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NextEV Nio EP9

Elektroauto mit 1.360 PS und Nürburgring-Rekord

Nio EP9 Vorstellung Saatchi Gallery London Foto: NextEV 16 Bilder

Das chinesisch-amerikanische Start-up NextEV zeigt mit dem Nio EP9 einen Supersportwagen mit Elektroantrieb und 1.360 PS, der den Rekord auf der Nürburgring Nordschleife hält. Doch das ist nur der erste Teil der ehrgeizigen Pläne von NextEV.

21.11.2016 Uli Baumann, Andreas Of, Patrick Lang 1 Kommentar Powered by

Next EV enthüllte in London den Nio EP9, einen elektrisch angetriebenen Supersportwagen mit 1.360 PS. Das Auto hat die Nordschleife des Nürburgrings in 7:05,12 Minuten umrundet. Mit dieser Zeit haben die Chinesen im Oktober 2016 einen Rekord von Toyota unterboten. Eine starke Ansage, der Porsche 918 Spyder benötigte 2014 im Supertest von sport auto 7:13 Minuten für die 20,6 Kilometer. Der Porsche ist aktuell das schnellste Auto im Supertest.

Vier Elektromotoren mit 1.360 PS

Zur Premiere hat NextEv einige technische Details bekannt gegeben. Der EP9 beschleunigt in 2,7 Sekunden von null auf 100 km/h, die 300-km/h-Marke ist in 15,9 Sekunden erreicht. Maximal sollen 313 km/h drin sein – schneller geht wegen des Getriebes nicht, wie NextEV erklärt. Der Aufwand ist hoch: Vier Elektromotoren samt Getriebe sitzen in der Nähe der Räder, die Gesamtleistung von einem Megawatt entspricht 1.360 PS. Das Drehmoment beträgt 1.480 Newtonmeter, das Gewicht des Carbon-Sportwagens gibt NextEV mit 1.735 kg an. Davon wiegen allein die Batterien 635 kg. Die Akkus können gewechselt oder in 45 Minuten geladen werden.Die Kapazität soll für 427 Kilometer reichen.

Nio EP9 Vorstellung London Saatchi Gallery
Elektrosportwagen mit 1.000 kW 2:30 Min.

Aktives Fahrwerk, verstellbare Stoßdämpfer, ein Unterflurdiffusor über die gesamte Fahrzeuglänge und 24.000 Newton Abtrieb sorgen für eine sehr hohe Querbeschleunigung: Bis zu 2,53 g seine möglich. Beim Bremsen wirken 3,3 g. Front- und Heckspoiler sind einstellbar. Als Werkstoff kam vorwiegend Karbon zum Einsatz. Kohlefaser könnte auch bei den kommenden Nio-Modellen eine Rolle spielen. „Das tolle am EP9 war, dass wir auf einem weißen Blatt mit dem Design beginnen konnten. Wir haben etwas völlig Neues erschaffen“, zeigt sich Kris Tomasson, Vice President of Design, begeistert.

Sechs EP9 zum Preis von 1,1 Mio. Euro

Beeindruckend sind die Abmessungen: 4,89 Meter lang und 2,23 Meter breit sowie 1,15 Meter flach ist der Zweisitzer, der den LMP1-Sicherheitsnormen der FIA entspricht. Sechs EP9 möchte NextEV fürs Erste bauen und zum Stückpreis von je 1,1 Millionen Euro verkaufen. Erhältlich sind die Elektro-Sportwagen zunächst jedoch nur auf dem chinesischen Markt. „Können sie sich dort behaupten, dann werden wir uns auch auf den europäischen, und den US-Markt konzentrieren“, verrät der Leiter des Standorts in München, Hui Zhang. Warum Gründer William Li die Marke ins Leben gerufen hat, beschreibt er so: „Ich habe vom Balkon aus zu den Nachbargebäuden geschaut, und sie vor lauter Smog nicht mehr gesehen. Da wusste ich, dass ich einen Beitrag zu einer besseren Welt leisten muss.“

Unter Führung des mittlerweile verstorbenen Ex-Ford-Europe-Topmanagers Martin Leach scharte das amerikanisch-chinesische Startup NextEV zahlreiche Fachleute aus der (Elektro-)Autobranche um sich. Unter anderem sollen ein Ex-Tesla-Topmanager und ein Ex-BMW-Designer zum Team gehören. NextEV unterhält Entwicklungsstandorte in Kalifornien, London, Peking, Shanghai und München.

Piquet Jr. fährt für NextEV Formel E

Das Kapital für die Elektroautoentwicklung soll vom Uber-Investor Hillhouse Capital, dem chinesischen Internetunternehmen Tencent sowie vom Gründer von bitauto.com, William Li kommen. Seit 2014 ist NextEV in der Formel E mit einem eigenen Rennteam unterwegs, bei dem unter anderen Nelson Piquet Jr. unter Vertrag steht.

Das erste Volumen-Modell der neuen Marke steht bereits in den Startlöchern. Die Premium-Limousine ES8 soll 2017 vorgestellt werden und 2018/2019 in den Handel kommen. Premiere feiert der ES8 auf der Shanghai Auto Show in April. Aktuell arbeitet das Team bereits am dritten Fahrzeug. Zentrales Element zur Abgrenzung gegenüber der Konkurrenz soll das Gesamt-Erlebnis sein, das die Marke bietet. Geplant ist beispielsweise ein Belohnungs-System, über das Kunden Events und Vorteile erhalten, wenn sie dabei helfen, die Produkte von Nio zu verbessern. Darunter fällt zum Beispiel eine Fahrt im Supersportwagen EP9, an den Privatpersonen im Alltag vermutlich nur schwer herankommen. Über ein Wearable können während einer Spritztour auf der Rennstrecke die Vitalwerte der Passagiere gemessen werden. Dazu kommen Kameras im Cockpit, die das Erlebnis aufzeichnen. Das Video kann dann direkt mit Freunden geteilt werden.

„Heutzutage haben eigentlich alle Hersteller den Zugang zu neuster Technologie und hochwertigen Materialien. Wir haben daher auf einer anderen Ebene versucht, uns von der Konkurrenz abzuheben“, erklärt Kris Tomasson gegenüber auto motor und sport bei der Vorstellung in London. Nicht das Produkt, sondern der Kunde soll zentrales Element der Marke Nio sein. Darüber, wie genau sich das künftig darstellen wird, schweigt man seitens des Branchen-Neulings noch.

Neuester Kommentar

Das ist schon verrückt. Es zeigt, dass der Elektromotor der absolut überlegene
Antrieb ist. Nur mit der Speicherung der Energie hapert es noch etwas. Da
bedarf es noch eines Quantensprungs. Etwa eines Entwicklungsschritts, wie
beim Magnetowiderstandseffekt. Viele erinnern sich noch an die riesigen
Plattenspeicher der 80er Jahre. Jetzt haben wir das Vielfache davon auf
einer kleinen Scheibe von weniger als 50 mm Durchmesser. So einen fundamentalen
Sprung brauchen wir noch bei den Akkus oder sonstigen Stromspendern für
die Elektromotoren. Dann sieht die Autowelt mit einem Schlag anders aus!

Rambolarve 23. November 2016, 15:59 Uhr
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