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Oldtimer-Versteigerung RM Auctions Arizona

Zwölf Mal Porsche für Phoenix

01/2014 - RM Auctions, Auktion, Versteigerung, Arizona, Scottsdale, mokla 0113 Foto: RM Auctions 64 Bilder

Ein Dutzend Porsche bietet allein RM Auctions für die erste Auktion des Jahres auf. Die Stars sind zwei Rennwagen und ein 356 A Carrera 1500 GS Speedster. Gesamtwert für dies Zuffenhausener: Bis zu 8,5 Millionen Dollar (6,3 Millionen Euro).

11.01.2014 Dirk Johae, Kai Klauder Powered by

Mit dem Porsche 356 Speedster, der mit dem legendären Fuhrmann-Motor ausgerüstet ist, rollt einer der begehrtesten, klassischen Straßen-Porsche über den Auktions-Laufsteg in Arizona. Der 1957 gebaute und mit einer von Reutter gefertigten, offenen Karosserie bestückte 356 wird unter anderem dank der kleinen Stückzahl auf einen Wert von 1,1 bis 1,5 Millionen Dollar (895.000 bis 1,1 Million Euro) geschätzt.

Extrem selten und nur 48.000 km

Nur 75 Exemplare dieses Autos wurden gefertigt. RM versteigert jetzt den 50. aus dieser Kleinserie (Chassisnummer 83087): 1957 kaufte ein Porsche-Fan aus New Jersey den Speedster als Neuwagen beim einflussreichen Importeur Max Hoffman. In Deutschland betrug der Neupreis für das Millionenstück übrigens 17.700 DM: Der leichte, aber einfach ausgestattete Speedster war damit die günstigste Möglichkeit, einen Carrera-Motor zu fahren.

Der Porsche 356 Speedster hatte noch drei weitere Besitzer. Im Herzen waren alle Eigner offenbar Schwaben, die mit der Laufleistung geizten. Nur fast 30.000 Meilen zeigt der Zähler heute an. Ein Juwel in Weiß. Zwei Jahre lang wurde dieser Porsche aufwändig in einen Concours-Zustand restauriert.

Star der Auktion mit 178 PS-Boxermotor

Vier Jahre nach dem Speedster wurde der Porsche 718 RS61 Spyder gebaut, ein zweisitziger Rennsportwagen mit einem 178 PS starken 1,6-Liter-Motor. Diese Spyder mit dem Fuhrmann-Motor setzte Porsche selbst mit dem Werksteam ein und verkaufte sie auch an Kunden.

Zu diesen Porsche 718 RS 61-Privatfahrern gehörte der US-Amerikaner Bob Donner aus Colorado Springs. Zusammen mit zwei Landsleuten startete er mit dem Porsche beim 12 Stunden-Rennen von Sebring und wurde Siebter im Gesamtklassement sowie Zweiter in der Klasse hinter dem Schwesterauto des Brumos Teams mit den Fahrern Bob Holbert und Roger Penske.

Donners Porsche von 1961 (Chassisnummer 718-066) ist jetzt einer der Stars der RM-Auktion in Phoenix/Arizona. Der Schätzpreis: 2,8 bis 3,2 Millionen Dollar (umgerechnet 2,1 bis 2,4 Millionen Euro). Donner gewann mit diesem Auto am Pikes Peak, bevor er den deutschen Rennsportwagen an Don Wester verkaufte. Für Porsche stehen der RS 61 und das Vorjahresmodell RS 60 für wichtige große Gesamtsiege bei den großen Sportwagenrennen  in Sebring und bei der Targa Florio 1960.

Erfolg bei der Targa Florio für Porsche 906 Carrera 6

Bei der Targa Florio auf Sizilien sorgte der Porsche 906 Carrera 6 im Jahr 1966 für einen weiteren Porsche-Gesamtsieg. Wie bei den Spydern auch fertigte der Sportwagenbauer auch einige Autos für Kunden. Das Exemplar mit der Chassisnummer 906-116, das im März 1966 an Werner Brockhaus ausgeliefert wurde, wird jetzt auf der Auktion angeboten.

