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Oldtimer-Auktion in Scottsdale

US-Trend - Breitbau-W126-S-Klasse gefragt

01/2016 - Auktion Scottsdale RM Auctions, Proll-Kisten, mokla0116 Foto: RM Auctions 57 Bilder

In Scottsdale/Arizona tobt im Januar der Auktions-Bär - mehrere Tausend mehr oder weniger gut erhaltene Klassiker werden versteigert. In diesem Jahr sind uns ein paar Autos aufgefallen, die noch vor ein paar Jahren als "Proll-Karren" tituliert worden wären. So zum Beispiel Mercedes S-Klassen mit Breitbau-Karosserie-Kits oder Porsche 911 Flachschnauzer.

27.01.2016 Kai Klauder Powered by

In der letzten Januar-Woche gibt es ein riesiges Spektakel in und um die Stadt Scottsdale. Die großen internationalen Auktionshäuser - die meisten davon in den USA beheimatet - bieten ebenso Hochkarätiges wie von der heißen kalifornischen Sonne Gegerbtes zum Kauf an. RM Auctions ist auch mit einer großen Auktion dabei und bietet am 28. und 29. Januar mehr als 150 Autos an. Ein Trend zu den zweifelhaften Proll-Kisten der 80er-Jahre ist in diesem Jahr kaum von der Hand zu weisen. Wir stellen einige der Autos vor.

01/2016 - Auktion Scottsdale RM Auctions, Proll-Kisten, mokla0116Foto: RM Auctions
Shelby Cobra, nach Dragonsnake-Spezifikationen aufgebaut: In den letzten 10 Jahren wurde dieser Wagen mit der Chassisnummer CSX2093 einige Male bei Auktionen verkauft - zu Preisen zwischen 850.000 und 1,4 Millionen Dollar. Jetzt liegt das Estimate bei 1,4 bis 1,6 Millionen Dollar.

Mit halbnackten Frauen zum halbseidenen Image

Schon 1989 war die Entscheidung für einen von AMG getunten Mercedes nicht immer von dem Wunsch nach Höchstleistung, bester Straßenlage und optimaler Performance getrieben. Vielen Kunden der Affalterbacher ging es mehr um den optimalen optischen Auftritt - gerne etwas schrill, denn auffallen wollte man ja schon.

Heute sind die mit den massigen Anbauteilen (meist aus GFK) auf Testarossa und Konsorten getrimmten Widebody-S-Klassen der Baureihe W126 selten geworden. Zu schnell gingen sie durch viele Hände, hatten einen fiesen Beigeschmack, weil sie oft von Kiezgrößen entsprechend in Szene gesetzt wurde.

Proll-S-Klasse trifft den Nerv der Zeit

Die Yellow-Press berichtete gern über die Auftritte halbseidener Akteure der Rotlichtszene - und ramponierte nebenbei nachhaltig das Image der prolligen C126-S-Klassen. Doch langsam fällt der Szene auf, dass diese Wagen auch ein Bestandteil der Automobilgeschichte sind. Somit trifft das 1989er Mercedes S-Klasse-Coupé, das jetzt von RM Auctions angeboten wird, den Nerv der Zeit.

Der Wagen mit der Chassisnummer WDB1260451A436448 ist das 28. von insgesamt vermutlich weniger als 50 gebauten Exemplaren des Mercedes 560 SEC 6.0 AMG mit dem Wide Body-Karosseriekit.

Die Laufleistung des 385 PS starken Sechsliter-V8 beträgt gerade mal knapp 90.000 km, die Erstauslieferun nach Japan und der Auktionskatalog versprechen ein top gepflegtes Exemplar. Das Estimate liegt bei 100.000 bis 150.000 US-Dollar.

Flach- und Breitbau-911 mit 935-Optik

Dass die US-Amerikaner immer schon einen etwas anderen Geschmack hatten, beweist auch der Flachbau-930, der ebenfalls von RM Auctions versteigert wird. In Amerika waren die "Slant Nose"-911-Turbo beliebt, weil sie dem legendären Porsche 935 optisch sehr nahe kamen.

