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Opel am Start des Kaiserpreisrennens

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Das Auto-Rennen um den "Kaiserpreis" jährt sich zum hundertsten Mal. Bei der vom Kaiserlichen Automobil-Club organisierten internationalen Wettfahrt im Jahr 1907 erhielt der Opel-Test- und Werksrennfahrer Carl Jörns aus den Händen Kaiser Wilhelm II. den Ehrenpreis für den besten deutschen Wagen. Opel wurde daraufhin zum Hoflieferanten ernannt.

30.05.2007 Powered by

Beim Revival der Rennveranstaltung am 1. und 2. Juni 2007, vom ASC (Allgemeiner Schnauferl Club) ausgetragen auf nahezu identischer Strecke im Taunus, startet Opel mit zwei Rennwagen aus dem firmeneigenen Fundus. Der ältere basiert auf einem Opel-Motorwagen 10/12 PS des Baujahres 1903. Das zweite Auto ist ein originaler Grand Prix-Rennwagen von 1913.

Diese Fahrzeuge werden vom 7. Mai bis 10. Juni in Bad Homburg in einer Ausstellung "100 Jahre Kaiserpreis" mit historischen Exponaten und Bildern zu sehen sein. Im Mittelpunkt der Rückschau, die anschließend im Opel Forum in Rüsselsheim sowie in Berlin und Bochum gastieren wird, steht neben den beiden Rennwagen der 100 Jahre alte, fast ein Meter hohe und reich verzierte Pokal aus der Königlich Preußischen Porzellanmanufaktur - der 1907 vom Kaiser persönlich überreichte Ehrenpreis mit dem Konterfei Willhelm II.

"Sieben Nationen mit 92 Wagen aus 42 Fabriken haben gemeldet"

Am 14. Juni 1907 fällt am Kloster Thron in der Nähe der Saalburg die Startflagge für das bis dato größte Motorsportereignis Deutschlands. Das vom Kaiserlichen Automobil-Club organisierte "Kaiserpreis-Rennen" steht unter dem Protektorat S.M. Wilhelm II. und wird auf einer 118 Kilometer langen Rundstrecke im Taunus ausgetragen. Sieben Nationen mit 92 Wagen aus 42 Fabriken haben gemeldet. Das Rennen dient als internationale Leistungsschau: welches Land bringt die besten Fahrzeuge und Fahrer hervor?


Das Reglement schreibt unter anderem eine Hubraumgrenze von acht Litern, einen Mindestradstand von drei Metern, ein Minimalgewicht von 1.175 Kilogramm, 15 Zentimeter Bodenfreiheit und einen Rückwärtsgang vor. Der Auspuff muss horizontal nach hinten gerichtet sein, um keinen Staub aufzuwirbeln. Aufbau und Motor der teilnehmenden Rennwagen werden verplombt. Der Veranstalter behält sich das Recht vor, den Hubraum zu überprüfen.

Am Start steht die europäische Fahrerelite. 39 Piloten haben sich nach zwei Ausscheidungsläufen für das Rennen qualifiziert, darunter die Opel-Fahrer Carl Jörns mit der Startnummer 3B, Christian Michel (3C) und natürlich Fritz Opel (3A), vierter Sohn des Firmengründers Adam Opel. Aus 7,8 Litern Hubraum holen die Opel-Wagen 60 PS bei 1.700 U/min. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 120 km/h.

1907: 36 Brücken extra für das Rennen errichtet

Vom Kloster Thron führt die Strecke über größere Ort wie Bad Homburg, Oberursel, Königstein, Esch, Weilmünster, Weilburg, Grävenwiesbach und Usingen zurück zum Startpunkt. Der Streckenverlauf orientiert sich am Kurs des Gordon-Bennett-Rennen von 1904. Viermal müssen die Teilnehmer den Kurs umrunden.

Die Piste ist durch Holzpalisaden gesichert, 36 eigens für das Großereignis errichtete Brücken führen die Zuschauer über den Kurs, Hornisten und Füsiliere sichern die Strecke. Viele Kurven des Kurses erhalten eine Asphaltschicht, nahezu die gesamte Strecke wird mit dem staubbindenden Westrumit, einer Öl-Asphalt-Mischung, besprengt.

Vier Starter fallen bereits in der ersten Runde aus, nur 21 Fahrzeuge beenden das Rennen. Als Erstplatzierter geht mit einer Zeit von 5:36,26 Stunden und einem Stundenmittel von fast 85 km/h der Italiener Felice Nazzaro mit der Startnummer 8B auf Fiat durchs Ziel. Ihm folgt mit gut fünf Minuten Abstand der Belgier Lucien Hautvast mit der Startnummer 16A auf Pipe, fünf Sekunden dahinter liegt Carl Jörns auf seinem weißen Opel-Rennwagen. Christian Michel geht als Vierter durchs Ziel.

Fritz Opel hatte infolge eines Wasserrohrbruchs in der zweiten Runde aufgeben müssen. Acht deutsche Autos erreichen das Ziel, durch das hervorragende Abschneiden der dritt- und viertplatzierten Opel-Fahrer zieht Deutschland in der Nationenwertung mit Italien gleich.

Die Allgemeine Sport-Zeitung schreibt patriotisch: "Die Opelwagen, deren herrliche Präzisionsarbeit in allen Kreisen höchste Anerkennung findet, errangen einen wohlverdienten Erfolg und retteten die Ehre der deutschen Automobil-Industrie."

Kaiser Wilhelm II empfängt die siegreichen Teilnehmer höchstpersönlich zur Preisverleihung in der Kaiserloge. Neben dem Preis für den Gesamtsieger ist der Kaiserpreis für den besten deutschen Wagen ausgelobt. Dem Opel-Test- und Werksrennfahrer Carl Jörns überreicht S.M. der Kaiser einen Pokal als Auszeichnung für das hervorragende Rennen. Kaiser Wilhelm II zeigt sich beeindruckt von der Leistung der Opel-Equipe. Künftig zählen Opel-Wagen zum Fuhrpark des Kaisers, Opel wird Hoflieferant.

Ausstellung in Bad Homburg, Rüsselsheim, Berlin und Bochum

An diesen Erfolg vor 100 Jahren erinnert Opel im Rahmen der Ausstellung "100 Jahre Kaiserpreis" anlässlich des Revivals des Rennens vom 7. Mai bis 10. Juni in Bad Homburg. Start der am Samstag den 1. Juni ausgetragenen Wettfahrt, ist Kloster Thron. Ziel ist das Landgrafenschloss in Bad Homburg, die ehemalige Sommerresidenz Wilhelm II.

Zu sehen sein werden die beiden Opel-Rennfahrzeuge im Rahmen der Kaiserpreis-Ausstellung bis zum 10. Juni 2007 in Bad Homburg, Central Garage, Niederstedter Weg 5, mittwochs von 16 bis 19 Uhr, samstags von 10 bis 19 Uhr und sonntags von 10 bis 19 Uhr. (Der Eintritt ist frei); vom 13. Juni bis 24. August im Opel Forum in Rüsselsheim, Bahnhofsplatz, werktags von 7:30-17:00 Uhr, von August bis November in der Opel Repräsentanz in Berlin sowie von Januar bis April 2008 im Opel-Werk Bochum.

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