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Opel Antwerpen

Reilly verteidigt Schließung von Opel-Werk

Opel Werk Antwerpen, Opel Logo Foto: dpa 21 Bilder

Opel-Chef Nick Reilly hat das Aus für den Standort Antwerpen gegen den Widerstand von Gewerkschaften und Betriebsräten verteidigt.

26.01.2010

"Wir haben 2009 etwa 1,1 Millionen Autos hergestellt, zu guten Zeiten waren es 1,4 Millionen. Selbst wenn wir Antwerpen schließen, haben wir noch immer eine Kapazität von 1,5 Millionen Fahrzeugen", sagte Reilly am Dienstag (26.1.) in Rüsselsheim.

Kapazitäten müssen angepasst werden

Angesichts des erwartet schwachen westeuropäischen Marktes in den kommenden zwei bis drei Jahren müssten deshalb die Kapazitäten gesenkt werden. "Selbst wenn der Markt anzieht, wir unsere Anteile ausbauen und auch in andere Märkte expandieren, haben wir noch genügend Spielraum in der Produktion", betonte Reilly.
 
Zwar seien derzeit keine weiteren Werkschließungen geplant. Die Kosten müssten jedoch überall in Europa gedrückt werden, um Opel auch in einem schwachen Marktumfeld profitabel zu machen. Dies strebt Reilly für 2011 an. Bis dahin solle die Belegschaft von 48.000 auf rund 8.000 verkleinert werden. Ein weiterer Stellenabbau sei nicht vorgesehen: "Wir versuchen derzeit, das Unternehmen auf die richtige Größe für einen Markt zu schrumpfen, wie wir ihn 2012 erwarten", betonte Reilly.
 
Er habe die Kritik der Gewerkschaften an den Plänen für Antwerpen erwartet, unterstrich der Brite: "Aber ich hoffe, dass sie verstehen werden, dass dieser Schritt als Teil eines Gesamtpakets notwendig ist, um uns erfolgreich zu machen." Im vergangenen Jahr habe der Autobauer einen Milliardenverlust erlitten.

Opelaner treffen sich zu Krisensitzung

Im Streit um die geplante Schließung des belgischen Opel-Standorts Antwerpen sind Mitarbeiter und Gewerkschafter aus Belgien und Deutschland zu einer Krisensitzung zusammengekommen. Sie wollen ihr Vorgehen abstimmen, nachdem Opel-Chef Nick Reilly die Schließung des Werks in der flämischen Hafenstadt angekündigt hatte. Die Opelaner werten diesen Schritt als Wortbruch. So sei Belgien der Bau von Geländewagen zugesagt worden. An dem mehrstündigen Treffen in Antwerpen nimmt auch der Opel-Betriebsratsvorsitzende Klaus Franz teil.
 
Aus Deutschland waren gut 120 Opelaner angereist. Auch aus Polen und Spanien wurden Beschäftigte erwartet. "Wir haben ganz klar gesagt: Keine betriebsbedingten Kündigungen und keine Werksschließungen", sagte Peter Gießer, Betriebsrat im Rüsselsheimer Stammwerk. "GM ist unglaubwürdig geworden." Weil es nun doch anders gekommen sei, gehe die Bereitschaft der Belegschaft, finanzielle Abstriche in Kauf zu nehmen, gegen Null. Es sei auch nicht so, dass das Werk in Bochum von der Schließung Antwerpens profitieren würde. Schließlich könne die Produktion beispielsweise nach Großbritannien verlegt werden.
 
Vom Aus für das Werk wären mindestens 2.600 Menschen betroffen. Für sie war am Dienstag der erste reguläre Arbeitstag, nachdem sie am vergangenen Donnerstag offiziell über die Pläne informiert worden waren. Ein genauer Termin für die Schließung steht noch nicht fest.

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