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Neuheiten Audi A4 und VW Passat

Konkurrenz aus dem eigenen Haus

Audi A4, VW Passat, Frontansicht Foto: Christian Schulte 37 Bilder

Ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen: Bietet der günstigere VW Passat womöglich mehr als der Audi A4, der im Herbst 2015 neu kommt?

24.08.2014 Birgit Priemer

Die Spitze des VW-Konzerns wird beherrscht von kontrollierten Topmanagern, die genau wissen, was sie tun. Ferdinand Piëch, Martin Winterkorn, Heinz-Jakob Neußer als Entwicklungschef, davor Ulrich Hackenberg, der letztes Jahr zu Audi zurückkehrte. Zusammengerechnet mehr als 100 Jahre Erfahrung in der Autoentwicklung. Ist es da denkbar, dass Ehrgeiz und Emotionen den Verstand überrennen, dass ein Volumenmodell wie der VW Passat stärker gepusht wird als das teurere Premiumprodukt Audi A4?

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Neuheiten Audi A4 und VW Passat
auto motor und sport 17/2014
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VW Passat mit optionalem, volldigitalisierten Cockpit

Wenn man weiß, mit welcher Leidenschaft jeder Einzelne seine Projekte hier verfolgt, ahnt man, dass es grundsätzlich möglich wäre: "Winterkorn hat uns beim Design des Passat immer weiter vorangetrieben. Gefordert und gefördert, erzählen die Designer intern. Mit Erfolg, denn entstanden ist ein markant geformtes Mittelklassemodell oder – mit seinen eigenen Worten – "ein Auto mit Premiumanspruch ohne Premiumkosten". Deutlich verändert in den Proportionen, weil bei nahezu gleich gebliebener Länge der Radstand des VW Passats um 79 Millimeter und die Breite um zwölf Millimeter zugelegt haben. Entstanden unter Winterkorns langjährigem Weggefährten Ulrich Hackenberg, der als VW-Entwicklungschef von 2007 bis 2013 genug Zeit hatte, aus der achten Generation einen richtig großen Wurf zu machen.

Schon die Liste elektronischer Helferlein ist beeindruckend: Der Front Assist erkennt jetzt Fußgänger und bremst im Notfall automatisch ab – das kann in dieser Klasse sonst nur die Mercedes C-Klasse, die ebenfalls in diesem Jahr neu auf den Markt kam. Der Emergency Assist sorgt dafür, dass der Wagen selbst dann noch sicher zum Stillstand kommt, wenn der Fahrer des VW Passat – etwa bei Übelkeit – nicht mehr dazu in der Lage ist. Und die dritte Generation des Park Assist macht das Einparken künftig noch leichter, weil das System nun auch vorwärts halbautomatisch in Querparklücken hineinlenken kann.

Hilfe gibt es im VW Passat außerdem beim Rangieren mit Anhänger (auf Knopfdruck übernimmt das System den Vorgang), im Stau, bei der Überwachung des seitlichen Verkehrs und, und, und. Möglich machen das unter anderem vier Kamerasysteme in Kühlergrill, Heckklappe sowie den beiden Außenspiegeln, kombiniert mit Sensoren rundum, die eine 360-Grad-Überwachung des gesamten Fahrzeugumfeldes erlauben.

Ach ja, der VW Passat ist zudem der erste Wolfsburger, der ein volldigitales Cockpit als Option und ab Sommer nächsten Jahres ein Head-up-Display bekommt. Im Gegensatz zu A6 und A8 (sowie später auch Audi A4) kommt hier aber lediglich eine kleine ausfahrbare Scheibe vor den Augen des Fahrers zum Einsatz. Audi projiziert die relevanten Informationen dagegen direkt in die Frontscheibe.

