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Opel-Betriebsratschef Klaus Franz

Klare Worte der Bundesregierung notwendig

Foto: dpa 144 Bilder

Opel-Betriebsratschef Klaus Franz begrüßt die von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier in Aussicht gestellte Opel-Unterstützung des Staates, fordert aber klare Entscheidungen.

08.04.2009 Harald Hamprecht

"Wir hoffen bald auf Klarheit seitens der deutschen Regierung bezüglich ihrer Hilfen", sagte Franz gegenüber auto-motor-und-sport.de. Die Opel-Mitarbeiter favorisierten einen Einstieg des Staates.

Die Staatshilfe wird bis 2012 zurückbezahlt

"Die Arbeitnehmer würden eine zeitlich befristete Beteiligung des Staates an Opel klar begrüßen, denn das gibt uns mehr Zeit und Verhandlungspielraum, einen privaten Investor zu finden. Wichtig sind gleichzeitig die Verhandlungen der deutschen mit der amerikanischen Regierung. Denn GM muss uns in die Freiheit einer unabhängigen Europa-Gesellschaft entlassen, an der GM nur eine Minderheit hält."

Franz widersprach Spekulationen, dass Opel mehr als 3,3 Milliarden Euro an Hilfen benötige: "Wir brauchen in Summe Mittel in Höhe von 3,3 Milliarden Euro - ganz gleich ob in Form von Bürgschaften oder eine Beteiligung von Mitarbeitern, Händlern, privaten Investoren oder des Staates." Dieses Summe werde der Konzern "spätestens 2012 zurückzahlen. Dafür haben wir einen validen Plan. Wir können die von GM geforderten 1,2 Milliarden Euro an strukturellen Kosten einsparen. Über die Details verhandeln wir noch mit der europäischen Konzernleitung."

Die Mitarbeiter sind bereit auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld zu verzichten

Im Fall einer Mitarbeiterkapitalbeteiligung an einer neuen europäischen Opel-Aktiengesellschaft und langfristigen Zusagen für die Fertigung wären die Arbeitnehmer bereit, auf "Sonderzahlungen wie das Urlaubs- und Weihnachtsgeld und Tariferhöhungen" zu verzichten. "An das monatliche Nettoeinkommen darf aber keiner ran, schließlich bekommen unsere Mitarbeiter auch keinen Rabatt bei der Miete", so Franz.

Franz bestätigte Pläne für einen möglichen Verkauf des Corsa-Werkes Eisenach. "Wir können uns vorstellen, Eisenach an einen soliden Investor zu verkaufen, der die Arbeitsplätze dann langfristig sichert. Weitere Werke stehen aber nicht zum Verkauf. Außerdem wollen wir verhindern, dass auch nur ein Werk geschlossen wird. Antwerpen ist dabei zugegebener Maßen eine harte Nuss." Einen zu starken Kapazitätsabbau aber will Franz vermeiden. "Wir dürfen unsere Kapazitäten nicht zu sehr beschneiden. Denn wir müssen die Krisenphase überbrücken, damit wir zum Aufschwung ausreichend Produktionskapazität haben - auch um neue Märkte zu bedienen."

Franz sehe "ein zusätzliches Marktpotenzial von 200.000 Einheiten" in Märkten außerhalb Europas, vor allem in Brasilien, Mexiko, Mittelamerika, Afrika und dem Nahen Osten. Dass in diesem Märkten erst noch Opel-Vertriebsnetz etabliert werden muss, sieht Franz nicht als große Hürde: "Genauso wie Chevrolet in Europa durch eine Mehrmarkenstrategie mit Opel groß geworden ist, muss dass jetzt auch umgekehrt möglich sein." 

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