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Neues Lotus-Modell geplant

Crossover-Modell auf Evora-Basis ab 2019

Jean-Marc Gales Foto: Lotus

Der neue Lotus-Chef Jean-Marc Gales sieht großes Potenzial in der britischen Marke, wenngleich er sich von den hochfliegenden Plänen seines Vorgängers distanziert. In den nächsten zwei Jahren möchte der Luxemburger den Sportwagenhersteller profitabel machen – unter anderem mit einem Crossover-Modell

29.04.2015 Jens Dralle

Eigentlich wollte es Jean-Marc Gales nach seinem Job als Markenchef von Peugeot und Citroën ja etwas ruhiger angehen lassen und heuerte beim Automobilzuliefererverband CLEPA an. "Aber wenn so eine starke Marke wie Lotus ruft, kann man nicht nein sagen“, erzählt der Luxemburger gewohnt atemlos und in perfektem Deutsch. Eine leichte Aufgabe wird es nicht, zu viel Geld verbrannte sein Vorgänger Dany Bahar mit hochfliegenden Plänen und teuren Personaleinkäufen. Deshalb kommt Gales die undankbare Aufgabe zu, 325 Stellen im Unternehmen zu streichen. "Das ist leider notwendig, um das Unternehmen profitabel zu machen“, sagt Gales, der innerhalb von zwei Jahren dem malaysischen Mutterkonzern DRB Hicom schwarze Zahlen präsentieren will.

Schneller und leichte Lotus-Crossover geplant

Die Formel dafür klingt verblüffend simpel: "Die Kosten müssen runter, die Verkäufe rauf“ – das erscheint selbst für einen Zuhörer plausibel, der sein BWL-Studium geschmissen hat. Also jede Menge neue Modelle, neue Technologien, neuen Käuferschichten, sowie es Bahar wollte? Nein. "Zunächst bringen wir auf Basis der aktuellen Architektur neue Modelle, es steckt noch sehr viel Leben in den Plattformen“, sagt Gales. Besonders viel stecke noch im Evora, glaubt er: "Das einfachste wäre ein Cabrio, ich kann mir auch ein Crossover vorstellen“. Ein SUV von Lotus? "Nein, einen Konkurrenten zum Porsche Cayenne planen wir nicht“, beschwichtigt der Firmenchef. Aber ein Modell mit etwas mehr Platz und mehr Bodenfreiheit könnte schon zur Marke passen. Der Fokus allerdings nach wie vor unbedingt auf Sportwagen liegt. Noch schneller, noch leichter laute dabei die Devise sagt Gales. Grund für diese Ausrichtung: Das derzeit meistverkaufte Modell der Briten ist der 350 PS starke Exige S. Kommen soll der neue Crossover bereits 2019. Gebaut wird er dann aber nicht in England, sondern beim neuen chinesischen Partner Goldstar Heavy Industrial. Auch soll sich die Vermarktung des neuen Crossover vorerst auf China beschränken.

Übrigens: Technologie-Partner bleibt Toyota. Darüber hinaus will Gales die Qualität der Produkte verbessern. So gibt es in Hethel nun eine seperate Prüflinie, zusätzlich wird jedes Fahrzeug vor der Auslieferung 20 Meilen über die Landstraßen um das Werk gescheucht. Mit dieser Strategie soll Lotus im Geschäftsjahr 2014/2015 rund 2.000 Autos verkaufen, im Jahr darauf 3.000. Zum Vergleich: Im abgelaufenen Fiskaljahre waren es 1.200 Exemplare.

Lotus-Händlernetz muss dichter werden

Woher nimmt Gales diesen Optimismus? Allein im letzten Quartal stieg der Absatz auf 609 Fahrzeuge, was ein Plus um 69 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum und darüber hinaus dem besten Ergebnis seit dem Geschäftsjahr 2007/2008 bedeutet. Doch mit neuen Modellen allein sei eine weitere Steigerung nur schwer möglich, betont Gales. So gäbe es noch zahlreiche Regionen mit hoher Kaufkraft, in denen ein Händler fehlt, an der französischen Cote d’Azur beispielsweise. "Künftig muss kein Interessent mehr als 150 Kilometer zum nächsten Händler fahren“, verspricht der Manager. Viel Arbeit also, aber Jean-Marc Gales wollte es ja nicht anders.

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