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OPEC

Förderquote bleibt

Die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) hat sich für eine Beibehaltung der Fördermengen entschieden.

19.09.2002

Die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) will eine im Schlepptau eines drohenden Irak-Krieges befürchtete Explosion des Ölpreises verhindern. "Wir werden nicht zulassen, dass das passiert", versicherte OPEC-Präsident Rilwanu Lukman am Donnerstag (19.9.) nach dem Treffen des Ölkartells in Osaka. Zunächst aber bleibt die vereinbarte Fördermenge von täglich 21,7 Millionen Barrel (je 159 Liter) für das 4. Quartal unverändert. Es gebe genügend Öl im Markt - Angebot und Nachfrage seien mehr oder weniger ausgewogen.

Sollte es zu einer Unterbrechung des Angebots kommen, könne die OPEC sofort auf eine Überschusskapazität von fünf Millionen Barrel pro Tag zurückgreifen, sagte Lukman. Der momentane Ölpreis erscheine hoch, läge aber nicht an den Fundamentaldaten. Als Beweis führte er die kürzliche Entspannung an den Ölmärkten an, nachdem der Irak erklärte hatte, Waffeninspekteure wieder ins Land zu lassen. Der momentane Preis sei zwar "nicht ideal", liege aber in der erwünschten Preisspanne zwischen 22 und 28 Dollar je Barrel, sagte Lukman.

Wenig Wachstum, wenig Nachfrage

Vor Jahresende werde nur mit "sehr moderaten" globalen Wirtschaftswachstumsraten und so mit einem lediglich "normalen, saisonalen" Nachfrageanstieg gerechnet, heißt im Abschlusskommunique der OPEC-Tagung. Um die Stabilität im Markt zu bewahren, habe man sich auf Beibehaltung der Fördermenge geeinigt. Sollte es eine wirkliche Notwendigkeit für eine Erhöhung der Fördermenge geben, zum Beispiel wegen eines harten Winters, werde man handeln, sagte Lukman.

Die OPEC-Minister wollen über das weitere Vorgehen am 12. Dezember in Wien beraten. Befürchtungen, dann könnte es für den Winter zu spät zum Handeln sein, wies Lukman mit dem Hinweis auf die Lagerbestände zurück. Diese seien zwar in jüngster Zeit gesunken, reichten aber noch für 86 Tage aus. Nötigenfalls könne man auch früher reagieren.

Nachlassende Förderdisziplin

Angesprochen auf die wachsende Rolle der Nicht-OPEC-Produzenten, namentlich Russland, sagte Lukman, man erwarte, dass diese Länder im Sinne einer Stabilität des Marktes weiter mit der OPEC kooperierten. Ein Überangebot im Markt führe zu fallenden Preisen, worunter beide Parteien zu leiden hätten. Russland hatte seine Rohölproduktion in jüngster Zeit erhöht. Tatsache ist aber auch, dass OPEC-Mitglieder seit längerem an Förderdisziplin nachlassen und bereits über ihre Quoten produzieren. Man habe die betreffenden Länder gebeten, auf das vereinbarte Niveau zurückzukehren und die Überproduktion abzubauen, sagte Lukman und appellierte an die notwendige Disziplin.

Vor dem Hintergrund der Kriegsandrohungen gegen den Irak und einer möglichen Nachfragesteigerung durch den nahenden Winter auf der Nordhalbkugel war der Ölpreis zwischenzeitlich bis an die 30 Dollar je Barrel geklettert. Die darin enthaltene "Kriegsprämie" bezifferten Analysten auf rund vier Dollar. OPEC-Öl kostete am Mittwoch (18.9.) 27,36 Dollar nach 26,92 Dollar am Vortag. Die Produktion würde um 500.000 Barrel pro Tag gesteigert, sollte der Preis 20 Tage hintereinander über 28 Dollar liegen, sagte Indonesiens Energieminister Purnomo Yusgiantoro. Sollte er zehn Tage in Folge unter 22 Dollar liegen, würde die OPEC die Förderung um 500.000 Barrel täglich verringern.

Das Kartell war vor der Tagung in zwei Lager gespalten. Saudi-Arabien als größter Ölproduzent soll zunächst eine Anhebung der Fördermengen befürwortet haben, andere Staaten waren jedoch dagegen. Der Irak will seine Öl-Produktion in Zukunft schrittweise erhöhen. Sollten die Vereinten Nationen ihre Wirtschaftssanktionen gegen Irak aufheben, plane die Regierung in Bagdad die Ölförderung innerhalb von fünf Jahren auf etwa sechs Millionen Barrel täglich zu steigern, sagte der irakische Vize-Ölminister Saddam Z. Hasan in Osaka. Derzeit liege die Förderung unter den Produktionskapazitäten von mehr als 3,1 Millionen Barrel.

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