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Elektroauto Opel Ampera-e (2017)

204 PS und mehr als 400 Kilometer Reichweite

Opel Ampera-e Paris 2016 Foto: Opel 44 Bilder

Der Opel Ampera-e kommt im Sommer 2017 auf den Markt. Jetzt verspricht Opel mehr als 400 Kilometer Reichweite nach NEFZ – mehr als die meisten anderen Elektroautos, wie Opel eigens in einem Diagramm veranschaulicht. Premiere hat das Elektroauto auf dem Pariser Autosalon 2016. Im Opel-Testcenter Dudenhofen fährt der Ampera-e schon. Wir haben bereits Platz genommen und jetzt zeigt Opel auch mehr Fotos.

13.09.2016 Jochen Knecht, Andreas Of 22 Kommentare

Platz für fünf, Fahrleistungen wie ein Sportwagen und mehr als 400 Kilometer Reichweite nach dem allerdings praxisfernen NEFZ-Zyklus verspricht Opel für den Ampera-e, der technisch eng mit dem Chevrolet Bolt verwandt ist. Für den gibt GM neuerdings sogar 383 Kilometer Reichweite in der Praxis an, für den Ampera-e verspricht Opel auch im Alltag „unter durchschnittlichen Bedingungen mehr als 300 Kilometer“. Ganz genau wollte Opel die Reichweite auch auf Nachfrage noch nicht nennen, aber den stärksten Konkurrenten hat der Opel schon mal im Sack: Der BMW i3 schafft nach dem Batterieupdate auf 30 kWh 300 Kilometer nach NEFZ.

Der fünfsitzige Ampera-e trägt seine 60-kWh-Akkus unterflur und hat anders als der i3 Frontantrieb, darum soll der Kofferraum Kompaktklasse-Format erreichen – 381 Liter nennt Opel. Die 2,6 Meter Radstand dürften sich bei der Wandlung vom Chevrolet zum Opel so wenig ändern wie das Platzangebot für die Passagiere. Probesitzen im Bolt zeigte uns: Die Innenraummaße erreichen ebenfalls locker Kompaktlasseformat. Mit drei Passagieren auf der Rückbank sind aber angesichts der überschaubaren Breite Kompromisse nötig.

Ampera-e mit 204 PS

Der Elektromotor liefert 360 Newtonmeter und 204 PS. Von null auf 50 km/h beschleunigt der kleine Elektro-Opel in 3,2 Sekunden, der Zwischenspurt von 80 auf 120 soll in 4,5 Sekunden gelingen. Die Zeit für den Standardsprint dürfte wie beim Bolt bei etwa 7 Sekunden liegen – wie beim BMW i3 mit „nur“ 170 PS. Aber Bolt und Ampera-e dürften mit gut 1,6-Tonnen etwa Kilogramm schwerer sein als der BMW. Auf Leichtbauaufwand mit Karbon hat GM nämlich verzichtet und spendiert seinem E-Auto kurzerhand eine doppelt so große Batterie. Bei der Höchstgeschwindigkeit herrscht dann wieder Gleichstand: Der Ampera-e erreicht wie der BMW 150 km/h.

Das Intellilink-Infotainment koppelt Smartphones per Apple Carplay und Android Auto. Opel Onstar kann außerdem einen Notruf absetzen und bietet per WLAN-Hotspot bis zu sieben Endgeräten einen Internetzugang.

Opel Ampera-e Foto: Opel
Noch leicht getarnt: Ampera-e in Dudenhofen.

Opel nutzt die Technologie des Chevrolet Bolt

Es überrascht nicht, dass die Technik für den Ampera-e nicht komplett neu entwickelt wurde. Man „nutze die Expertise des Unternehmens“ heißt das im offiziellen PR-Sprech, was lediglich bedeutet, dass der Ampera-e auf der Technologie des Chevrolet Bolt basiert und auch ebenfalls in Orion Township im US-Bundesstaat Michigan vom Band laufen wird. Die Rolle als siamesischer Elektro-Zwilling ist nicht neu. Auch der Opel Ampera entstammte dem GM-Regal und schaffte es aber nie, aus dem Schatten Chevrolet Volt herauszufahren.

Diesmal könnte das Angebot besser zum Markt passen, glaubt zumindest Opel-Chef Dr. Karl-Thomas Neumann: „Mit dem Ampera-e bringt Opel ein hundertprozentig alltagstaugliches Elektroauto auf den Markt. Es bietet eine große Reichweite und wird schon im Frühling nächsten Jahres erhältlich sein. Der Opel Ampera-e ist kein Öko-Luxus, kein Spielzeug, kein reiner Zweitwagen. Opel zeigt, dass dank innovativster Technologie Elektromobilität auch für ein viel breiteres Publikum erreichbar ist – Opel demokratisiert mit dem Ampera-e das Elektroauto.“ Wie massentauglich der Ampera-e wirklich wird, dürften vor allem der Preis (siehe Abschätzungen weiter unten) und die Ladezeit bestimmen.

