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Opel Ampera-e (2017): 320 Kilometer im E-Opel

Kompakter E-Opel mit Platz für Fünf

Opel Ampera-e Foto: Opel 8 Bilder

Die Ankündigung kommt nicht unerwartet und schlägt dennoch ein wie eine Bombe: GM-Chefin Mary Barra persönlich verkündete im Rahmen des Car Symposiums in Bochum, dass Opel ab 2017 in Deutschland ein neues Elektroauto anbieten wird: den Ampera-e. Die Messe-Premiere feiert der Opel auf dem Autosalon in Paris im Herbst 2016.

11.02.2016 Jochen Knecht

Bereits im Rahmen der IAA 2015 sprach man bei Opel ausgesprochen gerne über die Erfolge der letzten Monate. Die erfolgreiche Markteinführung des neuen Astra. Testsiege des Opel Karl. Über Connectivity-Pioniertaten mit dem Onstar-System. Und natürlich auch über die Zukunft des Elektroautos. GM-Chefin Mary Barra betonte, dass Elektromobilität erschwinglich sein müsse und schaffte weniger später mit der Präsentation des Chevrolet Bolt Fakten: 320 Kilometer Reichweite für umgerechnet rund 33.000 Euro. Heißt für die USA: Wer die staatliche Förderung für Elektroautos voll ausreizt, holt sich für rund 26.000 Euro ein vollwertiges Elektroauto in die Garage.

Opel nutzt die Technologie des Chevrolet Bolt

Und Opel? Darf ab sofort auch mitspielen, im Konzert der Elektroauto-Anbieter. Es überrascht nicht, dass die Technik für den Ampera-e dabei nicht komplett neu entwickelt wurde. Man "nutze die Expertise des Unternehmens" heißt das im offiziellen PR-Sprech, was lediglich bedeutet, dass der Ampera-e auf der Technologie des Chevrolet Bolt basiert und auch ebenfalls in Orion Township im US-Bundesstaat Michigan vom Band laufen wird. Die Rolle als siamesischer Elektro-Zwilling ist nicht neu. Auch der Opel Ampera entstammte dem GM-Regal und schaffte es nie, aus dem Schatten Chevrolet Volt herauszufahren.

Macht Opel mit dem Ampera-e also nochmal den gleichen Fehler? Davon ist nicht auszugehen. Weil das Thema Elektromobilität inzwischen völlig anders wahrgenommen wird als zum Ampera-Start 2011. Weil aller Voraussicht nach auch die Bundesregierung den Kauf von Elektroautos fördern wird und weil Karl-Thomas Neumann nicht müde wird zu betonen, dass Opel nicht einfach irgend etwas aus dem GM-Regal übernehmen möchte. "Wir möchten daraus einen Opel machen!". Heißt: Viel Elektroauto fürs Geld.

Opel Ampera-e Foto: Opel

Höchstgeschwindigkeit bis zu 145 km/h

Und dafür bietet der Bolt-Unterbau allerbeste Voraussetzungen. Um das Gewicht niedrig zu halten, hat GM tief in die Leichtbaukiste gegriffen und viel Kohlefaser, Aluminium und Magnesium verbaut. Die Nacht leuchtet der Bolt selbstredend mit LED-Scheinwerfern aus. Platz gibt\'s für fünf Personen, die Dank der hohen Bauform auch hinten bequem sitzen können. Ist der 60 kWh fassende Lithium-Ionen-Energiespeicher leer, so soll er mit einem Schnellladesystem in knapp 60 Minuten wieder auf rund 80 % gefüllt werden können. An der normalen Steckdose vergehen neun Stunden, ehe die flach im Unterboden verbauten Akkus wieder voll sind. Gewicht der Stromspeicher: rund 430 Kilo. Damit sollen laut GM der Chevrolet Bolt, bzw. Opel Ampera-e rund 320 Kilometer weit und bis zu 145 km/h schnell fahren können. Alltagstauglich 320 Kilometer, betont man in Detroit und Rüsselsheim, da zur Reichweiten-Kalkulation der neue WLTP-Testzyklus herangezogen wurde. Zieht man zur Reichweitenberechnung die veralteten NEFZ-Regularien heran, wären theoretisch sogar 400 Kilometer drin.

Seit dem Start des Opel Astra wissen wir, dass Opel großen Wert auf die digitale Vernetzung der Fahrzeuge legt. Das wird auch beim Ampera-e nicht anders sein. Wie beim Chevrolet Bolt prägt ein großer Touchscreen das Armaturenbrett, den Blick nach hinten gewährleistet ein Kamerasystem, weitere Kameras ergänzen dieses Bild zu einer 360 Grad-Überwachung. Opel OnStar sorgt für die Verknüpfung mit Auto Android und Apple Car Play. Zahlreiche Apps sorgen für Komfort. Per App lassen sich unter anderem der Ladestatus überwachen, das Fahrzeug vorklimatisieren, navigieren, Werkstatttermine koordinieren und die Bedienungsanleitung einsehen. Die Bolt-Navigation berücksichtigt dabei den Fahrstil und die Topografie und bindet bei Bedarf auch verfügbare Ladestationen ein. Später sollen sich Bolt-Fahrer auch in einem virtuellen Wettbewerb in Sachen "optimierter Fahrstil" miteinander messen können.

Spekulationen über den Preis

Bleibt die Frage, was so ein Opel Ampera-e kosten könnte. Dazu schweigen sie in Rüsselsheim noch eisern. Ein Blick auf den schärfsten Ampera-e-Konkurrenten hilft aber, um eine gewisse Hausnummer nennen zu können. 34.950 Euro kostet der BMW i3 als reines Elektroauto und natürlich wird Opel den Ampera-e deutlich günstiger anbieten. Wir rechnen mit 29.900 Euro. Immer noch nicht wenig Geld für einen Kompakten, aber immerhin deutlich volksnäher als alles, was bislang in Sachen E-Auto zu haben war. Und zudem noch ganz ohne staatliche Förderung gerechnet.

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