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Opel-Flaggschiff kommt aus Mexiko

Foto: ams

Das Opel-Stammwerk in Rüsselsheim hat das Rennen um den Bau des geplanten Opel-Flaggschiffs verloren. Wie auto motor und sport aus Unternehmenskreisen erfuhr, hat General Motors entschieden, dass das Modell ab dem zweiten Quartal 2010 im mexikanischen GM-Werk Ramos Arizpe produziert wird.

09.10.2007 Harald Hamprecht

 Noch im Anlaufjahr sollen die Mexikaner 18.100 Einheiten bauen, 2011 rund 26.500, heißt es aus informierten Zuliefererkreisen. Offiziell wollte sich ein Opel-Sprecher zu den Informationen nicht äußern.

Entwickelt hat die australische Opel-Schwester Holden das neue Flaggschiff als Mischung aus Geländewagen, Kombi und Minivan. Positioniert ist der Crossover damit in der selben Nische wie das ab 2009 erhältliche BMW "Progressive Activity Sedan". Grund für die Produktion in Amerika sind Währungsrisiken zwischen Euro und Dollar sowie die niedrigeren Löhne in Mexiko.

Europa-Produktion rechnet sich nicht

Zudem rechnet GM Europa-Chef Carl-Peter Forster nur mit einem maximalen Absatz von 30.000 Einheiten pro Jahr in Europa. Ein derart niedriges Volumen rechtfertigt laut Forster keine eigene Fertigungslinie in Europa. In Ramos Arizpe baut GM deshalb neben dem neuen Opel ein nahezu baugleiches Modell der US-Marke Saturn – ein weiterer Baustein bei der Verschwisterung der beiden Marken, die solche Nischenmodelle für den Konzern erst finanzierbar macht. Intern geplant sind 34.100 Einheiten der Saturn-Variante für 2010 und 50.400 für 2011. Außerdem werden ab 2011 jährlich 12.000 Opel-Astra-Stufenheckmodelle für Osteuropa in Ramos Arizpe gebaut sowie 24.000 Chevrolet.

Mit dem noch namenlosen Opel-Flaggschiff nehmen die Rüsselsheimer das dritte Modell aus nicht-europäischer Produktion ins Angebot – neben dem Geländewagen Antara aus Südkorea und dem Roadster GT aus den USA. "Eine Überschwemmung mit Fahrzeugen aus Übersee befürchte ich aber nicht“, sagte Opel-Betriebsratschef Klaus Franz. "Allerdings würden wir uns dagegen wehren, wenn global produzierbare Fahrzeuge aus Europa abgezogen würden, um sie etwa in den USA zu bauen. Zu befürchten sind solche Ambitionen beim Saab 9-3, 9-5 und 9-3 Cabrio. Unser Standortvertrag sichert uns hier nur bis Ende 2010 ab."

Gefahr für Eisenach

Kritischer als die Gefahr von Modellen aus Übersee sieht Betriebsrat Franz die Verlagerung von Produktionskapazitäten für den in Eisenach und Zaragossa gebauten Corsa nach Polen. "Mir bereitet Sorgen, dass 120.000 Einheiten des Corsa ab 2010/11 in Warschau gefertigt werden sollen. Das ist eine reelle Bedrohung für Eisenach. Auch aus unserem spanischen Werk Zaragossa könnten bis zu 40.000 Einheiten abgezogen werden. Unser westeuropäischen Standorte haben in Zukunft nicht mehr den gleichen Sonderstatus haben wie in Vergangenheit, sondern steht aufgrund der neuen globalen Plattformen in Konkurrenz mit Usbekistan und Mexiko für nächste Generation des Corsa. Wir werden dieses Thema im kommenden Jahr mit der Europa-Zentrale verhandeln."

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