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Opel-Betriebsrat

Der Kanzler soll helfen

Foto: dpa

Der Mutterkonzern General Motors (GM) ist nach Auffassung des Opel-Betriebsratsvorsitzenden Klaus Franz im Begriff, die Automarke Opel zu zerstören.

10.10.2004

Er könne nicht mehr mitansehen, wie ein gutes Unternehmen mit tollen Produkten von den eigenen Leuten mit Sparvorschlägen und Kritik in den Schmutz getreten werde, sagte Franz in Frankfurt. In den vergangenen Tagen hatten GM-Spitzenmanager wiederholt die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Standorte kritisiert.

"Ich dachte, die wollten endlich einmal wieder Geld verdienen", sagte Franz an die Adresse des US-Konzerns, der nach Medienberichten in seinen europäischen Werken mindestens 10.000 der bislang noch 62.000 Stellen streichen will und das Opel-Stammhaus Rüsselsheim als Produktionsstandort in Frage gestellt hat. Natürlich erkenne auch der Betriebsrat im fünften Verlustjahr die schwierige Situation an. Franz forderte die Geschäftsleitung zu Verhandlungen auf. "Wir wollen an den Verhandlungstisch und werden beweisen, dass unsere Mitbestimmung effizienter ist als die Hau-Ruck-Methode der Amerikaner."

Der ehemalige Opel-Chef und jetzige Vize von GM Europa, Carl-Peter Forster, müsse zu den Verträgen stehen, die er selber abgeschlossen habe, sagte Franz mit Blick auf das Sanierungsprogramm "Olympia".

Forster komme eine wichtige Rolle im Dialog mit dem Mutterkonzern zu. "Wie werden Forster daran messen, wie es ihm gelingt, den Amerikanern die europäische Autokultur klarzumachen und wie man in Europa Marken positioniert."

Die Opel-Arbeiter würden sich in den kommenden Tagen nicht zu unbedachten Aktionen provozieren lassen, kündigte Franz an.
Zu den in der Presse kursierenden Zahlen über einzusparendes Personal wollte er nichts sagen, bis in einer Sondersitzung des Aufsichtsrats am kommenden Freitag die Planungen auf den Tisch gelegt worden seien. Man werde sich zudem auf europäischer Ebene mit den anderen GM-Standorten abstimmen.

Zudem erging von Seiten des Opel-Betriebsrats die Bitte an Bundeskanzler Gerhard Schröder, im Streit mit GM um den Erhalt der deutschen Arbeitsplätze zu schlichten.

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