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Opel-Chef Demant

"Weiteres Werk in Russland"

Foto: dpa

Russland wird nach Einschätzung des Opel-Chefs Hans Demant schon in wenigen Jahren der wichtigste Absatzmarkt für General Motors und Opel in Europa.

01.03.2008 Harald Hamprecht

"Bei vorsichtiger Planung erwarte ich in Russland für GM Europe mittelfristig ein Verkaufspotenzial von 500.000 bis 700.000 Einheiten im Jahr. Damit können wir mindestens zwei Werke auslasten - ein großes und ein kleines zusätzliches. Ich erwarte, dass Russland für General Motors Europe schon in ein bis zwei Jahren ein größerer Markt sein wird als Deutschland", sagte Demant im Gespräch mit auto motor und sport.

Ein Grund für den Aufbau der neuen Fertigungskapazitäten in Russland sei nicht zuletzt die hohen Einfuhrzölle von 25 Prozent. Ein Export aus Russland nach Westeuropa sei nicht geplant, vielmehr soll die regionale Nachfrage befriedigt werden. Eine Entscheidung über den neuen Produktionsstandort könne sogar kurzfristig noch in diesem Jahr erfolgen.

Der Rubel rollt

Im vergangenen Jahr verkaufte General Motors Europe 258.000 Fahrzeuge in Russland, davon 190.500 Chevrolet und 66.500 Opel. Bislang hat GM Europe nur ein eigenes Werk in St. Petersburg. Daneben lässt GM das Modell Chevrolet Niva in einem Joint Venture mit dem neuen Renault-Partner Avtovaz in Togliatti fertigen. Modelle der Marken Cadillac, Hummer und Chevrolet fertigt für GM zudem Kooperationsparter Avtotor in Kaliningrad. GM war 2007 der größte nicht-einheimische Autohersteller in Russland. Chevrolet war die Importmarke Nummer 1, Opel war die nicht-russische Automarke mit der größten Zuwachsrate.

"Ich glaube, der russische Markt wird stärker wachsen, als wir es alle vermuten, sofern nichts Unerwartetes passiert", ergänzte Demant. "Für das vergangene Jahr hatten wir ursprünglich mit einem Absatz von 40.000 Einheiten für Opel kalkuliert. Tatsächlich verkauft haben wir dann fast doppelt soviel. Russland kann der Motor für die gesamte europäische Automobilindustrie werden." Trotz der gerade aufgenommenen Produktion im GM-Werk St. Petersburg profitieren auch die deutschen Opel-Werke von der russischen Fertigung.

Astra und Antara aus Russland

"Die Teilesätze für diese Produktion kommen aus unserem Bochumer Werk, welches dazu Extra-Schichten eingeplant hat. Dieses Jahr wollen wir in Russland 25.000 Astra fertigen, zusätzlich 2.500 Antara.

Im Gespräch mit auto motor und sport.de hat Demant die Forderung von Betriebsratschef Klaus Franz zurückgewiesen, das Corsa-Werk in Eisenach mit einem Presswerk auszustatten, um es unabhängiger von Lieferungen des Presswerkes im spanischen Zaragossa zu machen. "Eisenach ist eines unserer modernsten Werke. Wir werden hier gewiss nicht den Fehler machen und in ein Presswerk investieren. Das wäre eine zusätzliche strukturelle Belastung in dreistelliger Millionenhöhe, die wir diesem Werk nicht aufschultern werden", so Demant. "Eisenach hängt keineswegs am Tropf des Presswerks in Zaragossa, wie es einige Menschen gerne darstellen. Ohne Presswerk ist  Eisenach deutlich flexibler", betont Demant und bringt sogar eine Ausweitung der Produktion in Eisenach ins Gespräch. "Hier könnten wir sogar den Astra vom Band laufen lassen - sollte es erforderlich sein."

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