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Offroad-Challenge 2011

Erste Vorausscheidung

06/11 Offroad-Challenge 2011, Vorausscheidung Nürburgring Foto: Beate Jeske 27 Bilder

In den Staub mit Euch. Die ersten 20 Wettbewerbs-Aspiranten treffen sich Anfang Juni
im Camp4Fun, in der Nähe des Nürburgrings.

07.06.2011 Christian Bangemann

Die letzten Frühlingstage fallen in der Eifel üblicherweise ganz schön grimmig aus. Kalte Morgennebel sind ebenso typisch, wie erfrischender Landregen, der für bodenlosen Schlamm sorgt. Aber es gibt Ausnahmen, denn wenn die Vorentscheidung zur Offroad-Challenge läuft, ist das Wetter eben nicht typisch, sondern gut. Statt Gummistiefeln sind Sonnenbrille und Shorts angesagt, statt schlammverkrusteter Schuhe, staubige Gesichter. Genau so erleben die ersten 20 auto motor und sport-Leser, die sich um die Krone des besten Offroaders in Deutschland bewerben, den Vorentscheid im Camp4Fun, auf der Suche nach Deutschlands bestem Offroader.

Teilnehmer mit viel Selbstbewusstsein

Sie versammeln sich am 4. Juni an den Koordinaten: N 50°20′39.5″, E 06°59′36.9 und werden hier von auto motor und sport, Mercedes und Continental willkommen geheißen. Mercedes stellt wie üblich die Fahrzeuge, Conti bereift sie griffig, und das Team der Redaktion wird kräftig von den Experten des Fahrsicherheits-Zentrums am Sachsenring unterstützt. Die haben sich erneut ein paar feine Aufgaben für die Top-Geländegänger in Warteposition ausgedacht. Ein weiterer Trumpf vor Ort ist Ellen Lohr, die als Offroad-Profi Stammgast der Dakar ist und ein wenig von ihrer Rallye-Erfahrung an die Teilnehmer weitergeben möchte. Aber nur drüber reden ist nicht ihre Sache und daher wird sie kräftig ins Lenkrad greifen, Gas geben und mit einem GLK als Renntaxi durchs Gelände hämmern – wer mag darf mitfahren. Alle mögen.

Die Motivation, die Challenge zu bestreiten, ist so unterschiedlich wie die Teilnehmer und Teilnehmerinnen selbst. Tatsächlich, zwei Damen zieren das Feld, beide sind ein wenig trotzig. Sonja Böske: "Ich mache mit, weil ich bockig bin. Warum wird der beste Fahrer gesucht und nicht etwa die beste Fahrerin? Ich liebe Autos und Autos lieben mich. Deshalb werde ich die beste Offroad-Fahrerin."

Auch Tina Huss ist bis in die Haarspitzen motiviert. Sie will die anderen Teilnehmer kräftig überraschen. Allerdings geben die sich ebenfalls selbstbewusst. Oliver Söll beispielsweise imitiert seit Jahren eine Bergziege, wenn er mit seinem Allrad-Pickup unterwegs ist – behauptet er zumindest. Burkhardt Schloßhauer dagegen glaubt der beste Offroad-Fahrer zu werden, "...weil ich es kann". So seine knappe Ansage. Wir werden sehen.

