend bremsen sollte.

Müdigkeitserkennung:
Zum Fahrtantritt wertet das System das Lenkverhalten des Fahrers aus. Verändert sich im Laufe der Fahrt zum Beispiel der Lenkwinkel erhält der Fahrer eine optische Warnung im Kombiinstrument und akustische Warnung von fünf Sekunden. Nach vier Stunden schlägt das System dem Fahrer eine Pause vor.

Lane Assist:
Neu bei dem kamerabasierten Spurhalteassistenten ist die Mittenführung. Dabei kann das System kontinuierlich den Fahrer „in der Spur halten“. Wechselt er ohne zu blinken die Spur, oder überfährt er eine Markierung, vibriert das Lenkrad und das System lenkt gegen.

Das sind die neuen Komfort-Systeme im VW Golf VII:

Progressivlenkung:
Mit dem neuen Modularen Querbaukasten (Alle Infos zum MQB) kommt diese neuentwickelte Lenkung zum Einsatz. Sie kommt mit einer variablen Verzahnung der Zahnstange und Ritzel sowie einem stärkeren E-Motor daher. Damit soll der Übergang zwischen dem indirekten Lenken bei der Geradeausfahrt und dem direkten Lenken bei der Kurvenfahrt weniger spürbar und die Lenkung bei dynamischer Fahrweise „agiler“ sein, so VW.

Elektronische Parkbremse:
Statt des Handbremshebels aktiviert der Fahrer die Handbremse per Knopfdruck am Armaturenträger. Des Weiteren gibt es in der Mittelkonsole einen Auto Hold-Schalter, um das Anfahren am Berg zu vereinfachen und das Rollen aus dem Stillstand zu verhindern.

Dynamik Light Assist:
Per Kamera an der Windschutzscheibe wird der vorausfahrende Verkehr und der Gegenverkehr erfasst. Ab 65 km/h wird dann automatisch das Fernlicht aktiviert. Das Fernlicht der Xenonenscheinwerfer mit Kurvenfahrlicht bleibt aktiv und wird nur in den Bereichen abgeblendet, in denen andere Verkehrsteilnehmer gestört werden können. Dies gelingt über eine Blendengeometerie, die die Lichtquelle maskiert.

Light Assist:
Bei den Standardscheinwerfern im neuen VW Golf VII ist dies die Fernlichtautomatik, die über die Kamera im Innenspiegel den Verkehr beobachtet und das Ein- und Ausschalten des Fernlichts ab 65 km/h übernimmt.

Komfortsitze:

In den beiden höheren Ausstattungsversionen Comfortline und Highline gibt es serienmäßig eine 2-Wege-Lordosenunterstützung für Fahre rund Beifahrersitz. Gegen weiteren  Aufpreis gibt es die 12-Wege-Vordersitze mit elektrischer Verstellung.

VW Golf VII-Cockpit ist auf den Fahrer ausgerichtet

Für den Innenraum haben sich die Wolfsburger einiges einfallen lassen. Das Cockpit wirkt flächig und wir von zwei großen Rundinstrumenten für Tacho und Drehzahlmesser dominiert. Der komplette Armaturenträger ist auf den Fahrer ausgerichtet, die Cockpitüberdachung läuft flach zur Mitte des Armaturenträgers aus.

Darunter sind chromumrandete Luftaustrittsdüsen positioniert. Im weiteren Verlauf machen sich je nach Ausstattung fünf bis acht Zoll große Infotainment-Touchscreens mit den dazugehörigen Drehreglern und Menütasten breit. Diese Bildschirme sind mit Näherungssensor ausgerüstet (nähere Beschreibungen siehe unten). Des Weiteren kann der Fahrer sich per Wischbewegung durch die Menüs arbeiten. Unter der Infotainmenteinheit ist die Steuerung der Klimaanlage positioniert.

Handy-Anschluss funktioniert induktiv

Im Anschluss daran folgt die Mittelkonsole mit der großen Armlehne, die in fünf Stufen in der Höhe und 10 Zentimeter in der Länge verstell- und verschiebbar ist. Unter der Armlehne ist ein großes Ablagenfach untergebracht. Als Option sind hier die Elemente der Freisprecheinrichtung positioniert, außerdem versteckt sich hier noch ein zweiter USB-Anschluss. Des Weiteren nimmt die Mittelarmlehne in einer universellen Halterung das Handy auf. Induktiv wird nach Angaben von VW die Antenne des Handy mit der Außenantenne des neuen VW Golf VII verbunden, wodurch Empfang verbessert werden soll.

Neben Schalt- oder Wählhebel und die Schalter für die elektronische Parkbremse und die Auto Hold Funktion untergebracht. Im Ablagefach direkt unter der Klimaanlage befinden sich AUX IN-, USB- und Apple-Schnittstellen.

