Offroad Challenge 2011: Letzte Vorausscheidung vor dem Finale

Offroad Challenge 2011, letzte Vorausscheidung in Kallinchen

O 13° 16‘ O“ N 52° 18‘ 0“ - so lauten die GPS-Koordinaten der dritten und letzten Vorausscheidung für Deutschlands beste Offroad-Fahrer. Die drei besten Fahrer werden das Finale bestreiten.

Wer mit einem normalen Navigationsgerät unterwegs ist, gibt Teltow Fläming Ring, Straße zur Försterei in 15806 Zossen, Ortsteil Kallinchen ein. So kompliziert die Adresse, so klar der Auftrag: 20 Teilnehmer wollen hier aufs Treppchen, ein begehrtes Ticket zur Endausscheidung der Offroad-Challenge von auto motor und sport gewinnen. Dann geht es nämlich nach Ungarn. Dorthin, wo die drei mal drei Vor-Finalisten endgültig um die Krone rangeln. Finalisten, richtig. Wobei - in den Vorausscheidungen wühlen durchaus auch mal Offroad-Interessierte Damen durch Sand, Schotter und Modder. Auch in Kallinchen sind drei von ihnen am Start.

Drei der 20 Teilnehmer kommen weiter

Drei von eigentlich 18, denn zwei Teilnehmer stranden kurz vor der Ankunft, eine davon, weil sie ihren Führerschein nicht finden kann. Und der ist zwingend nötig, um sich in den Offroad-Clinch zu begeben. Doch die Organisation ist ebenso flink wie flexibel, ruck zuck ist Ersatz gefunden, unter anderem in Person einer mitgereisten Ehefrau. Überhaupt die Vorgeschichten: Sandra Hinz etwa, die von ihrem Bruder angemeldet wurde. Nicht nur sie - er versucht regelmäßig, die ganze Familie bei der Offroad-Challenge unterzubringen. Im letzten Jahr gelang ihm dieser Coup schon mit seiner Mutter, diesmal ist die Schwester dran. Sie hat Spaß an den Übungen, genießt es "mal mit so tollen Autos auf so einer Klasse Strecke zu fahren und Offroad etwas dazuzulernen".

Erstaunlich, was die Mercedes-SUV können, speziell der dicke GL

Klasse Auto - gutes Stichwort. Die Einsatzwagen stammen von Eventpartner Mercedes-Benz und hören auf die Namen G, GL und GLK. Womit klar ist, dass hier die ganze SUV-Bandbreite durchs Unterholz bricht: Vom harmlos erscheinenden Kompakten über den Maxi-Offroader bis zum heißgeliebten Allrad-Urgestein mit seinen Extra-Differenzialsperren und der kantigen Hardcore-Gestalt.

Besonders aber wundert die Teilnehmer, wie behände der 2,6 Tonnen schwere GL durch den märkischen Sand pflügt. Ja sogar sachte und millimetergenau rangieren klappt, während sich die Insassen ins handschuhweiche Leder kuscheln. Auf der Piste wird nicht gekuschelt, wie Ex-DTM-Pilotin und Rallye-Profi Ellen Lohr den Teilnehmern beim Briefing vor dem Start klar macht. Besonders am Herzen liegt ihr dabei die korrekte Sitzposition. "Wer mit gestreckten Armen hinterm Lenkrad hockt, kann sich dieselben bei einem heftigen Aufprall wunderbar teleskopieren."

Während die Zuhörer noch den Gruselschauer verdauen, bittet sie Offroad-Zeremonienmeister André Zänker auf den Sandparcours. Beginnend mit eine kniffligen Fahrt durch den weitläufigen Wald enden schließlich alle auf einer großen Sandfläche mit welligen Stücken, Schrägfahr-Hang und Verschränkungspassagen. Mehr als genug Gelegenheit also, mit Autos und Sand warm zu werden.

Schnell bilden sich verschworene Teams

Und natürlich mit seinem Fahrpartner. Obwohl ja eigentlich Gegner beim Kampf ums Ungarn-Ticket, bilden sich schnell verschworene Gemeinschaften - etwa die von Tobias Rädel und Michael Voß, zwei Nordlichter. Sie kennen sich gerade zehn Minuten, es scheint aber wie zehn Jahre. Mindestens.

Während Voß auf die V8-Power seines CLK Cabrio steht, ist Rädel sogar Mitglied in einem Mercedes G-Modell-Club. "Ist das geil", entfährt es Voß, als sich der GL mit Hilfe der Elektronik aus einer anscheinend ausweglosen Situation befreit. "Unglaublich, was diese Riesenkiste kann, und das mit den normalen Reifen." Genau, obwohl mit normalen Continental-Strafenreifen versehen, wühlen sich sämtliche Mercedes ohne Probleme durch den weichen Sand. Und als Tobias Rädel nach dem Fahrerwechsel seine Offroad-Erfahrung ausspielt kommentiert er das ironisch mit: "Ich kenne das Gelände, ich bin hier geboren."

Am Ende wir es dann doch noch ernst

Ob in Kallinchen geboren oder nicht, am Schluß wird es nochmal richtig ernst. 15 Fragen zur Theorie sind zu beantworten, schwere Fragen wie das durchwachsene Ergebnis zeigt. Sodann geht es auf den Prüfungsparcours. Der muss in höchstens fünf Minuten bewältigt werden ohne dabei die Begenzungsstangen zu berühren. Passiert es doch, fällt ein Ball herunter und es hagelt Strafpunkte.

Marcus Schmalz holt keinen und sich damit Platz zwei in der Gesamtwertung. Nur geschlagen von Ralf Radtke, der zwar einmal reißt, dafür in der Zusatzwertung Rückwärtsfahren die Bestnote holt. Dritter wird Steffen Müller.

Von diesen drei Herren wird man noch hören. Spätestens beim Finale in Ungarn wo sie auf die Konkurrenz der Vorausscheidungen vom Nürburgring und aus Langenaltheim treffen.

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Jörn Thomas

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