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Opel-Chef Demant

"Wir wollen nicht überall mitmischen"

Foto: dpa

Mit Opel-Chef Hans Demant sprach auto-motor-und-sport.de über den neuen Insignia, einen denkbaren VW-Phaeton Wettbewerber, den Astra Nachfolger sowie über ein neues Stadtauto unterhalb des Agila.

26.07.2008 Harald Hamprecht

Herr Demant, wie viele Einheiten des neuen Insignia wollen Sie in Westeuropa verkaufen?
Demant: Soviele, wie der Markt es verlangt. Wir haben in Rüsselsheim keine Restriktionen. Im Zweischichtbetrieb können wir 180.000 Fahrzeuge im Jahr produzieren. Rund zwei Drittel davon können wir problemlos dem Insignia widmen. Denn ab Ende 2009 rollt dann zusätzlich und erstmalig der neue Saab 9-5 von Rüsselsheimer Bändern.

Und zeitgleich soll auch eine Astra-Variante in Ihrem hessischen Stammwerk integriert werden. Welche?
Demant: Das ist noch offen. Aber wir werden diese Entscheidung innerhalb der kommenden sechs Monate fällen, um pünktlich mit dem notwendigen Tooling zu starten.

Die Kosten für diesen Schritt belaufen sich angeblich auf bis zu 100 Millionen Euro, meint Betriebsratschef Franz. Können Sie sich das in der momentanen Phase überhaupt leisten?
Demant: Diese Zahl ist zu hoch gegriffen. Die Komponentenarchitektur für Insignia und den zukünftigen Astra sind sich so ähnlich, dass ich von einer Investition von deutlich unter 50 Millionen Euro ausgehe.

Saab 9-3 Limousine und Kombi sollten ursprünglich in Rüsselsheim produziert werden und gehen nun doch nach Trollhättan. Sehen Sie für das deutsche Werk Chancen, wenigstens die Cabrio-Variante zu übernehmen, die schließlich auch auf der gleichen Plattform basieren wird wie der künftige Astra?
Demant: Die Portfolio-Planung für die Nachfolge des Saab 9-3 Cabrio ist noch nicht abgeschlossen. Falls wir grünes Licht dafür geben, werden wir genau prüfen, wo eine Fertigung sinnvoll ist. Denn wir haben inzwischen große Kompetenz mit der Inhouse-Fertigung von Cabrios, wie das Beispiel Astra TwinTop in Antwerpen zeigt.

Wird es weitere Varianten des Insignia geben - über die Limousine, das Fließheck und den Kombi hinaus - etwa ein Coupe oder eine Art raumfunktionales Konzept, wie es etwa BMW auf Fünfer-Basis plant?
Demant: Nein, das ist momentan nicht vorgesehen. Allerdings könnten wir innerhalb von 18 Monaten eine neue Variante in den Markt bringen, falls es der Markt verlangt.

Wann dürfen wir endlich das Stadtauto unterhalb des Agila erwarten, von dem Sie schon seit Jahren reden?
Demant: Ich bin mir sicher, dass wir ein Stadtauto brauchen. Eine kostengünstige Entwicklung ist allerdings nicht einfach. Selbst bei Tata in Indien ist der anfänglichen Euphorie für das Konzept nun eine Ernüchterung gefolgt, da es an die Realisierung geht.

Wie weit sind die Gespräche mit den Motorradherstellern gediehen, die Sie analog zum Tata Nano mit preisgünstigen, simplen Lösungen versorgen wollten?
Demant: Die haben wir beendet. Denn den großen Versprechen sind leider nicht ebensolche Taten gefolgt. Wir wollen deswegen lieber aus eigener Kraft eine neue, globale Stadtauto-Architektur entwickeln, die dann auch dem künftigen Euro N-CAP-Protokoll standhält. Und die gleichzeitig Bestwerte beim Verbrauch aufweist. Dabei werden wir penibel darauf achten, dass der Fahrspaß nicht zu kurz kommt. Denn die wenigsten Kunden kaufen Autos allein aufgrund ihrer Umweltfreundlichkeit. Diese Lektion haben wir bereits vor einigen Jahren bei unseren Astra-Eco4-Modellen gelernt.

Wann sehen wir – am anderen Ende des Portfolios – einen Omega-Nachfolger und damit VW Phaeton-Nachfolger?
Demant: Das Auto liegt fertig entwickelt als Konzept vor. Wir müssen nur noch entscheiden, ob wir es auf die Straße bringen wollen oder nicht. Angesichts der aktuellen Co2- und Flottenverbrauchs-Diskussion hat ein Auto dieser Größenordnung bei uns nicht oberste Priorität. Außerdem haben wir jetzt zwei Jahre in Folge einen Profit bei GM in Europa erwirtschaftet und wollen dem ein drittes hinzufügen - trotz aller negativen Rahmenbedingungen, wie den gestiegenen Rohstoffpreisen und ungünstigen Währungsrelationen. Deswegen wollen wir nicht auf Teufel komm raus in jedem Segment mitmischen.

Gilt das auch für den kleinen Opel-Geländewagen auf Corsa-Basis, der ab 2010 in Antwerpen von Band laufen soll?
Demant: Diesen Plan haben wir niemals offiziell bestätigt. Ein solches Modell gehört genau in die Gruppe der Fahrzeuge, die wir durchaus gerne hätten, die für uns aber nicht zwingend entscheidend sind.

Wie wird sich denn der deutsche Markt Ihrer Meinung nach dieses Jahr entwickeln?
Demant: Ich bin da vorsichtig optimistisch, wenn ich sage, dass wir das Vorjahresniveau von 3,2 Millionen Neuzulassungen wahrscheinlich nicht ganz schaffen werden.

Und was erwarten Sie von Russland?
Demant: Vergangenes Jahr haben wir dort 66.000 Opel verkauft. Im ersten Halbjahr dieses Jahres waren es bereits 54,000 Verkäufe, praktisch eine Verdoppelung gegenüber dem vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres. Das ist eine rasante Entwicklung.

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