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Opel-Betriebsratschef Franz

"GM poliert die eigene Bilanz auf Kosten von Opel auf"

Foto: dpa 45 Bilder

Der erneute Milliardenverlust im General-Motors-Europageschäft um die Kernmarke Opel sorgt für Streit. Der Opel-Betriebsratsvorsitzende Klaus Franz beschuldigte den Mutterkonzern am Donnerstag (7.5.), erneut einen Teil seiner Verluste in Europa abgeladen zu haben.

07.05.2009

Die Europatochter GM Europe machte im ersten Quartal einen Vorsteuerverlust von zwei Milliarden Dollar (1,5 Mrd Euro). Davon wurden allein mehr als 800 Millionen Dollar als Belastungen im Zusammenhang mit der Restrukturierung der schwedischen Tochter Saab verbucht.

Franz kritisierte den Mutterkonzern im "Handelsblatt" scharf. GM habe neben den Saab-Kosten auch noch weltweite Entwicklungsaufwendungen nachträglich mit 400 Millionen Dollar sowie Währungsverluste mit weiteren 400 Millionen Dollar bei der Europa-Tochter geltend gemacht. "GM poliert so die eigene Bilanz auf Kosten von Opel und GM Europa auf", beschwerte sich der Betriebsratschef.

GM Europe hatte bereits im Vorquartal ein Vorsteuerminus von 1,9 Milliarden Dollar und damit in ähnlicher Größenordnung berichtet. Im ersten Quartal des Vorjahres war in Europa noch ein kleiner Gewinn von 100 Millionen Dollar erzielt worden.

Fiat auch an Saab interessiert

Die Umsätze sanken um nahezu die Hälfte auf 5,3 Milliarden Dollar (3,98 Mrd Euro) von 9,9 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum. Der Marktanteil von GM Europa mit den Marken Opel, Vauxhall und Saab ging im Jahresvergleich von 9,6 auf 8,9 Prozent zurück. Das Produktionsvolumen brach trotz der guten Autokonjunktur im wichtigsten Markt Deutschland um 46 Prozent ein, weil in den übrigen Ländern die Nachfrage nach Opel- und Vauxhall-Autos deutlich zurückging.

Saab steht zum Verkauf und könnte auch dichtgemacht werden, wenn sich kein Interessent findet. Fiat-Chef Sergio Marchionne, der Opel übernehmen will, betonte in einem Interview am Mittwoch, er sei grundsätzlich auch an Saab interessiert.

GM mit 82 Milliarden Dollar Verlust

In den USA wies der gesamte GM-Konzern für das erste Quartal einen Verlust von rund sechs Milliarden Dollar (4,5 Mrd Euro) aus. Es ist bereits der achte Quartalsverlust in Folge. Für GM war 2004 das bislang letzte Jahr mit insgesamt schwarzen Zahlen. Von 2005 bis 2008 fuhr der einst weltgrößte Autobauer Verluste von rund 82 Milliarden Dollar ein.  

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