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Opel in der Krise

Mitarbeiter sollen sich an Opel beteiligen

Foto: dpa

Die IG Metall und der Opel-Betriebsrat sind offenbar bereit, Opel bei der Reduzierung der Kosten um 750 Millionen Dollar entgegen zu kommen, wenn die Finanzbeziehungen zwischen der Konzernmutter General Motors und GM Europe gekappt werden.

12.12.2008 Harald Hamprecht

Das geht aus internen Unterlagen der Gewerkschaft hervor, die auto motor und sport vorliegen. Demnach wird in der IG Metall diskutiert, dass die Mitarbeiter Einbußen beim Einkommen hinnehmen, um das von GM-Europe-Chef Carl-Peter Forster genannte Einsparziel von 750 Millionen Dollar und eine Reduzierung der Personalkosten um zehn Prozent zu erreichen. 

Umgekehrt würden sich die Mitarbeiter über eine Beteiligungsgesellschaft, in der die Leistungen der Mitarbeiter gebündelt werden, an der Opel GmbH - gemeinsam mit Teilen der Händlerschaft - beteiligen. Allerdings hat die IG Metall der Führung von GM Europe mitgeteilt, das Voraussetzung für eine solche Mitarbeiterbeteiligung die Trennung der Finanzströme zwischen Europa und den USA sein muss. "Beschäftigte werden nur Beiträge leisten, wenn das Management auf die Forderungen der Arbeitnehmervertretung auf europäischer Ebene eingeht." Die Gefahr, dass "Beiträge der Beschäftigten im großen GM-Topf verschwinden, ist zu groß", heißt es in dem Papier. 

"Wo Opel darauf steht, muss auch Opel drin sein."

Opel-Betriebsratchef Klaus Franz bestätigt im Interview diese Pläne: "Ich gehe davon aus, dass die Arbeitnehmer bereit sind, ihren Beitrag dazu zu leisten. Wir wollen das geforderte Einsparziel von 750 Millionen Euro erbringen." Gleichzeitig formuliert der Opel-Aufsichtsratsvize klare Forderungen: "Wir brauchen einen abgestuften Weg: Erstens die Staatsbürgschaft, die uns Zugang zu Kreditlinien ermöglicht. Ich bin hier guter Dinge, dass wir sie bekommen werden. Hier sind allerdings wahnsinnig viele Details abzuklären. Und ich will dem Bürgschaftsausschuss nicht vorgreifen", so Franz. "Zweitens müssen unsere zukünftigen Produktprojekte gesichert werden. Und drittens brauchen wir eine daraus resultierende Standort- und Beschäftigungssicherung." Franz fordert klar "einen europäischen Geschäftsplan, der eine eigene Finanzierung sichert. Wo Opel darauf steht, muss auch Opel drin sein." 

Opel dürfe nicht nur Risikonehmer sein, sondern müsse auch die Erlöse konsolidieren dürfen. Franz: "Wir müssen sicherstellen, dass Kredite, die wir auf Basis der Bürgschaft bekommen, ausschließlich für Standort- und Beschäftigungssicherung bei Opel genutzt werden und nicht in die USA abfließen. Deswegen plädieren wir für eine Trennung der Finanzströme zwischen GM in den USA und GM Europe. Ein gutes Beispiel, wie das noch funktionieren kann, sehen wir gerade für unser Werk im spanischen Zaragossa: Die Regional-Regierung von Aragon hat uns 200 Millionen Euro zweckgebunden an die nächste Generation des Mervia genehmigt."

Das ist die Antwort auf den Wahlsieg von Obama
 
Franz fordert zudem "eine Sicherheitsbeteiligung der Belegschaft am Unternehmen. Allerdings spüren wir da eine gewisse Abwehrhaltung: GM gibt gerne seinen Managern Aktien, Beschäftigte zu beteiligen hingegen gilt in der GM-Welt eher als eine feindliche Übernahme."


Dass die US-Regierung dem Opel-Mutterkonzern General Motors sowie Ford und Chrysler keine Kredite gewährt hat, kommentiert Franz: "Das ist eine unheimlich bittere Nachricht für Kollegen in den USA. Und eine klare Provokation der Bush-Administration gegenüber der Gewerkschaft UAW, die unglaubliche Zugeständnisse gemacht hat. Hier wollen die Republikaner einfach verbrannte Erde hinterlassen. Das ist eine ganz schwache Antwort der Bush-Administration auf den Wahlsieg Barack Obamas." Auf die Frage, wie es für GM weiter gehen werde, antwortete Franz: "Ich weiß es nicht. Als ich letzte Nacht mit meinen Kollegen von der UAW telefoniert habe, waren sie alle schockiert, fassungslos. Es besteht die Gefahr, dass die Leute in die Weihnachtsferien gehen und am 2. Januar vor verschlossenen Türen stehen."

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