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Oberitalien im Mercedes R 500

Foto: Yörn Pugmeister 14 Bilder

Eingerahmt von drei Gipfelmassiven im Grenzgebiet zwischen Frankreich und Italien laden fünf Flusstäler mit engen, kurvenreichen Schotterpisten zu Offroad-Touren ein.

21.02.2008 Yörn Pugmeister

Bei wirklich klarem Wetter kann man im Piemont über 100 Kilometer weit in die Ferne schauen, wenn man aus der oft dunstigen Po-Ebene nach Westen fährt. Am schönsten ist der Ausblick von der Terrasse der "Locanda del Pilone" oberhalb von Alba, die sich hoch über dichten Reihen von Nebbiolo-Weinstöcken erhebt, aus deren Trauben später Barolo- oder Barbaresco-Rotweine werden.

Ganz weit im Südwesten der Region steht die Cima d’Argentera im Naturpark Seealpen, weiter nördlich erhebt sich der über 3.800 Meter hohe Monviso, Hausberg von Turin, in den Cottischen Alpen. Zwischen den beiden italienischen Gipfeln ragen die Spitzen der schon in Frankreich liegenden, 3.400 Meter hohen Aiguille de Chambeyron empor. Berge und Landschaften in dem nicht sonderlich großen, aber umso übersichtlicheren geografischen Dreieck sind beliebte Ziele von Kletterern und Wanderern. Doch die engen, oft geschotterten und kurvenreichen Pisten in dieser immer noch stillen, touristenarmen Bergwelt lassen sich auch mit Autos erkunden, sofern sie nicht völlig geländeuntauglich sind.

Unterwegs im R-Klasse-Kraftpaket

Ein Mercedes R 500 etwa qualifiziert sich mit reichlich Kraft aus seinem 5,5-Liter-V8 und dem serienmäßigen Allradantrieb für solche Touren, selbst wenn die 5,16-Meter-Langversion nicht unbedingt einen Ruf als kurvenwilliger Kletterer genießt. Dafür wartet sie mit Automatikgetriebe, hervorragenden Bremsen und jenem Komfort auf, den erschöpfte Bergsteiger nach einer anstrengenden Exkursion sehr genießen.

Fünf Täler führen von Osten hinein in diese Region Piemonts - die der Flüsse Stura und Grana, das Maira- und das Varaita-Tal und das des größten italienischen Flusses, des Po, der hoch oben auf der Pian del Re entspringt. Generelle Reiserichtung ist eigentlich immer von Osten flussaufwärts gen Westen. Süd-Nord-Ausflüge zwischen den Flusstälern sind schwieriger, zeichnen sich jedoch durch reizvolle, kurvenreiche Straßen und völlige Abgeschiedenheit aus.

Cuneo: Briatores Geburtsort

Ausgangspunkt der Tour ist Cuneo, die Stadt auf der Hochebene zwischen den Flüssen Stura und Gesso. Sie ist bekannter als Geburtsort des Formel 1-Playboys Flavio Briatore als wegen ihrer fast lückenlosen Arkaden über den Gehwegen der Via Roma, des Teatro Toselli oder der Kirche San Francesco aus dem 15. Jahrhundert. Auf der SS 21 geht es nach Demonte mit seinem rosa gestrichenen, herrschaftlichen Palazzo communale, dann nordwestlich durch das Vallone dell’ Arma zum Colle di Valcavera. Wenige Schotter-Kilometer östlich liegt der Ort Castelmagno im Grana-Tal, wo alljährlich am 19. August des Heiligen Magno gedacht wird. Gefeiert wird nach der Wallfahrt gern in der "Trattoria dei Cacciatori": Geschmortes Kaninchen und Kalbfleisch in Weißwein sind dort die Spezialitäten, dazu ein Barbera aus den Hügeln des Montferrato.

Ein Schotterweg führt hinter Castelmagno nach Norden durch das Vallone di Mármora. In diesem einsamen Gebiet mitsamt dem verlassenen Weiler Tolosano, vernagelten Türen und leeren Ställen leben gerade noch 25 Menschen. Bei Ponte Maira beginnt das gleichnamige Tal - wir fahren nach Osten. Nach neun Kilometern wählen wir ziemlich unbefestigte Wege über Soglio und Paglieres nach Combamala und San Damiano, weiter dann auf gutem Teer in den zehn Kilometer östlich gelegenen Ort Dronero. Beim Bau der eindrucksvollen historischen Brücke über den Fluss soll der Sage nach ein Teufel Hand angelegt haben.

Wenige Kilometer entfernt steht "La Torrazza", ein alter Wehrturm, von dem aus Rauch- und Lichtsignale an Empfänger entlang der mittelalterlichen Via Nera gesendet wurden.

Mitten rein in Droneros Altstadt

Parken dort ist schwierig, am besten das Auto vor der neuen Brücke von 1912 abstellen. Hier lohnt sich ein Rundgang und ein Besuch im "Ristorante Cavallo Blanco". Besonders delikat ist Vitello tonnato - Kalbfleisch mit Thunfischsauce - als Vorspeise, dann gemischtes, gekochtes Fleisch mit grüner Sauce, dazu einen Nebbiolodi-Dronera-Wein, zum Abschluss eine Zabaione con bacche (Weinschaum mit Beeren) und einen feinen Grappa aus dem Kaminglas. Derart verwöhnt, sollte man im Haus mit den herrlich altmodischen Zimmern am besten gleich sein Nachtquartier aufschlagen.

Wer Dronero, seine Geschichte und seine piemontesische Küche auslassen möchte, kann sich wenige Kilometer hinter Ponte Mármora auf der SS 21 auch direkt nach Norden schlagen. Hinter Bassura geht es auf unbefestigten Wegen ruppig bergauf nach Cucchiales, von dort weiter über Sant’ Anna und Sodani nach Sampeyre.

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