Der aus Horben bei Freiburg stammende Brockhaus, der im Oktober 2013 starb, setzte den Carrera 6 aber selbst nicht mehr ein, weil er nach einem Unfall mit den Motorsport aufhörte. Er verkaufte den Rennwagen an Helmut Leuze aus Traifelberg bei Reutlingen, der mit diesem Auto 1967 und 1968 bei viele Bergrennen bestritt.

Leuze verkaufte den 906 an Manfred Weißmann aus Speyer, der das Auto Gerhard Schüler und Günter Schwarz für Renneinsätze zur Verfügung stellte. Über den Darmstädter Albert Pfuhl kam der Carrera 6 dann in die Hände von Harald Link aus Saarbrücken, der den Wagen nach einem schweren Testunfall an Manfred Freisinger abgab. Mittlerweile ist der 906 mit langer deutscher Renngeschichte komplett restauriert und wird jetzt mit 1,2 bis 1,6 Millionen Dollar (883.000 bis 1,2 Millionen Euro) als einer der teuersten Porsche in Arizona angeboten.

84.000 Euro für 911 von 1970

Insgesamt ist das Preisniveau sehr hoch. Günstigster Porsche ist ein 911 von 1970 mit einem 2,2-Liter-Einspritzmotor mit einem Schätzwert von 85.000 bis 115.000 Dollar (63.000 bis  85.000 Euro). Zwei 911 Targa sowie ein 911 Carrera Speedster von 1989 werden ohne Mindestpreis abgegeben.

In den USA eine Rarität: 959

Der Porsche 959 wurde wegen der Zulassungsbestimmungen in den Vereinigten Staaten von Amerika nie offiziell angeboten. Kein Wunder also, dass er heute zu den besonders gesuchten Youngtimern gehört. Nur wenige US-Amerikaner konnten über einen Trick, das sogenannte "Show and Display Law", den 959 in den USA erwerben. Die Nutzung dieser Fahrzeuge war auf eine geringe Jahresfahrleistung beschränkt.

Einen von den insgesamt nur 283 gebauten Supersportwagen gibt es jetzt in Arizona zu kaufen. Und was für einen: Weniger als 22.000 Meilen stehen auf dem Tacho des ursprünglich nach Spanien ausgelieferten 959. Der 450 PS-Boxer wurde dennoch im Jahr 2011 komplett revidiert. Rechnungen über rund 40.000 Dollar liegen vor.

Mehr Informationen zu den Porsche der Auktion gibt es in unserer Fotoshow.

Alle angebotenen Porsche bei der RM Auktion am 16. und 17. Januar 2014

  • Lot 8: 911 Carrera Speedster (1989), 110.000 bis 135.000 Dollar, no reserve
  • Lot 11: 356 A 1600 Convertible D (1959), 175.000 bis 250.000 Dollar
  • Lot 24: 356 B 1600 Super Coupé (1963), 110.000 bis 135.000 Dollar
  • Lot 26: 911 E Targa (1970), 150.000 bis 200.000 Dollar, no reserve
  • Lot 32: 356 B 1600 Super Cabriolet (1961), 140.000 bis 190.000 Dollar
  • Lot 51: 718 RS61 Spyder (1961), 2,8 bis 3,2 Millionen Dollar
  • Lot 77: 911 E 2.2 Coupé (1970), 85.000 bis 115.000 Dollar
  • Lot 94: 356 A Carrera 1500 GS Speedster (1957), 1,1 bis 1,5 Millionen Dollar
  • Lot 98: 959 “Komfort” (1988), 750.000 bis 850.000 Dollar
  • Lot 101: 906 Carrera 6 (1966, chassis 116), 1,2 bis 1,6 Millionen Dollar
  • Lot : 105: 911 E Targa (1973), 90.000 bis 120.000 Dollar, no reserve
  • Lot 115: 356 B 1600 Roadster (1960), 180.000 bis 220.000 Dollar

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