Zunächst wurden die Flachbau-930 von Porsche nur auf Bestellung in Handarbeit hergestellt. Dabei wurden bei dem georderten 930 Turbo die entsprechenden Karosserieteile demontiert und durch extra angefertigte Komponenten ersetzt - inklusive der in die Kotflügel integrierten Klappscheinwerfer (58 Exemplare hatten in den Frontspoiler integrierte Scheinwerfer).

01/2016 - Auktion Scottsdale RM Auctions, Proll-Kisten, mokla0116Foto: RM Auctions
Ganz schön schräg: Die Flachbau-Porsche 930 Turbo waren in den USA beliebt. Nach dem Frontumbau erinnerte der Elfer an den 935.

Deutsches Auto in GrandPrix-Weiß

Ab 1984 wurde der Flachbau auch in der Sonderausstattungsliste geführt. Und aus diesem Baujahr stammt das angebotene Exemplar. Damit ist es nicht eines der seltenen frühen Fahrzeuge, von denen nur 204 gebaut wurden. Von den ab Werk in der regulären Produktion gefertigten Flachbau-930 entstanden zwischen 1984 und 1989 insgesamt 686 Fahrzeuge.

Noch 1984 wurde der Grand-Prix-Weiße Wagen mit grau-beiger Innenausstattung mit 48 km auf der Uhr nach Scottsdale/Arizona geliefert, wo er auf die US-Bestimmungen umgebaut wurde. Im Laufe der Jahre wurde der 930 Turbo mit einem größeren Turbolader und einem RUF-Kühler ausgerüstet. Die Leistung soll dank dieser Maßnahmen bei 341 PS liegen.

Dragonsnake Drag-Racing-Cobra

Mit Lotnummer 251 kommt eine seltene Cobra unter den Hammer. Sie wurde zwar als normale 289er-Cobra gebaut, doch 1965 nach den Dragonsnake-Spezifikationen umgebaut.

Noch dazu handelt es sich um eine Cobra mit Rennhistorie. Ed Hedrick gewann mit diesem Wagen 7 NHRA-Rennen sowie 1966 die NHRA Weltmeisterschaft. Siege bei den Winternationals, den Springnationals und den US Nationals in Indianapolis stehen auf der langen Liste der Erfolge. Bruce Larson setzte CSX2093 noch bis in die 90er bei Rennen ein.

Das angebotene Fahrzeug ist Insidern schon seit langem bekannt. 2007 erzielte sie bei der Mecum-Auktion in Kissimmee/Florida 1,42 Millionen Dollar. 2011 wurde diese Cobra mit der Chassisnummer CSX2093 hier in Scottsdale versteigert - das Resultat damals waren 875.000 Dollar. 2012 wurde sie für 850.000 Dollar verkauft. Aktuell liegt das Estimate deutlich höher - es wird mit 1,4 bis 1,6 Millionen Dollar angegeben.

01/2016 - Auktion Scottsdale RM Auctions, Proll-Kisten, mokla0116Foto: RM Auctions
Halbseidenes Image - jetzt abgelegt? Die Breitbau-S-Coupés der Baureihe 126 von AMG waren in der Rotlichtszene verbreitet. Jetzt kommt eines von weniger als 50 gebauten Exemplaren unter den hammer.

1989er Porsche Speedster und 1974er De Tomaso Pantera

Zwei weitere Angebote, die in die Kategorie "Dicke Hose" fallen, sind Porsche 911 Speedster und De Tomaso Pantera.

Von dem Porsche 911 Speedster wurden 1989 exakt 823 Exemplare für den US-Markt gebaut, einer davon kommt jetzt zur Auktion in Scottsdale. Der Wagen aus zweiter Hand hat erst 20.246 Meilen auf der Uhr. Das Estimate des roten Speedster mit schwarzer Lederausstattung liegt bei 175.000 bis 225.000 Dollar.

Die Zeiten, in denen es De Tomaso Pantera für unter 30.000 Euro gab, sind schon länger vorbei, das zwielichtige Image seit Jahren abgelegt. RM Auctions bietet bei seiner Scottsdale-Auktion ein 1974er-Exemplar an, das sich nach einer Komplettrestaurierung in neuwertigem Zustand befinden soll. Preisvorstellung: 100.000 bis 125.000 Dollar.

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