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Norisring

Audi will den Heimsieg

Foto: dpa

Auf dem Norisring in Nürnberg steht am Wochenende (23. bis 24.6.) der fünfte von zehn Läufen zur DTM auf dem Programm. Nur 90 Kilometer von Ingolstadt entfernt ist das Spektakel auf dem ehemaligen Reichsparteitags-Gelände das Heimspiel der Marke mit den vier Ringen.

21.06.2007 Gregor Messer Powered by

Ein Sieg ist angesichts der zu erwartenden Vorstandsriege um Audi-Chef  Rupert Stadler Pflicht. Bei den vergangenen vier Ausgaben des Tourenwagen-Klassikers glänzte freilich immer der Stern von Mercedes. Der Norisring, mit einer Länge von nur 2,3 Kilometern nach dem Indy-Circuit von Brands Hatch der kürzeste Kurs im DTM-Kalender. Neben dem Hockenheimring und dem Lausitzring ist er allerdings auch eine Piste, auf der Mercedes stets favorisiert ist. Noch im vergangenen Jahr setzte es einen Mercedes-Vierfachsieg. Die Strecke rund um die monumentale Steintribüne besteht eigentlich nur aus zwei Geraden, zwei Haarnadelkurven und einer Schikane. 

Besonders gefordert sind hier die Bremsen

Auf die richtige Kühlung der bis 800 Grad heißen Bremsscheiben aus Carbon muss hier besonders geachtet werden. Permanentes Fahren im Windschatten kann zu unangenehmen Überraschungen - nämlich dem Verlust des Bremsdrucks - führen. Und mehr als auf anderen Strecken steigt durch die harten Bremsmanöver die Temperatur im Cockpit. Den Piloten wird also eine Extra-Portion Fitness abverlangt, zumal die Rennen entlang am Dutzendteich in der Regel immer harte Hitzeschlachten waren. Mercedes wie auch Audi werden ihre Autos mit den konstruktiv maximal möglichen Lüftungskanälen versehen.

Auf keinem anderen DTM-Kurs werden derart hohe Spitzentempi erreicht. Im vergangenen Jahr erreichte Mercedes-Pilot Bernd Schneider im Zeittraining vor der Grundig-Kehre ein Tempo von 257 km/h. Die Abstimmung muss so ausfallen, dass hier nicht nur auf das Maximum an aerodynamischem Grip verzichtet wird - der Heckflügel wird flacher eingestellt, und auch die so genannten Flics an der Front sind oftmals demontiert -, auch das Verhältnis der Fahrzeughöhe zwischen Vorder- und Hinterachse, der so genannte Rake, relativiert sich. Mercedes fuhr im Vorjahr mit allen Autos höhere Spitzentempi als die heimischen Audi.

Mit dem diesjährigen Typ R13 hat sich Audi allerdings auf diesem Sektor stark verbessert - auch mit Blick auf die Heimvorstellung im Fränkischen. Zudem ist der Norisring von seiner Fahrbahnbeschaffenheit ganz anders als herkömmliche Rennstrecken. "Die Piste über öffentliche Straßen hat den am wenigsten aggressiven Asphalt im DTM-Kalender", sagt Dunlop-Cheftechniker Michael Bellmann. Die Zusammensetzung des Asphalts enthält mehr Bitumen-Füllmaterial als Kiesel. "Hier könnte man die Renndistanz schon beinahe mit einem Satz Qualifikationsreifen durchfahren", scherzt Bellmann. Die extrem welligen Passagen erfordern ein wesentlich weicheres Set-up und zudem eine stärker in Richtung Hinterachse orientierte Gewichtsverteilung.

Apropos Renndistanz

Mit 74 Runden und einer Distanz von 170,200 Kilometern wird es das längste DTM-Rennen in der nunmehr 28 DTM-Rennen alten Geschichte des Norisrings. Darauf wird sich auch Audi-Star Tom Kristensen einstellen, der nach seinem schweren Unfall beim Auftakt in Hockenheim in Nürnberg sein DTM-Comeback geben wird. Mit null Punkten auf dem Konto ohne Chancen auf den Meistertitel, wird der 39-jährige Däne seinen beiden in der Meisterschaft führenden Abt-Teamkollegen Martin Tomczyk und Mattias Ekström volle Rückendeckung geben.

Bei Mercedes führt man nach Saisonsiegen klar mit 3:1 gegen Audi, nach Punkten liegt Titelverteidiger Bernd Schneider freilich mit 17,5 Punkten auf Tabellenrang drei. Die 2007er-Modelle des HWA-Teams wiegen derzeit 1.067 Kilogramm und liegen so drei Kilogramm unter ihrem Basisgewicht beim Saisonstart. Der diesjährige Audi bringt vier Kilogramm mehr auf die Waage. Hätten Tomczyk und Ekström zuletzt in Brands Hatch tatsächlich noch Bernd Schneider niedergerungen, betrüge die Gewichtsdifferenz - bei plus respektive minus sieben Kilo - 18 Kilogramm. Auf dem Norisring ein kaum zu knackendes Handicap.

Doch über die Gewichtseinteilung, die nach dem bei den Sportwarten außer Kontrolle geratenen dritten Lauf auf dem Lausitzring vor der DTM-Kommission zu einer nachträglichen Halbierung der Wechselgewichte (und der Punkte) führte, wird noch zu reden sein. Der DMSB geht davon aus, dass die Einstufung mit halbierten Gewichten zum vergangenen Lauf in Brands Hatch nur eine vorübergehende, einmalige Zuordnung war.

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