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New York Auto Show 2010 - es wird wieder geklotzt

Die grüne Welle ist vorüber

New York-Motorshow Foto: press-inform 51 Bilder

Die US-Kunden finden langsam zu alter Kauflust zurück und da auch die Spritpreise nicht mehr auf Rekordniveau verharren, haben auch größere Autos wieder Konjunktur. Entsprechend ist die New York Auto Show keine grüne Show, sondern darf wieder aus dem Vollen schöpfen.

01.04.2010

Zwar stehen auf der New York Autoshow (2. bis 11. April) ein paar - in der Regel allerdings längst bekannte - Elektroauto-Studien. Und das eine oder andere Hybridmodell hat sogar seine Premiere, der Hyundai Sonata und der Lincoln MKZ etwa. Dennoch gehört die Bühne diesmal vor allem wieder Autos, die größer, stärker und schneller sind als gewöhnlich.

GM mit Volt und Powerkombi

General Motors zum Beispiel zeigt neben dem Elektroauto Chevrolet Volt und einer Sparversion des Chevrolet Cruze auch einen Cadillac CTS-V Wagon. Er gilt als schnellster Kombi der Firmengeschichte. Unter seiner Haube steckt ein 6,2 Liter großer Kompressor-V8, der 564 PS leistet und gute 300 km/h erreichen dürfte.
 
Bei Chrysler steht neben dem Vorboten des amerikanisierten Lancia Delta und dem Fiat 500 noch einmal eine Viper im Rennanzug. Sie kommt bei 8,4 Liter Hubraum auf  640 PS. Am Stand von Ford suchen Sportwagenfans und alle anderen Messegäste dagegen vergebens nach Neuheiten. Denn außer dem Lincoln MKZ als Teilzeitstromer hat der mittlerweile größte US-Hersteller keine Premieren zu bieten.

Die Asiaten spielen groß auf
 
Dafür fahren die Asiaten einmal mehr groß auf - vor allem die aus der zweiten Reihe. So zeigen die Südkoreaner von Kia neben dem Sonata Hybrid auch den überraschend fortschrittlich gezeichneten Optima. Er wird binnen Jahresfrist als neuer Magentis nach Europa kommen. Von Suzuki gibt es die interessante Studie eines luftigen Strandmobils mit Campingstühlen und Surfbretthalterung. Und von Subaru kommt eine nachgeschärfte Version des sportlichen Impreza WRX STI.
 
Das buchstäblich dickste Ding der Show ist der neue QX56 der Nissan-Tochter Infiniti: Der Geländewagen mit bis zu sieben Sitzen misst fast sechs Meter, überragt die meisten Messebesucher um mindestens einen Kopf und fährt mit einem V8-Motor, der aus 5,6 Liter Hubraum 400 PS schöpft. Zwar ist die Nobelmarke mittlerweile auch in Europa vertreten. Doch der QX56 ist für unsere Straßen nicht gebaut. "Ein Export nach Deutschland oder in andere Länder jenseits des Atlantik ist nicht vorgesehen", sagt ein Manager der Japaner.

Deutsche Hersteller mit größtem Gesamtauftritt
 
Für den mit Abstand größten Gesamtauftritt in New York sorgen fast schon traditionell die deutschen Hersteller. Da sie - von Kalifornien und Florida abgesehen - nirgends so viele Wagen verkaufen wie an der US-amerikanischen Ostküste, fahren sie hier alle wichtigen Neuheiten des Autofrühlings auf: vom Zwillingspaar VW Touareg und Porsche Cayenne über Audi A8 und R8 Spyder bis hin zum BMW 5er.
 
Bei Mercedes gibt es sogar zwei echte Weltpremieren. So haben die Schwaben für New York die R-Klasse aufgefrischt. Sie wollen den Raumkreuzer nach Worten von Vertriebsvorstand Joachim Schmidt "näher an unsere Geländewagen rücken", um die bislang enttäuschenden Absatzzahlen nach oben zu bringen. Dabei wurden nach dem Vorbild der M-Klasse vor allem die Frontpartie neu gestaltet und außerdem die Dieselmotoren auf Vordermann gebracht. Sie alle haben ein wenig mehr Leistung und verbrauchen etwas weniger.
 
Die R-Klasse mag das wichtigere Auto sein. Doch im Blick haben die Messegeäste vor allem den SLS, den AMG nun erstmals auch im Rennanzug zeigt. Mit gewaltigen Flügeln bestückt, einige Zentimeter breiter und rund 200 Kilogramm leichter, soll der vermutlich rund 300.000 Euro teure Wagen im kommenden Jahr vom Boulevard in die Boxengasse wechseln.
 
Doch obwohl genügend solvente Kunden über die Messe schlendern und AMG Vorbestellungen entgegennimmt, kann mit dem rund 600 PS starken und über 300 km/h schnellen SLS in New York keiner einfach so davonfahren. Denn erstens fehlt ihm die Straßenzulassung. Und zweitens wäre eine Spitztour angesichts der vielen Schlaglöcher in Manhattan wohl schon kurz nach der Ausfahrt aus der Messehalle wieder zu Ende.

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