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Nikola One Electric Truck

Wasserstoff-Lkw mit 1.000 PS

Nikola One Truck Foto: Nikola Motor 17 Bilder

Nikola Motors zeigt einen Lkw, der mit Wasserstoff 1.600 Kilometer weit fahren kann und mit 1.000 PS stärker ist als jeder Diesel-Truck. Wir nennen erste Fakten.

05.12.2016 Torsten Seibt 2 Kommentare Powered by

Wenn Sie den Namen Nikola Motor noch nie gehört haben, ist das nicht ungewöhnlich – die Firma aus Michigan ist bislang nicht als Automobil- oder Nutzfahrzeughersteller in Erscheinung getreten. Das soll sich nun mit einem Paukenschlag ändern, denn Nikola Motor will nicht nur einen völlig neuen, elektrisch angetriebenen Hybrid-Truck auf die Straße bringen, auch ein 520 (!) PS starkes UTV hat man nun angekündigt.

Der Name Tesla ist bekanntlich bereits vergeben, deshalb hat sich Nikola Motor nach dem Vornamen des Elektro-Pioniers benannt. Ein bisschen abgeschaut vom großen Vorbild aus Kalifornien wirkt auch die Vorbestell-Prozedur: Ab sofort können sich Interessenten gegen eine Gebühr von 1.500 Dollar registrieren, um zu einem noch nicht konkret genannten Datum ein Fahrzeug kaufen zu dürfen.

Nikola One TruckFoto: Nikola Motor
Sowohl vom Sattelschlepper als auch vom UTV gibt es bis jetzt nur Computergrafiken. Lieferdatum: unbekannt.

Die Ankündigung der beiden neuen Allradfahrzeuge liest sich in jedem Fall spektakulär. Der Nikola One Lkw soll es auf eine Leistung von 1.000 PS bringen. Der Antrieb erfolgt über sechs radweise Elektromotoren. Den Strom für die 320 kWh-Traktionsbatterie erzeugt der Nikola One selbst: Allerdings gab es hier in der Philosophie jetzt einen Schwenk – zumindest für die Märkte in Nordamerika. Sollte bislang eine mit Erdgas befeuerte Gasturbine hinter dem Fahrerhaus als Generator dienen, so plant man jetzt mit einer Brennstoffzelle als Energielieferant. Die Erdgasversion soll aber für andere Weltmärkte kommen.

1.000 PS und 1.600 km Reichweite

So oder so, der Nikola One wird weiter mit zahlreichen Fabelwerten beworben. So soll er binnen 30 Sekunden auf Tempo 100 zu beschleunigen sein, eine Reichweite von bis zu 1.600 Kilometern haben, einen gegenüber Standard-Lkw halb so langen Bremsweg aufweisen. Die ursprünglich angekündigten Werte hat Nikola Motors damit zum Teil zurückgenommen: Ursprünglich sollte der Truck 2.000 PS stark sein und 2.000 Kilometer weit kommen. Doch im Vergleich zu einem US-Truck mit Dieselmotor lesen sich die Daten immer noch spektakulär. Umgerechnet soll der Wasserstoff-Truck auch sparsamer sein, Nikola gibt einen halbierten Verbrauch von 23 Litern pro 100 Kilometern an.

Torque Vectoring und tiefer Schwerpunkt

Sicherer und leichter zu fahren soll der Truck ebenfalls sein. Das liege an einem neuartigen Design der Kabine, erklärt Nikola. Die Haube ist erheblich kürzer als bei üblichen US-Trucks, die Frontscheibe ist erheblich breiter. Weil das Gewicht der wesentlichen Komponenten auf Höhe des Rahmens liegt – oder gar darunter – liege der Wasserstoff-Laster wesentlich besser auf der Straße. Die Rekuperations-Bremse verkürze den Bremsweg, Torque Vectoring verbessere die Kurveneigenschaften.

Nikola One Truck und Zero UTVFoto: Nikola Motor
Das Nikola Zero soll es auf eine Leistung von 520 PS bringen und in drei Sekunden auf 100 km/h beschleunigen.

Wie Tesla mit den Superchargern will Nikola Motor die USA landesweit mit Solar-Anlagen zur Wasserstofferzeugung aufrüsten. Bis 2020 sollen davon 50 landesweit entstehen. Zuvor hatte man ein Erdgas-Tankstellen-Netz in Planung.

1,6 Mio. km gratis tanken

Dabei verspricht die Firma den ersten 5.000 Reservierungsgebühr-Zahlern, dass sie den Wasserstoff für 1,6 Millionen Kilometer gratis erhalten. Als Kaufpreis für den Nikola One Truck gibt die Firma eine Summe von 375.000 US-Dollar an.

Gleichzeitig kündigt Nikola Motor auch den Bau eines vollelektrischen UTV an, ein sogenanntes „Side-by-Side“-Geländefahrzeug. Auch für dieses „Nikola Zero“ genannte Fahrzeug werden fabulöse Leistungsdaten genannt. Das Offroad-Fahrzeug Nikola Zero soll 520 elektrische PS leisten, in drei Sekunden auf Tempo 100 beschleunigen und mit der 50 kWh-Batterie eine Reichweite von bis zu 240 Kilometer besitzen. Die Ladezeit mit einer entsprechenden Wallbox soll bei unter zwei Stunden liegen, außerdem generiert das Zero One eigenen Strom über Solarmodule auf dem Überrollkäfig.

Nikola Zero und Nikola One

Das Power-Gerät soll einen Federweg von 50 Zentimeter besitzen, auf 32 Zoll großen Reifen stehen und 860 Kilo wiegen. Für das Nikola Zero müssen Kaufinteressenten eine auf den Kaufpreis anrechenbare Reservierungsgebühr von 750 Dollar leisten, als Gesamtpreis werden 42.000 US-Dollar genannt. Den ersten 5.000 Reservierern werden 5.000 Dollar Nachlass auf den Kaufpreis versprochen.

Eines hat Nikola Motor mit dem Vorbild Tesla gemeinsam: ein verlässliches Datum, wann mit der Auslieferung der beiden Fahrzeuge zu rechnen ist, wird nicht genannt. Bislang gibt es lediglich Computerzeichnungen, im Laufe des Jahres sollen erste Prototypen vorgestellt werden.

Neuester Kommentar

Eigentlich längst überfällig, dass an eine komplett neue Antriebsart bei schweren LKW gedacht wird. Bisher werden Motoren mit einem Eigengewicht von 1,5-2 Tonnen (!) und einer Leistung von 300-500 PS eingebaut. Das ist in der Ebene viel zu viel Leistung (hier reichen zum Rollen weniger als 100 PS, der Motor läuft also ineffient), am Berg und beim Anfahren sind LKW dagegen stark untermotorisiert. Hinzu kommt der Energieverlust beim Bremsen. Mit einem kleinen, effizienten PkW-Diesel (200 PS) und einer Batterie mit 100 kWh und einer Tonne Gewicht könnte ein extrem effizientes Fahrzeug entstehen. Und warum nicht Motor und Batterie alle 300.000 km austauschbar machen? Auch das könnte Kosten und Gewicht sparen.

Philipp Herbert 12. Mai 2016, 09:13 Uhr
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