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Opel Ampera-e (2017)

204 PS und mehr Reichweite als Tesla

Opel Ampera-e Paris 2016 Foto: Opel 8 Bilder

GM-Chefin Mary Barra persönlich verkündete, dass Opel ab 2017 in Deutschland ein neues Elektroauto anbieten wird. Wenn der Ampera-e im Sommer 2017 auf den Markt kommt, soll er mehr Reichweite bieten als andere Elektroautos. Premiere hat der Elektriker auf dem Pariser Autosalon 2016.

24.08.2016 Jochen Knecht, Andreas Of 13 Kommentare

Platz für fünf, Fahrleistungen wie ein Sportwagen und „eine deutlich größere Reichweite als die meisten anderen Elektroautos“: Opel kündigt seinen Ampera-e vollmundig an. Die genaue Reichweite wollte Opel auf Nachfrage jedoch noch nicht nennen. Der Fünfsitzer trägt seine Akkus unterflur, der Kofferraum soll Kompaktklasse-Format erreichen.

Ampera-e mit 204 PS

Der Elektromotor liefert 360 Newtonmeter und 204 PS. Von null auf 50 km/h beschleunigt der kleine Elektro-Opel in 3,2 Sekunden, der Zwischenspurt von 80 auf 120 soll in 4,5 Sekunden gelingen. Der Ampera-e erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 150 km/h.

Das Intellilink-Infotainment koppelt Smartphones per Apple Carplay und Android Auto. Opel Onstar kann außerdem einen Notruf absetzen und bietet per WLAN-Hotspot bis zu sieben Endgeräten einen Internetzugang. Auf der Mondial de l´Automobile in Paris hat der Ampera-e vom 1. bis 16. Oktober 2016 Weltpremiere.

Opel nutzt die Technologie des Chevrolet Bolt

Es überrascht nicht, dass die Technik für den Ampera-e nicht komplett neu entwickelt wurde. Man „nutze die Expertise des Unternehmens“ heißt das im offiziellen PR-Sprech, was lediglich bedeutet, dass der Ampera-e auf der Technologie des Chevrolet Bolt basiert und auch ebenfalls in Orion Township im US-Bundesstaat Michigan vom Band laufen wird. Die Rolle als siamesischer Elektro-Zwilling ist nicht neu. Auch der Opel Ampera entstammte dem GM-Regal und schaffte es nie, aus dem Schatten Chevrolet Volt herauszufahren.

Macht Opel mit dem Ampera-e also nochmal den gleichen Fehler? Davon ist nicht auszugehen. Weil das Thema Elektromobilität inzwischen völlig anders wahrgenommen wird als zum Ampera-Start 2011. Weil aller Voraussicht nach auch die Bundesregierung den Kauf von Elektroautos fördern wird und weil Karl-Thomas Neumann nicht müde wird zu betonen, dass Opel nicht einfach irgend etwas aus dem GM-Regal übernehmen möchte. „Wir möchten daraus einen Opel machen!“. Heißt: Viel Elektroauto fürs Geld.

Opel Ampera-e Foto: Opel
Bekannter Name mit neuem Anhang: Ampera-e.

Höchstgeschwindigkeit 150 km/h

Und dafür bietet der Bolt-Unterbau allerbeste Voraussetzungen. Um das Gewicht niedrig zu halten, hat GM tief in die Leichtbaukiste gegriffen und viel Kohlefaser, Aluminium und Magnesium verbaut. Die Nacht leuchtet der Bolt selbstredend mit LED-Scheinwerfern aus. Platz gibt's für fünf Personen, die Dank der hohen Bauform auch hinten bequem sitzen können. Ist der 60 kWh fassende Lithium-Ionen-Energiespeicher leer, so soll er mit einem Schnellladesystem in knapp 60 Minuten wieder auf rund 80 % gefüllt werden können. An der normalen Steckdose vergehen neun Stunden, ehe die flach im Unterboden verbauten Akkus wieder voll sind. Gewicht der Stromspeicher: rund 430 Kilo. Damit soll laut GM der Chevrolet Bolt rund 320 Kilometer weit und bis zu 145 km/h schnell fahren können. Alltagstauglich 320 Kilometer, betont man in Detroit und Rüsselsheim, da zur Reichweiten-Kalkulation der neue WLTP-Testzyklus herangezogen wurde. Zieht man zur Reichweitenberechnung die veralteten NEFZ-Regularien heran, wären theoretisch sogar 400 Kilometer drin.

Vernetzung mit Apple Carplay und Android Auto

Wie beim Chevrolet Bolt prägt beim Ampera-e ein großer Touchscreen das Armaturenbrett, den Blick nach hinten gewährleistet ein Kamerasystem, weitere Kameras ergänzen dieses Bild zu einer 360 Grad-Überwachung. Opel OnStar sorgt für die Verknüpfung mit Auto Android und Apple Car Play. Zahlreiche Apps sorgen für Komfort. Per App lassen sich unter anderem der Ladestatus überwachen, das Fahrzeug vorklimatisieren, navigieren, Werkstatttermine koordinieren und die Bedienungsanleitung einsehen. Die Bolt-Navigation berücksichtigt dabei den Fahrstil und die Topografie und bindet bei Bedarf auch verfügbare Ladestationen ein. Später sollen sich Bolt-Fahrer auch in einem virtuellen Wettbewerb in Sachen „optimierter Fahrstil“ miteinander messen können.

01/2016 Chevrolet Bolt EVFoto: xpb
Technikbruder des Ampera-E: Chevrolet Bolt EV.

Spekulationen über den Preis

Bleibt die Frage, was so ein Opel Ampera-e kosten könnte. Dazu schweigen sie in Rüsselsheim noch eisern. Ein Blick auf den schärfsten Ampera-e-Konkurrenten hilft aber, um eine gewisse Hausnummer nennen zu können. 34.950 Euro kostet der BMW i3 als reines Elektroauto.

Neuester Kommentar

@Tin Das kommende Model 3 hat ebenfalls einen deutlich geringeren Cw-Wert (~0.21<0.32), ist günstiger (35k$<37.5k$) und hat eine größere Reichweite (215mi>200mi) als der Chevrolet Bolt (Opel Ampera-e).

@icke8

Gewicht vom Model 3 ist noch nicht bekannt, ein Kompaktauto gewichtsmäßig mit einer Oberklasse-Limousine zu vergleichen, macht keinen Sinn. Das Akkugewicht sollte bei 60kWh im Opel in etwa genauso groß sein wie die 60kWh Batterie im Model S. Der Cw-Wert wirkt sich aber u.U. größer auf den Verbrauch aus, als das Gewicht, denn die höhere Bewegungsenergie lässt sich wieder durch stärkere Rekuperation "zurückgewinnen", Luftwiderstandskräfte jedoch nicht.

Wie gesagt, es geht hier nicht darum, den Ampera-e schlecht zu reden, denn ich denke, es ist ein gutes Auto, allerdings werden hier im Bericht falsche Behauptungen aufgestellt.

blau221 26. August 2016, 09:16 Uhr
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