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Offroad-Challenge 2013, Finale

Der Tag der Entscheidung

Offroad Challenge 2013, Finale Foto: Dino Eisele 17 Bilder

Die neun Finalisten der Offroad Challenge 2013 mussten ihr ganzes Können bei der Abschlussveranstaltung in Österreich beweisen. Am Ende kann es nur einen Sieger geben. Wie die acht Männer und die eine Frau abgeschnitten haben, verrät das Resümee.

08.11.2013 Henning Busse

Der Magen tanzt wie ein Gummiball. Doch man erträgt es mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Schließlich erlebt man das Spektakel nicht alle Tage, wie ein Mercedes G-Modell im rasanten Tempo einen Steilhang heruntersaust. Die neun Finalisten der Offroad-Challenge 2013 genießen die Abfahrt in vollen Zügen vom Beifahrersitz aus. Noch können sie sich zurücklehnen, denn dieser Programmpunkt zählt nicht zur Prüfung, sondern gehört mit zum Rahmenprogramm der Veranstaltung – quasi zur Einstimmung auf das, was folgt.

Bevor Deutschlands bester Offroad-Fahrer gekürt wird, dürfen die Finalisten die Produktionsstätte des G-Modells im österreichischen Graz besichtigen und ihre Runden mit dem Geländewagen auf dem legendären Testgelände "Schöckl" drehen – ein Berg der Offroad-Herzen höher schlagen lässt. Kaum einer denkt noch an das Finale, das am nächsten Tag nicht weit von Graz entfernt in den Bergen rund um Spielberg stattfindet. Noch nicht!

Knifflige Aufgaben warten auf die Teilnehmer

Am nächsten Morgen sieht die Sache anders aus, vielen steht die Anspannung ins Gesicht geschrieben – und das zu Recht. Bereits zum vierten Mal veranstaltet auto motor und sport zusammen mit Mercedes dieses Offroad-Event und jedes Jahr verlangt das Instruktoren-Team um André Zänker den Teilnehmern alles ab. So trainieren die Finalisten zum Beispiel den Blindflug mit einem Mercedes GLK. Sie dürfen sich einen Streckenabschnitt kurz einprägen und müssen danach den Parcours mit verbundenen Augen bewältigen – es kommt dabei auf die Orientierung an.

"Das ist völlig abstrakt", sagt Claus Madloch. "Hier muss man sich voll auf sein Gefühl verlassen." Fehlerfrei schafft niemand die Prüfung an diesem Tag Ende Oktober, doch einige kommen sehr weit, weil sie den Untergrund quasi wie eine Karte lesen. Jeder Hügel, jede noch so kleine Kuhle wird als Einlenk- oder Bremspunkt vermerkt.

Wer jetzt denkt, dass dies schon den schwierigsten Teil des Finales darstellt, der ist auf dem Holzweg. Es geht noch schlimmer: Bei einer anderen Wertung müssen die Akteure mit der M-Klasse einen bewaldeten Hang bezwingen, der steil nach oben geht. Damit alle auch wirklich gefordert sind, gilt es, einen engen Parcours zu meistern – begrenzt von Pylonen und Stangen, die jeweils von Kugeln gekrönt sind. Fällt eine zu Boden, gibt es zwei Strafpunkte. Eine umgefahrene Pylone oder Stange bedeuten gleich vier Fehlerpunkte auf dem Konto. Und dann war da noch das randvoll gefüllte Glas Wasser auf der Motorhaube. Nicht nur die Stangen, Pylonen und Kugeln sind mit Vorsicht zu behandeln, bei der Fahrt darf obendrein nur so wenig wie möglich vom Inhalt des Glases verlorengehen. "Eine Null-Fehler-Fahrt ist hier nicht möglich", spricht Lars Heuer aus, was einige der Gruppe nur denken.

Nicht nur praktische, sondern auch theoretische Prüfungen stehen an

Als knifflig erweist sich auch die Prüfung mit dem G-Modell. Sie besteht aus einem Parcours mit Stangen und Pylonen, die wieder einmal von Kugeln gekrönt sind. Nichts Neues – sollte man meinen. Doch auch hier sind Hürden eingebaut worden, wie Holger Kirschbaum feststellt: "Im hohen Gras kann man kaum die Stangen erkennen." Das macht es für die Finalisten schwierig, den Kurs zu meistern. Mehr noch: Die zulässige Höchstgeschwindigkeit beträgt 16 km/h. Wer zu schnell ist, kassiert Strafpunkte. Das setzt der Prüfung die Krone auf.

Viele pusten erst einmal kräftig durch, als Ihnen die verschiedenen Wertungen erklärt werden. Mit den Prüfungen in den Vorausscheidungen hat das nichts mehr zu tun, das Niveau fällt deutlich höher aus, ist die einhellige Meinung. Und so soll es auch sein, schließlich treten hier im Finale die besten Teilnehmer der Vorrunde gegeneinander an. Auf dem Programm stehen auch Wertungen aus der Theorie, die auf den ersten Blick einfach erscheinen. Doch einen genauen Winkel zu schätzen, kann ganz schön schwierig sein. Ebenso haben es die zu beantworteten Fragen in sich: Unter Zeitdruck werden zum Beispiel Fragen nach der Bedeutung der Wattiefe gestellt oder zur Formel, die man benötigt um eine Steigung von Prozent in Grad umzurechnen.

Offroad-Challenge 2013 - Der Sieger steht fest

Einen ganzen Tag zeigen die neun Finalisten, was in ihnen steckt. Dann als der Abend hereinbricht, ist der Wettkampf vorüber. Gespannt wird die Siegerehrung erwartet. Keiner möchte eine Prognose abgeben, wo er sich im Klassement befindet. Am Ende zeigt sich Lars Heuer von seinem Sieg überrascht. Ähnlich geht es Friedemann Bader, der den zweiten Platz belegt und Holger Kirschbaum auf dem dritten Rang.

Und wie hat die einzige Dame im Feld abgeschnitten? Eva Hass zeigte viel Engagement während der Prüfungen und landet am Ende auf dem vierten Platz. Für viele ist das der undankbare Rang, aber nicht für Haas. Ihr war die Freude über die gute Platzierung anzusehen. Und das zu Recht, auch wenn sie die Challenge nicht gewinnen konnte, kann man ihr einen Titel nicht nehmen: Sie ist derzeit Deutschlands beste Offroad-Fahrerin.

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