Die Touchscreen Radios- und Radio-Navigationssysteme im neuen VW Golf VII:

Seriendisplay (5 Zoll):
– Schwarz-Weiß-Display
– Bordcomputerfunktionen mit Durchschnittsverbrauch,
– Uhrzeit und Datum
– Servicemenü für Ölstand, etc.
– Einstellung Instrumentenbeleuchtung
– Spracheinstellung
– Klimatisierungsmenü,
– Eco-Anzeige
– je nach Ausstattung Lenkradheizung, Park Pilot-Anzeige und Fahrprofiauswahl

Radio „Composition Touch“ (5 Zoll)
– ab Comfortline serienmäßig
– Lautsprecher vorne
– FM/AM-Radio
– Schnittstelle für SD-Karten
– Steuertasten neben dem Screen für „Radio“, „Media“, „Car“, „Setup“, „Sound“und „Mute“

Radio „Composition Colour“ (5 Zoll)
– wie Radio „Composition Touch“
– Farbdisplay
– CD-Laufwerk

Radio „Composition Media“ (5,8 Zoll)
– wie Radio „Composition Colour“
– Annäherungssensor
– Wisch- und Zoomtechnik
– Neue Steuertasten für „Phone“ und Sprachsteuerung „Voice“
– Telefonvorbereitung
– USB- und AUX IN- im Ablagenfach

Navigationsfunktion „Discover Media“ (5,8 Zoll):
– Radio „Composition Media“ mit Navigationmodul
– Europakarte
– Zweiter SD-Karten-Slot
– Drei Jahre kostenloses Kartenupdate

Navigationsfunktion „Discover Pro“ (8 Zoll):
– wie Navigationsfunktion „Discover Media“
– DVD und CD-Laufwerk
– UMTS Telefonmodul
– Erweiterte Sprachbedienung
– 3D-Kartennavigation
– 64-GB-SSD-Festplatte
– WLAN-Hotspot

Und was trägt der neue Kompakte sonst noch unter dem Blech? Nach dem Audi A3, der nur wenige Monate Vorsprung haben wird, ist der Golf das zweite Modell auf dem neuen Modularen Querbaukasten (Alle Infos zum MQB). Am Ende werden es rund 60 Modelle des VW-Konzerns sein, die sich aus dem Baukasten-System bedienen. 65 bis 70 Prozent Gleichteile über einige Millionen Stück – das ist Rekord in der Branche.

Entwicklungschef Ulrich Hackenberg: „Dazu zählen der komplette Antriebsstrang, die Klimaanlage, die Sitze, auch die Türöffner und die Fensterheber. Der Aufbau der Türen ist gleich. Auch die Aufbaufolge der Karosserie gehört dazu.“ Das reduziert die Kosten, und das lässt die Konkurrenz, speziell aus Japan, ganz genau hinschauen.

Der MQB „ist weit flexibler als die ehemalige Plattformstrategie“, gibt sich Hackenberg selbstbewusst. „Wir können das Auto in der Breite, Länge und in der Höhe variieren, ebenso den Radstand, die Spurbreite und die Radgrößen.“ Und so lassen sich auf einer Baukastenstruktur die unterschiedlichsten Fahrzeugsegmente ableiten, „vom Cabrio über eine Limousine bis zum SUV“ (Hackenberg).

Auch ist der neue Baukasten für alle künftigen Antriebsszenarien fit: Er hat Platz für Gastanks und kann Batterien für den Elektro- wie für den Hybridantrieb bunkern. „Wir werden der Autobauer sein, der den Hybrid aus der Nische holt“, verspricht Martin Winterkorn.

„Wir bringen das Elektroauto für alle“

Auch was den Elektroantrieb betrifft, gibt sich der Konzern-Boss nicht unbescheiden: „Wir bringen das Elektroauto für alle. Das Herz von Volkswagen schlägt künftig auch elektrisch.“

Die rein elektrische Reichweite des neuen VW Golf VII soll 50 Kilometer betragen. Insgesamt schafft der Twin-Drive-Golf mit einer Tankfüllung bis zu 600 Kilometer. „Die Elektro-Mobilität wird zur zweiten starken Säule bei Volkswagen“, verspricht Winterkorn. 2018 möchte der Konzern 300.000 Elektroautos pro Jahr verkaufen. Bei aller Euphorie gibt sich der Konzernlenker aber auch sehr realistisch: „Am Ende werden die ökonomischen die ökologischen Argumente schlagen.“ Entscheidend für die Kunden ist der Preis. Der VW Golf VII ist jedenfalls auf alle Eventualitäten vorbereitet. Der Eintritt in die schöne neue VW Golf-Welt kostet 16.975 Euro für den 85 PS-Benziner. Günstigster Diesel ist der 1,6-Liter-TDI mit 105 PS ab 20.725 Euro, in der DSG-Variante werden wenigstens 22.500 Euro fällig. Der Golf 1,4-Liter-TSI mit 140 PS ist ab 24.175 zu haben, der 150 PS starke 2,0-Liter-TDI kostet ab 26.925 Euro (alle Preise und Ausstattungen zum neuen VW Golf VII finden Sie hier).

Wie sich der VW Golf GTI über die Generationen entwickelt hat, lesen Sie im großen GTI-Vergleich bei sport auto. Dazu gibt es den GTI Edition 35 und den Golf GTI jeweils im Supertest.

AbmessungenVW Golf VIIVergleich zum VW Golf VI
Länge4.255 mmplus 56 mm
Breite1.799 mmplus 13 mm
Höhe1.452 mmminus 28 mm
Radstand2.637 mmplus 59 mm
cW-Wert0,27minus 10 %
Stirnfläche2,19 qmminus 0,3 qm
Spurweite vorne1.549 mmplus 8 mm
Spurweite hinten1.520 mmplus 6 mm
Kofferraum-Volumen380 Lplus 30 L
Ladekantenhöhe685 mmminus 17 mm
Gepäckraumbreite1.023 mmplus 47 mm
Innenraumlänge1.750 mmplus 14 mm
Schulterraum vorne1.420 mmplus 31 mm
Schulterraum hinten1.420 mmplus 30 mm
Ellenbogen-Breite1.469 mm22 mm
Ladeboden-Länge (gekl. Rücksitzbank)1.558 mmk.A.
Ladeboden-Länge (gekl. Vordersitzlehne)2.412 mmk.A.
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