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Norwegen

Kein Verkaufsstopp für Benzin- und Dieselautos

Renault Twizy, Seitenansicht Foto: Rossen Gargolov 29 Bilder

Das norwegische Verkehrsministerium weist Medienberichte zurück, denen zufolge das Land Benzin- und Dieselautos ab 2025 verbieten will.

22.03.2016 Roman Domes

In keinem anderen europäischen Land wird die Elektromobilität so vorangetrieben wie in Norwegen. Dennoch sein kein Zulassungsstopp für Autos mit Verbrennungsmotor ab 2025 geplant, wie in zahlreichen Medien in den vergangenen Tagen berichtet wurde. Die Regierung wolle vielmehr zum Kauf von umweltfreundlichen Fahrzeugen ermutigen, zudem sollen weiter umweltfreundliche Konzepte gefördert werden.

Ab 2025 sollen in Norwegen nur noch E-Autos verkauft werden

In dem im März veröffentlichten „National Transit Plan“ für die Jahre 2018 bis 2029 forderte die Verkehrsbehörde, dass der Straßenverkehr in Norwegen klimaneutral werden müsse. Der Plan sieht vor, den Verkauf von Verbrennungsmotoren aller Art zu unterbinden. Ab 2025 sollten keinerlei neue Autos mit konventionellen Motoren, sprich Benzin oder Diesel, mehr verkauft werden.

Alle Neufahrzeuge sollten entweder rein elektrisch betrieben werden oder per Brennstoffzelle. Der Lieferverkehr wird von dieser Änderung ebenso betroffen sein, alle schweren Lieferwagen müssen elektrifiziert unterwegs sein. Für den Schwerverkehr wird die Regelung etwas aufgeweicht: Drei Viertel der Fernreisebusse und die Hälfte der Lastkraftwagen dürfen ab 2025 keine direkten Emissionen mehr verursachen.

Der Plan schließt außerdem auch den Schiffverkehr mit ein: Bis 2029 ist geplant, dass alle Schiffe im Kurzstreckenverkehr auf Biokraftstoff umgestellt werden – oder eben ganz ohne Emissionen auskommen.

Das Parlament muss noch zustimmen

Die durchaus gravierenden Änderungen sind aktuell aber noch nicht dingfest gemacht worden, dafür ist das Parlament zuständig. Die norwegische Regierung hat sich zum Ziel gesetzt, den gesamten Verkehr bis 2050 klimaneutral zu gestalten.

Zur Zeit fördert Norwegen den Kauf von Elektrofahrzeugen mit stattlichen Boni. In naher Zukunft sollen Nachteile wie etwa höhere Steuern für Benzin- oder Dieselmodelle noch weiter steigen – und diese so unattraktiv machen. Der Plan scheint zu funktionieren, 2014 wurden in Norwegen knapp 18.000 Elektroautos verkauft, bei nur fünf Millionen Einwohnern. Deutschland hat es im gleichen Jahr nicht geschafft, die Hälfte davon an willige Kunden zu bringen – bei 80 Millionen Einwohnern wohlgemerkt.

Förderung des Radverkehrs als nächster großer Schritt

Der „National Transit Plan“ sieht auch die Förderung des Radverkehrs vor: Knapp eine Milliarde Euro sollen in sogenannte Fahrrad-Autobahnen investiert werden. Ziel ist, dass die Pkw-Nutzung nicht noch weiter steigt und die Städte wieder etwas autofreier werden.

Davon sind auch die Besitzer von Elektroautos nicht ausgenommen. Nach der vollständigen Elektrifizierung soll sukzessive wieder höhere Parkgebühren anfallen und momentan noch präsente Vorteile wegfallen, wie etwa das Nutzen der Busspuren.

In unserer Bildergalerie stellen wir alle Elektroautos vor, die es zur Zeit in Deutschland zu kaufen gibt.

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