Probesitzen im getarnten Vorserienauto

Platz gibt's im Opel Ampera-e tatsächlich für fünf Personen, die dank der hohen Sitzposition selbst hinten ausreichend Knieraum haben. Allerdings: Sitzen zwei Erwachsene auf den Außenplätzen hinten, dann ist der Mittelplatz nur noch etwas für sehr schlanke Fahrgäste, wie unsere Sitzprobe im Opel Testcenter Dudenhofen zeigte. Vorne sitzt es sich prächtig – für Kopf und Schultern gibt es jede Menge Platz und dank der hohen Sitzposition genießt der Fahrer eine gute Übersicht nach vorne, beim Blick zur Seite fällt die breite B-Säule auf, beim Umschauen geraten die kräftigen C-Säulen und die schmale Heckscheibe in den Blick. Die Beine haben viel Bewegungsfreiheit, weil der Boden flach und die Mittelkonsole schmal ist. Für unseren Geschmack sitzt der Gangwahlhebel ein wenig zu weit hinten. Dafür fühlte sich das Lenkrad durch die schwarze Stofftarn-Abdeckung hindurch dick und griffig an.

01/2016 Chevrolet Bolt EVFoto: GM
Technikbruder des Ampera-E: Chevrolet Bolt EV.

Der Bolt kostet in den USA nur 30.000 Dollar

Das entspricht rund 27.000 Euro. In Amerika gibt es allerdings auch 7.500 Dollar (6.700 Euro) E-Auto-Föderung. Ist der 60 kWh fassende Lithium-Ionen-Energiespeicher leer, so soll er mit einem Schnellladesystem in knapp 60 Minuten wieder auf rund 80 % gefüllt werden können. An der normalen Steckdose vergehen neun Stunden, ehe die flach im Unterboden verbauten Akkus wieder voll sind. Gewicht der Stromspeicher: rund 430 Kilo. Damit soll der Chevrolet Bolt nach jüngst aktualisierten Angaben 383 Kilometer weit und bis zu 145 km/h schnell fahren können. Alltagstaugliche 383 Kilometer, betont man in Detroit und Rüsselsheim, da zur Reichweiten-Kalkulation der praxisnähere Zyklus der EPA (Environmental Protection Agency) herangezogen wurde. Das dürfte weitestgehend erklären, wie die hohe NEFZ-Reichweite des Opel Ampera-e zustande kommt. Nach dem jüngsten Zuschlag für den Bolt (zunächst nannte Chevrolet 320 Kilometer nach EPA, jetzt 383 Kilometer), könnte die NEFZ-Reichweite des Ampera-e sogar näher an 500 Kilometer liegen als an 400, denn EPA- und NEFZ-Werte differieren meist um 20 bis 30 Prozent.

Vernetzung mit Apple Carplay und Android Auto

Wie beim Chevrolet Bolt wird auch beim Ampera-e ein großer Touchscreen das Armaturenbrett prägen, den Blick nach hinten gewährleistet ein Kamerasystem, ein Bild davon zeigt im Bolt auch der Rückspiegel weitere Kameras ergänzen dieses Bild zu einer 360 Grad-Überwachung. Vorne leuchtet das Elektroauto natürlich mit LED-Schweinwerfern die Straße aus.

Opel OnStar sorgt für die Verknüpfung mit Auto Android und Apple Car Play. Zahlreiche Apps sorgen für Komfort. Per App lassen sich unter anderem der Ladestatus überwachen, das Fahrzeug vorklimatisieren, navigieren, Werkstatttermine koordinieren und die Bedienungsanleitung einsehen. Die Bolt-Navigation berücksichtigt dabei den Fahrstil und die Topografie und bindet bei Bedarf auch verfügbare Ladestationen ein. Später sollen sich Bolt-Fahrer auch in einem virtuellen Wettbewerb in Sachen „optimierter Fahrstil“ miteinander messen können.

01/2016 Chevrolet Bolt EVFoto: Chevrolet
Die Batterie des Chevrolet Bolt.

Spekulationen über den Preis

Bleibt die Frage, was so ein Opel Ampera-e kosten könnte. Dazu schweigen sie in Rüsselsheim noch eisern. Ein Blick auf den schärfsten Ampera-e-Konkurrenten hilft aber, um eine gewisse Hausnummer nennen zu können. 36.150 Euro kostet der BMW i3 als reines Elektroauto mit der größeren Batterie und 300 Kilometer Reichweite (nach NEFZ). Die gut 400 Kilometer Reichweite des Ampera-e würden einen gewissen Aufschlag rechtfertigen, aber zur 40.000-Euro-Grenze dürften die Rüsselsheimer Abstand halten. Und wenn die E-Auto-Förderung weiter so zögerlich genutzt wird, könnten im Sommer 2017 für den einen oder anderen Elektro-Opel noch 4000 Euro Prämie übrig sein.

Neuester Kommentar

@Hobbitter
Und ich erwarte von einem normalen Menschen mehr Intelligenz. Aber ihre Aussage passt zu dem was täglich auf unseren Straßen abgeht. Peinlich.
@kelte
Die Leitung beim E-Motor ist nicht so verbrauchsrelevant wie bei einem Verbrenner. Sie ist praktisch ein Nebenprodukt. So kann Tesla für sein Model S mal über 700 PS angeben. Der Verbrauch ist aber nicht viel höher als beim normalen mit 400 PS. Durch den hohen Wirkungsgrad des E Antriebes fällt die Leistung nicht so ins Gewicht.

Der Ampera-e ist ein Klasse Schritt in die Richtige Richtung. Wenn Opel keinen gravierenden Fehler macht können Sie künftig ganz weit vorne in der E Mobilität sein.

SchubiB 16. September 2016, 15:14 Uhr
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