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Offroad-Challenge 2014 Finale der Leserfahraktion

30 Leser im Gelände

ams Offroad Challenge 2014 Foto: Dino Eisele 22 Bilder

30 Teilnehmer kämpften bei der diesjährigen Offroad Challenge in Österreich um die Krone: neun Frauen, 21 Männer. Und wer hatte die Nase vorn? Sagen wir mal so: Das Ganze endete mit einer echten Überraschung.

07.11.2014 Henning Busse

Er war nur hergekommen, um Spaß zu haben. Mehr nicht. Dann passiert es. Irgendwann im Laufe dieser Challenge hat ihn der Ehrgeiz gepackt. Mit maximaler Konzentration geht er in die Übungen, ist ruhig, aber auch selbstkritisch. Beweist Übersicht und Kontrolle. Da passt alles. Am Ende zeigt es auch das Ergebnis: Bernhard Geistbeck ist der Sieger der diesjährigen Offroad Challenge, die auto motor und sport gemeinsam mit Mercedes bereits zum fünften Mal veranstaltete. Bei der Ehrung platzt es aus dem sonst eher ruhigen Mann aus Heidenheim heraus, er reißt die Arme hoch und springt vom Tisch auf.

Offroad Challenge 2014 4:53 Min.

Erstmals eine Frau auf dem Treppchen

Noch Minuten nach der Siegerehrung der Offroad Challenge steht er da, dauergrinsend, hält den Pokal mit seinen Händen fest umschlossen, als wolle er ihn nie wieder loslassen. Ob er die Gratulanten bewusst wahrnimmt, die auf ihn zustürmen? Eher nicht, so sehr ist er damit beschäftigt, zu verarbeiten, was gerade geschehen ist. "Ich sollte ihm noch mitteilen, dass das Auto schon sehr bald vor seiner Tür steht", sagt Mercedes-Pressesprecher Christian Anosowitsch und grinst dabei in die Runde der Crewmitglieder, die etwas abseits des Trubels stehen. Es geht um den Kompakt-SUV GLA, den Geistbeck ein halbes Jahr lang auf Kosten von Mercedes fahren darf - dazu gibt’s einen Tankgutschein in Höhe von 2.000 Euro.

Klammheimlich hätte sich am liebsten Sandra Schottenhamml aus diesem Trubel geschlichen. Der Schwandorferin war es fast schon peinlich, dass ihr ebenfalls alle gratulieren wollten. Noch eine große Überraschung. Erstmals in der fünfjährigen Geschichte der Offroad Challenge stand eine Frau auf dem Treppchen. Entsprechend groß war bei der Verkündung ihres Namens der Jubel aller Teilnehmer - besonders der acht anderen Frauen, die ebenfalls bei der Veranstaltung an den Start gegangen waren.

Zusammenhalt. Ja, der war auf der Veranstaltung zu spüren. Die Offroad Challenge hat wildfremde Menschen innerhalb von drei Tagen zusammengeschweißt, aus ihnen eine Gruppe, ein Team gemacht, das sich half und anfeuerte bei den Prüfungen. Von Konkurrenz keine Spur. "Zu meinen zehn schönsten Dingen im Leben gehört diese Veranstaltung", sagt Isolde Braun.

Vorausscheidung auf dem Offroad-Testparcours Schöckl

Am Donnerstag waren alle noch Unbekannte, als sie sich in der Produktionsstätte des Mercedes G-Modells im österreichischen Graz trafen und ihre Runden mit dem Geländewagen auf dem legendären Testparcours Schöckl drehten - ein Berg, bei dem Offroad-Fahrer vor Freude mit der Zunge schnalzen. Dann stand am Freitag die Vorausscheidung an. Bei dieser Veranstaltung geht es nicht nur um die Gelegenheit, die von Mercedes bereitgestellten GLK sowie Modelle der G- und M-Klasse ausgiebig im Gelände zu testen – hier geht es auch um den Wettbewerbsgedanken. Doch als die Prüfungen in den Bergen um Spielberg starten, als quasi der Ernst der Veranstaltung beginnt, wächst die Gruppe zusammen. "Wir sind doch hier, um Spaß zu haben", spricht Henning Jauch allen aus der Seele.

Von den 30 Teilnehmern der Offroad Challenge können sich nur 10 für das Finale am Samstag qualifizieren. 3 Prüfungen sind jedoch zuvor abzulegen. Dabei fallen die Taktiken sehr unterschiedlich aus. Die Hilfsbereitschaft der Männer untereinander ist vorhanden, hat aber ihre Grenzen. Die Frauen sind da anders, sie setzen auf Teamwork. Petra Dreßen und Heike Engwicht etwa tauschen sich vor der G-Wertung aus, wie man am besten durch den Parcours kommt, ohne eine Stange umzuwerfen. Bei Dreßen hat sich das Coaching besonders gelohnt, sie belegt in dieser schweren Prüfung den achten Rang.

Harte Anforderungen im Finale

Am Abend stehen die Offroad Challenge-Finalisten für Samstag fest - neun Männer und eine Frau. Auf sie wartet ein anspruchsvolles Programm. Mit dem Mercedes GLK müssen sie zum Beispiel auf einem Streckenabschnitt den Blindflug proben, was sogar einige schaffen. Es wird noch schwieriger: Bei der M-Wertung steuern die Akteure den großen SUV einen steilen bewaldeten Hang hinauf, der begrenzt ist von Pylonen und Stangen, die jeweils von Kugeln gekrönt sind. Fällt eine zu Boden, gibt es zwei Strafpunkte. Eine umgefahrene Pylone oder Stange bedeuten gleich vier Fehlerpunkte. Und dann ist da noch das randvoll gefüllte Glas Wasser auf der Motorhaube. Bei der Fahrt darf nur so wenig wie möglich vom Inhalt verloren gehen. Mit null Fehlern hier durchzukommen ist äußerst schwierig.

Als knifflig erweist sich auch die G-Prüfung. Sie besteht aus einem Parcours mit Stangen und Pylonen, die ebenfalls mit Kugeln gekrönt sind. Hier liegt die Schwierigkeit im unübersichtlichen Gelände und den unterschiedlichen Bodenverhältnissen. Mehr noch: Die zulässige Höchstgeschwindigkeit beträgt 16 km/h. Wer zu schnell ist, fällt durch diese Prüfung, was gleich der Hälfte der Offroad Challenge-Akteure passiert. Vor allem für Patrick Baur ist das bitter. Wäre er langsamer gefahren, er hätte besser abgeschnitten als Rang drei, vielleicht sogar gewonnen.

Statt sich zu ärgern, zeigt der Neustettener aber Sportsgeist: "Hauptsache dabei." Ein Beweis für den Spaß in der Gruppe. Egal wie man abschnitt, alle freuen sich - selbst die Ausgeschiedenen, die sich mit einem Rahmenprogramm die Zeit bis zur Siegerehrung vertreiben. Am Ende fühlen sich alle Teilnehmer der Offroad Challenge wie Gewinner.

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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