Offroad-Challenge 2010: Letzte Endrundenteilnehmer stehen fest

Offroad-Challenge 2010, Mercedes G

Petrus hat ein Herz für Offroader. Wie ist es sonst zu erklären, dass der letzte Vorentscheid der auto motor und sport Offroad-Challenge bei fast perfektem Wetter stattgefunden hat?

Über Bayern, genauer über Langenaltheim - GPS-Koordinaten: N 48° 53` 33“ O 10° 58`05“ - schien der Stern zwischen leichten Wolken hindurch und wärmte den Steinbruch bei Solnhofen gerade so weit an, dass die Continental-bereiften Mercedes-Allradler und ihre Besatzungen ohne hitzebedingte Schweiß-Ausbrüche ihr Bestes geben konnten. 

Wer darf zum Offroad-Finale nach Texas?

Das Gelände des Offroad-Park Langenaltheim ist ohnehin fordernd genug, nicht umsonst finden hier Läufe zur deutschen Geländewagenmeisterschaft statt und treffen sich die Mitglieder des Unimog Clubs, um ihren Universal-Motor-Geräten mal adäquates Terrain zum Spielen bieten zu können. Ein idealer Ort also, um drei Gewinner für die Offroad-Challenge-Finalrunde in Texas herauszufiltern.  

20 auto motor und sport-Leser - darunter immerhin zwei Damen - kreuzten am 4.September die Klingen, freilich nicht ohne kräftig in die Materie Geländewagenfahren eingewiesen worden zu sein. Ein Grundlehrgang Offroad-Theorie gehört zu jeder Vorrunde, denn das Teilnehmerfeld war wie üblich äußerst inhomogen. Absolute Allrad-Novizen sind ebenso vertreten wie Hobby-Trial-Fahrer, die Bandbreite der Erfahrung ist groß. André Zänker und sein Team vom Verkehrssicherheitszentrum Sachsenring und Rennfahrerinnen-Ikone Ellen Lohr waren daher bemüht, den Wissensrückstand der Neulinge in einem theoretischen Offroad-Grundkurs zu verringern. Wer hier gut aufgepasst hat, konnte später im theoretischen Teil des Abschluss-Wettkampfes den einen oder anderen Strafpunkt aus dem Geschicklichkeits-Parcours wieder auswetzen. 

Mit Mercedes G, GLK, ML und GL über Stock und Stein

Zu viel Theorie ist andererseits auch nicht gut, denn zum Aufgabenbüffeln kommt niemand in einen Steinbruch. Von der ersten Minute hingen an den fein aufgereihten Mercedes-Geländewagen 20 Augenpaare. "Schlüssel-her-wir wollen-fahren", war darin zu lesen. Und zum Fahren kamen die Herrschaften dann auch, und zwar ausführlich. Zunächst auf einigen Einführungsrunden durch das Gelände, dann in den verschiedenen Sektionen. An Lob wurde nicht gespart, offenbar ist der Fahranteil bei der Offroad-Challenge nach Aussage einiger Teilnehmer höher als bei vergleichbaren Veranstaltungen.

Höher und immer höher ging es bei einer der beliebtesten Übungen, der Steilanfahrt. Hier gilt es, einen enormen Hügel mit gut 30 Grad oder 70 Prozent Steigung zu erklimmen. Ein Spaziergang im Mercedes G-Modell, der knorrige Ur-Allradler fühlt sich hier so wohl wie ein Säugling an der Mutterbrust. Aber auch der Mercedes ML, ausgerüstet mit dem hauseigenen Offroad-Paket, kraxelte den Steilhang so locker hinauf wie der Yeti den Himalaya. Die Teilnehmer konnten es angesichts der Reifenwahl kaum glauben, denn der Conti 4x4Contact ist ein Reifen, der für die Straße und nur leichtes Gelände entwickelt wurde.

Ellen Lohr gibt wichtige Fahrtipps

Leicht ist in Langenaltheim aber bestenfalls die Zufahrt zum Offrad-Park. Selbst in den glitschigen Wasserdurchfahrten ließen die Pneus die Piloten nicht baden gehen. Lediglich einen Plattfuß gab es auf der Veranstaltung zu beklagen, obwohl die Steinplatten, auf denen viele Übungen gefahren wurden, Bruchkanten aufweisen, mit denen man sich rasieren könnte. Aber diese Panne kam mit Ansage und es war kein Leser für den geschlitzten Reifen verantwortlich, jedenfalls nicht direkt.  

Ellen Lohr stand für schnelle Demofahrten mit Teilnehmern als Co-Piloten ein Mercedes GLK zu Verfügung. Also eines jener Autos, die gern als Boulevard-Offroader missverstanden werden. Ellens Verständnis für Mercedes jüngsten Geländegänger ist dagegen ein ganz anderes. Sie war hart zu ihm und schnell war sie auch.

Einige Befahrer stiegen buchstäblich erschüttert wieder aus dem verkannten Kleinen aus - das so etwas mit einem GLK möglich ist, unglaublich. Stefan Roos brachte es auf den Punkt: "Egal wie wir hier heute abschneiden, wir gehen alle als Gewinner nach Hause". Ellen hat es nicht gehört, sie war schon auf der nächsten Runde. Der Plattfuß an ihrem Auto kam wirklich mit Ansage. 

Finale der Offroad-Challenge winkt

Ab 16 Uhr begann sich die Stimmung der Teilnehmer ein wenig zu wandeln, es kam ein gewaltiger Schuss Ernsthaftigkeit hinzu. Nun starteten die Fahrten durch den Geschicklichkeits-Parcours und die Fragebögen wollten ausgefüllt werden. Plötzlich ging es um etwas, die Abschlussrunde nach Texas winkte am steinigen Horizont. Der Parcours war eng gesteckt, die Konzentration enorm und es war ein langer Tag, da kommen Flüchtigkeitsfehler vor. Sascha Westpfahl: "Ich mache mir keine großen Hoffnungen, aber egal, ich hatte meinen Spaß." Er belegte am Ende den undankbaren vierten Rang.

Harald Mikula hatte mehr Glück, fand die bessere Linie durch die Stangen: Rang 3. Noch besser machte Karlheinz Itzel seine Sache, kein Wunder vor einigen Jahren ist er noch bei Trial-Wettbewerben mitgefahren: Rang 2. Ganz vorn steht zum Schluss Peter Schmid. Selbstverständlich, möchte man sagen, denn er geht in seiner Freizeit bei Allrad-Wettbewerben an den Start. Bei der Offroad-Challenge sind also tatsächlich Deutschlands beste Offroader am Start.  

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Christian Bangemann

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