Durch das Schlammloch müssen sie alle durch

Zunächst müssen alle in die Offroad-Theorie und die technischen Besonderheiten der Fahrzeuge eingewiesen werden, so versucht André Zänker – Zeremonien-Meister der Offroad-Challenge und oberste Instanz bei allen Fragen rund um die Fahraktionen – die 20 Aspiranten auf einen Wissensstand zu bringen. Natürlich gelingt dies nur bedingt, denn alte Schlamm-Hasen und junge Staub-Novizinnen drücken gleichermaßen Andrés Schulbank. An ihr führt, auf dem Weg zum Zündschlüssel, kein Weg vorbei, und an den Schlüssel will jeder dringend ran.  Auch wenn das fremde Gelände zunächst gemeinsam erkundet wird. Pärchenweise klettern die Noch-Fremden ins Auto – die Mädels nennen sich Team Pink. Beide sind noch nie im Gelände gefahren und haben dennoch viel Spaß daran auf den Pisten durchgeruckelt zu werden. Den haben die übrigen 18 auch, selbst wenn sie schon seit Jahren am Offroad-Virus leiden, wie Frank Treppner, der seinen Volvo Lappländer – ein seltenes Oldtimer-Allrad-Schätzchen  - artgerecht abseits der Straße bewegt. Denn der Offroad-Park ist vielfältig, steile Anstiege, heftige Gefälle, kniffelige Trail-Passagen, schräge Verbindungs-Etappen und – das muss sein – ein schönes, tiefes, schlammiges Wasserloch, ach was Wasserbecken. Da müssen sie später alle durch, dass ist schnell klar, die meisten freuen sich darauf, wie Kinder auf den Nikolaus.

Als es dann so weit ist, weicht die Freude ernsthafter Konzentration, denn das Becken gehört zum Wertungsparcours. Und mittendrin schwimmen, anmutig als Tor drapiert, zwei Pylonen auf kleinen Flößen. Wer die mit seiner Bugwelle umschubst oder mit dem Auto selber abräumt, kassiert Strafpunkte – also schön piano durchschleichen. Aber auch nicht zu langsam, denn für den Parcours gibt es ein Zeitlimit. Wer es überschreitet bekommt Strafpunkte, was natürlich auch für das Auslassen eines Tores im Trail-Parcours und das Umfahren einzelner Stangen gilt. Patzer können bei einer Theorie-Prüfung zum Teil egalisiert werden und eine kleine Übung zum Rückwärtsfahren bildet das letzte Zünglein an der Waage.

Der Kurs fordert seine Opfer

Der Erste, der mit dem Mercedes G-Modell durch die Stangen tanzt ist Sascha Singer. Für Ihn ist die Fahrt allerdings schon nach zwei Minuten zu Ende, weil er falsch abbiegt und gleich fünf Tore auslässt, Pech. Dabei hatte er sich den Kurs während der Begehung doch ganz genau einprägen wollen. "...aber dann kam mir irgendwie die Kaffeepause dazwischen und die Konzentration war dahin." diktiert er in den Block des Chronisten. Die übrigen Teilnehmer sind gewarnt. Aber auch sie fahren nicht fehlerfrei, Stangen werden reihenweise touchiert, manche derart brutal umgefahren, dass sie ausgewechselt werden müssen. Dann kommt Burkhardt Schloßhauer an die Reihe, meistert den Kurs ohne Makel und bleibt locker in der Sollzeit – er bekommt Szenen-Applaus. Ein schönes Zeichen, denn statt erbittertem Konkurrenzdenken herrscht eine entspannte, fast freundschaftliche Stimmung, einige Teilnehmer tauschen sogar Tipps aus, wie der Kurs möglichst fehlerfrei zu bezwingen ist. Aus den Noch-Fremden sind Fast-Freunde geworden.

Burkhardt Schloßhauer, der Range Rover-Fahrer und Offroad-Club-Gründer mit dem markanten Funktionshosen-Beinkleid und dem Zippo-Feuerzeug in der Gürteltasche macht am Ende das Rennen, dicht gefolgt von Frank Treppner, dem Mann mit der Lappländer-Erfahrung. Als dritter im Bund der Reisegruppe Ungarn/Balaton – hier findet das Finale der Offroad-Challenge 2011 im Oktober statt – meldet sich Björn Hessler mit einer formidablen Leistung zwischen den Trial-Stangen. Und die Damen? Sonja Böske erreicht ihr persönliches Ziel fast und wird zweitbeste Offroadfahrerin in diesem Vorentscheid, sie liegt zwei Plätze hinter Tina Huss. Beide haben das breite Herrenfeld erfolgreich vor sich hergetrieben und denken an eine Revanche in 2012. Sie haben Blut, nein, Staub geleckt.

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