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New York Auto Show

Fest in deutscher Hand

New York Autoshow 2009 Foto: dpa 22 Bilder

„Kommen Sie durch diese Tür, dann geben Sie meinem Tag heute einen Sinn.“ Was nach einem schönen Kompliment klingt, spiegelt im Grunde nur die wahre Situation auf der New York Auto Show wider, die gestern ihre Tore für die Öffentlichkeit geöffnet hat.

09.04.2009 Birgit Priemer, Holger Wittich

So richtig viel war angesichts der weltweiten Absatzkrise nicht los. Und – schlimmer noch aus Sicht der US-Hersteller: Nach der Detroit Auto Show im Januar befand sich auch diese Messe fest in der Hand der deutschen Hersteller.

Mercedes ließ die erste Pressekonferenz des Tages mit einem Trio farbiger Musiker einstimmen, die mit sanften Soulklängen an Steinway-Flügel, Baß und kleinem Schlagzeug die Journalisten auf den Stand zogen. Zu sehen gab es hier genug: US-Premiere der neuen Mercedes E-Klasse, Weltpremiere des Mercedes E 63 AMG und des überarbeiteten Mercedes GL und vor allem die Markteinführung des ersten Mercedes-Vollhybriden ML 450 H, der sich nach Angaben des Mercedes US-CEO Ernst Lieb mit bis zu 47 Prozent weniger Kraftstoff begnügen soll als konventionelle Achtzylinder mit vergleichbarer Leistung.

Chrysler: Jim Press fährt im Fiat 500 vor

Chrysler hatte es bei der direkt an die Mercedes-Show anknüpfenden Pressekonferenz schon etwas schwerer, die Masse an sich zu locken, obwohl es eine handfeste Überraschung gab: Chef Jim Press fuhr in einem Fiat 500 auf die Bühne und witzelte ungeniert über die Schwächen der eigenen Marke: „Dieses Auto ist kaum größer als ein Hemi-V8-Motor“ – jenes spritfressende Triebwerk, mit dem die Marke voll in die Krise rauschte. Die mit Fiat angestrebte Kooperation soll es nun richten, denn bei dem US-Hersteller handle es sich, so Press gegenüber den Journalisten, „um eine Marke mit dem geringsten CO2-Ausstoß.“

Totes Riff herrschte so im Keller der Messe, wo die dicken Pick-Up-Trucks vom Schlage eines Dodge Ram 2500 oder 3500 wie tote Dinosaurier aneinander lehnten.

Toyota rückte mit dem Crossover Venza eine Mischung aus Kombi und Limousine für 29.250 Dollar in den Vordergrund und versprach nicht mehr als 1.357 Dollar Benzinkosten pro Jahr, wenn der Gallon-Preis bei 4,10 US-Dollar bleiben würde.

BMW lockte die US-Besucher mit großen Plakaten der neuen BMW-Welt in München und präsentierte Spaß am Sparen und am Fahren im gleichen Maße: Der BMW X6 Active Hybrid zielt in das gleiche Segment wie der ML 450 bei Mercedes, und mit der Weltpremiere der M-Version des BMW X6 wird wie bei AMG das technisch Machbare sichtbar gemacht. Auf dem Audi-Stand gab eine Armada weißer Ausstellungsstücke einen Ausblick auf das Modellprogramm, während bei VW der Clean Diesel im Jetta im Vordergrund stand.

Die Stimmung schwankte zwischen Lust und Frust, denn während Chrysler nach einer sanften Belebung des Marktes im März fest an ein Ende der Krise glaubt, bleibt Mercedes-Vertriebschef Klaus Maier Realist: „Eine Schwalbe macht noch keinen Frühling aus.“ Danach sah in New York noch nicht einmal das Wetter aus.

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