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Opel-Betriebsrat Franz

Fiat-Einstieg ist ein "Horror-Szenario"

Klaus Franz Opel Foto: dpa 144 Bilder

Opel-Betriebsratschef Klaus Franz bezeichnet den möglichen Einstieg des Fiat-Konzerns bei Opel als "Horror-Szenario" und fordert klar ein Zusammengehen mit Magna.

06.05.2009 Harald Hamprecht

Franz erinnert im Gespräch mit auto motor und sport an "die hohe Schuldenlast von Fiat in Höhe von fast 19 Milliarden Euro. Den Italienern geht es nicht um die Rettung von Opel, sondern um die Sanierung des eigenen Ladens – am besten mit deutschen Steuergeldern", warnt Franz. 

"Und wenn das Superwahljahr 2009 vorüber ist, wird Fiat dann sicher jegliche Zusagen vergessen und anfangen, deutsche Werke zu schließen und deutsche Arbeitsplätze abzubauen, während die eigenen, unausgelasteten Fabriken in Italien dann vielleicht mit Opel-Modellen aufgefüllt werden. Das ist ein Horror-Szenario. Genau deswegen will Fiat-Chef Sergio Marchionne auch keine Job-Garantien aussprechen."

Opel kann nicht von Fiat profitieren

Auch technologisch könne Opel nicht von einer Zusammenarbeit mit Fiat profitieren. "Es gibt nichts, was Opel von Fiat bräuchte. Die Italiener indes brauchen unsere Entwicklungskapazitäten, unsere großen Motoren und große Plattformen", so Franz. Aus der früheren Zusammenarbeit mit Fiat habe Opel nur schlechte Erfahrungen. "Fiat hat Zusagen nicht eingehalten. Der Technologietransfer war sehr einseitig. Wir konkurrieren in vielen identischen Marktsegmenten um die gleichen Kunden. Daraus konnte damals schon kein Mehrwert entstehen – und wir sehen das auch für die Zukunft nicht."

Fiat ist selbst ein Übernahmekandidat

Ex-Fiat-Deutschland-Chef Klaus Fricke, der inzwischen als Partner der Unternehmensberatung Graf Lambsdorff wirkt, teilt die Bedenken: "Fiat ist im Grunde selbst ein Übernahmekandidat – und ohnehin stark von anderen Kooperationspartnern abhängig, wie etwa von Ford, PSA, Tata, Suzuki und Chery." Fricke sieht einen Hauptgrund für die Übernahme-Ankündigungen darin, "den Fiat-Aktienkurs anzuheizen". Eine Fusion "der deutschen und italienischen Arbeitskultur würde ebenso scheitern wie die Versuche von BMW mit Rover und Daimler mit Chrysler und Mitsubishi."

Magna als Wunschpartner

Dagegen hält Franz ein Zusammengehen mit Magna für erfolgsversprechend. "Mit Magna haben wir lange Erfahrung – insbesondere bei der Produktion des Saab 9-3-Cabrio. Wir haben die gleichen Qualitätsgrundsätze. Wie wir ist Magna ein technologiegetriebener Konzern, mit dem wir viele Synergien bei der Entwicklung ziehen können. Magna kann uns ermöglichen, neue Wachstumsmärkte zu erschließen – vor allem in Osteuropa."

Opel hat Zeit

Zum Timing des künftigen Unternehmens sagte Franz: "GM hat bis Ende Mai Zeit, einen finalen Zukunftsplan auszuarbeiten. Wir sind davon weitgehend unbetroffen. Selbst bei einer GM-Insolvenz würden wir unser Geschäft separat fortführen können. Deswegen nehmen wir uns alle Zeit, die wir brauchen, um unser Modell einer zukünftigen Opel Europa SE zu erarbeiten. Das Finetuning für unsere zukünftige Rechtsform und die Eckpfeiler der Mitarbeiterkapitalbeteiligung werden gerade ausgearbeitet."

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