Audi A4 muss nachziehen

Kurzer Fakten-Check: Hat der aktuelle Audi A4 bereits all die Ausstattungsmerkmale des VW Passats? Hat er nicht. Ihm bleibt im eigenen Haus nur die Rolle des Verfolgers, wobei er seit Anfang des Jahres durch die neu aufgelegte Mercedes C-Klasse inklusive Luftfederung und Stereokamera mit Extras konfrontiert wird, die selbst seine nächste Generation nicht bieten kann – Resultat eines Prozesses, in dem insgesamt drei Entwicklungsvorstände ihre persönliche Note hinterlassen wollten: Michael Dick hat das Projekt angestoßen, Wolfgang Dürheimer es in einer kurzen Zwischenstation weitergeführt, bis es im letzten Jahr bei Ulrich Hackenberg gelandet ist. Der musste nach der gelungenen Passat-Mission nach Ingolstadt eilen, als Dürheimer das Vertrauen von Winterkorn und Piëch quasi über Nacht verloren hatte. Die Neuauflage des A4 war da schon verschoben: von 2014 auf 2015.

Viel Detailarbeit im neuen Audi

Doch eineinhalb Jahre vor Produktionsstart werden in der Regel bereits die Werkzeuge gefertigt, sodass Hackenberg mit dem neuen Designchef Marc Lichte, den er aus Wolfsburg mitgenommen hat, nur noch Feinschliff betreiben konnte. Fest steht: Der Audi A4 wird eine Präzisionsmaschine, die es in Sachen Qualität mal wieder schaffen will, einen großen Sprung zu machen. Aber auch eine, die als Bedienkonzept noch den Dreh-Drück-Steller behält, obwohl Audi bereits auf dem Weg ist, sich von dieser Technik zu verabschieden.

Der nächste A8 gibt mit einem Touchscreen vor, wohin sich die Marke – nach VW – entwickeln wird. Das Head-up-Display wird hochwertiger ausfallen als beim VW Passat, denn es spielt die fahrerrelevanten Informationen direkt in die Frontscheibe ein, was mit Blick auf Augmented Reality (Verknüpfung von Echtbild mit Informationen aus dem Internet) der zukunftsweisendere Weg ist. Das volldigitale Cockpit übernimmt der Mittelklasse-Audi vom TT, ist mit dieser Ausstattung aber eben auch erst ein Jahr später im Handel als der Passat.

Das gilt ohnehin für nahezu alle Extras, die der VW Passat ab November mitbringt. Auch in Sachen Licht setzt er mit den aufpreispflichtigen LED Akzente, denn die Scheinwerfer lassen sich von einer Kamera so steuern, dass der entgegenkommende Verkehr nicht geblendet wird. Audi setzt mit dem Matrixlicht auf eine vergleichbare Technik. Dort konzentriert man sich stark auf die Weiterentwicklung des Audi-A4-Fahrwerks, das künftig für den Fahrer spürbar größere Spreizungsmöglichkeiten von komfortabel bis sehr sportlich bieten soll. Der Anspruch besteht natürlich auch darin, das wesentlich agilere Modell anzubieten.

Wie der VW Passat wird der Audi A4 sparsamer und bekommt den 1.4 TSI (120 und 180 PS) mit Zylinderabschaltung. Zu den Spitzenmotorisierungen zählt hier wie dort der neue 240-PS-TDI. Und auch das Thema Plug-in-Hybride besetzen beide Marken mit bis zu 50 Kilometern rein elektrischer Reichweite – in Kombination mit dem 1.4 TSI im Passat ab Frühjahr 2015, im A4 wohl erst 2016. Bis dahin sollte auch der Erdgas-Passat flott sein. Den Audi-Technikern bereitet dieses Thema dagegen noch Kopfzerbrechen. Warum? Weil der A4 oft als Quattro bestellt wird, durch die Allradtechnik aber der Platz für die Gastanks schwindet.

Da dürfte es schwierig werden, den oft beschworenen Vorsprung durch Technik zu halten. Außerdem gibt es den VW Passat als Limousine bereits ab 25.875 Euro, während der Audi A4 bei knapp 28.100 Euro startet – ein Premiumauto also, im Vergleich zum Passat aber eben auch zu Premiumpreisen.

VW Passat und Audi A4 bewegen sich auf Augenhöhe

Neuwagenkäufer aufgepasst: Wenn der VW Passat im November anläuft, bietet er viele Extras und sicherheitsrelevante Assistenzsysteme, die es für den A4 noch nicht gibt. Auch als Plug-in-Hybrid hat er die Nase vorn. Der A4 muss sich mit dem Modellwechsel also als Erstes gegenüber der Konkurrenz aus dem eigenen Haus beweisen, die ihm das Leben so schwer wie noch nie machen wird.

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