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Nissan-Pläne für Le Mans 2014

Von Garage 56 in die LMP1

Alex Brundle (GBR), Martin Brundle (GBR), Lucas Ordonez (Esp), Zytek Z11sn - Nissan Greaves Motorsport LMP2, 24h-Rennen Le Mans 2012 Foto: xpb 9 Bilder

Nissan wird 2014 mit einem Prototypen beim 24h Rennen von Le Mans teilnehmen. Wir sagen Ihnen, mit was für einem Auto die Japaner antreten wollen und was sie für die weiteren Jahre in Sachen Langstreckensport geplant haben.

14.06.2013 Marcus Schurig Powered by

Nissan kehrt zurück auf die große Motorsport-Bühne. Erstes Ziel ist Le Mans. Schon 2014 will man wieder einen Prototypen zum Klassiker an der Sarthe schicken. Wohl gemerkt nicht in der LMP1-Klasse gegen Audi, Toyota und Porsche, sondern im Rahmen eines zusätzlichen Startplatzes, den der Veranstalter ACO für innovative Technikkonzepte vergibt, die sogenannte Garage 56.

Nissan mit falschen Versprechungen

Die Ankündigung im Februar dieses Jahres kam spät und überraschend, auch für Nissan-Mitarbeiter, und sie wurde gewürzt mit dem Versprechen des obersten Konzernlenkers Carlos Ghosn, dass der LMP-Wagen völlig emissionsfrei um die 13-Kilometer-Piste von Le Mans kreisen werde.

Seither fragt sich die Szene: Wie soll das gehen? Denn Ingenieure hatten errechnet, dass ein vollelektrischer LMP ungefähr 750 Kilo an Batterien mitschleppen müsste, um 45 Minuten lang Rundenzeiten auf LMP2-Niveau zu fahren. Jetzt sickert durch: Es wird kein vollelektrischer LMP1. Und es wird noch nicht mal ein extremer Hybrid, bei dem der Verbrennungsmotor nur die Batterien auflädt.

Nissan mit Hybrid-Motor

Stattdessen kommt nun ein Parallel-Hybrid zum Zug, bei dem der Verbrennungsmotor die Hinterräder antreibt und gleichzeitig die Batterien auflädt und nebenbei bemerkt natürlich auch fröhlich emittiert - entgegen der Versprechungen von Carlos Ghosn.

Der Motor kommt nicht von der Rennabteilung Nismo und auch nicht von einem etablierten Rennsport-Zulieferer, sondern vom europäischen Nissan-Technologie-Zentrum N-TEC. Angeblich soll das Turbotriebwerk nur 900 cm3 Hubraum haben, verteilt auf drei Zylinder. Das Ziel besteht darin, in Le Mans zwei Runden vollelektrisch fahren zu können.

Nissan plant, mit einem vollwertigen Wing-Car anzutreten. Zu diesem Zweck wurde die Münchner Firma ADESS als Kooperationspartner beim Monocoque angeworben, die auch das Chassis des neuen Lotus T128 LMP2 entwickelt hat.

Ändert der ACO das Reglement für Nissan?

Der ACO hat die Nissan-Pläne zwar abgesegnet, aber die Vergabe des 56. Startplatzes für 2014 ist an die Vereinbarung geknüpft, dass Nissan 2015 und 2016 in der LMP1-Klasse antreten soll. Nissan hofft, dass man 2015 mit dem Garage-56-Auto in der LMP1-Klasse starten darf, doch dafür müsste der ACO das Reglement ändern, was nicht unbedingt auf die freudvolle Zustimmung der etablierten LMP1-Hersteller stoßen dürfte.

Der ACO hat klargemacht, dass eine weitere Reglements-Rochade für Nissan nicht in Frage kommt, und angeblich bereits damit begonnen, neue Optionen für die Besetzung des 56. Startplatzes 2014 zu überprüfen.

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