Nissan Micra auf dem Autosalon Genf 2010: Nissan Micra-Nachfolger kommt Ende 2010

Nissan Micra Studie

Der Nachfolger des Nissan Micra feiert seine Weltpremiere auf dem Genfer Automobilsalon 2010 und kommt Ende 2010 in Westeuropa in den Handel. auto motor und sport hat schon jetzt einen ersten Blick auf das Weltauto werfen dürfen - in der Nissan-Zentrale im japanischen Yokohama.

Um gleich jeder Enttäuschung vorzubeugen: Fotos gibt es noch keine. Nissan will die Weltpremiere auf dem Genfer Automobilsalon im März kommenden Jahres gebührend zelebrieren und erst im Vorfeld der Messe erste Bilder veröffentlichen; auto motor und sport musste deswegen bei der "Sneak Preview" Fotohandy und Kamera abgeben. Doch soviel sei gesagt: Der Micra-Nachfolger, der vielleicht sogar einen komplett neuen Namen bekommt, ist erwachsener geworden. Länger, breiter, höher, "gender free", wie der Projektdesignleiter Makoto Yamane betont.

Der Nissan Micra soll kein Frauenauto mehr sein

Auf deutsch: Der Micra-Nachfolger soll kein Frauenauto mehr sein, sondern verstärkt Männer ansprechen. Die Damen in Deutschland, die bislang 80 Prozent der Käuferschaft ausmachten, wird das nicht unbedingt glücklicher machen, denn der "Neue" ist nicht mehr die knuffige, lifestylige Knutschkugel. Darf er auch nicht sein: Denn er ist erstmals ein Weltauto - und soll auch die Bedürfnisse der Kunden in Indien und China erfüllen. Das Gesicht des Autos  wirkt wie eine gefällige Mischung aus drei seiner engsten Wettbewerber: die "Nase" erinnert etwas an den Toyota Yaris, die "Augen" an den Fiat Grande Punto und der "Mund" an den Peugeot 207.

Der Micra wird zur Modellfamilie ausgebaut
 
Warum Nissan plötzlich ein Weltauto auf die Beine stellt? Weil der Konzern nur dank mehr Volumen auch auf Kostenvorteile kommt, die im Wettbewerb kriegsentscheidend sind. Eine Million Mal pro Jahr soll sich der neue Wagen nach der Anlaufphase verkaufen. Drei Varianten sieht Nissan vor: neben dem Viertürer auch ein Stufenheck-Modell und ein kleines MPV (Multi Purpose Vehicle), sprich ein Wettbewerber für Modelle wie den Opel Meriva.
 
Die Architektur, die der Micra-Nachfolger nutzt, hat Nissan auf den Namen "V-Plattform" getauft;, wobei das "V" für "versatility", sprich Vielseitigkeit, steht. "Diese V-Plattform für das A- und B-Segment und unsere Elektroauto-Strategie werden unsere Zukunft maßgeblich bestimmen", sagt Projektleiter Noritaka Tsuru, der "Pate der V-Plattform", wie er Nissan-intern genannt wird. Ob beziehungsweise wie viele weiteren Varianten von Allianzpartner Renault auf der gleichen Plattform geplant sind, wollten die Nissan-Verantwortlichen noch nicht verraten.
 
Auch beim Einstiegspreis geben sich die Japaner zugeknöpft; ebenso wie bei Details zu dem neuen Dreizylinder-Benziner und -Diesel, mit dem der Kleinwagen ausgestattet werden soll. Produziert wird der neue Nissan in fünf Werken weltweit: Thailand, China und Indien stehen als Standorte schon fest. "Daneben ist ein Werk in Nord-, Mittel- oder Südamerika denkbar - und ein fünftes, das wir ebenfalls noch nicht final festgelegt haben", sagt Programmdirektor Vincent Cobee am Rande der Präsentation gegenüber auto motor und sport. In Thailand kommt das Auto im März 2010 auf den Markt; in Westeuropa erst Ende 2010. Die Chancen für eine eigene Produktion in Europa - sprich im Nissan-Werk in Spanien oder Großbritannien - stehen schlecht. Nach derzeitigem Planungsstand sollen die europäischen Einheiten aus Indien importiert werden.
 
Ein indischer Nissan in Deutschland? Warum nicht, es wäre nicht das erste Modell. Schon heute rollen viele Fahrzeuge "Made in India" auf deutschen Straßen, ohne dass es jemand merkt oder stört, wie etwa der Suzuki Alto. Zumal Nissan weltweit einheitliche Qualitätsstandards versprich: Unabhängig vom Produktionsstandort gelte künftig "Made in Nissan".

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