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Opel-Investorensuche

Der Kampf um den Autobauer geht weiter

Foto: dpa 144 Bilder

Nach der Vorlage der Übernahmekonzepte potenzieller Investoren berät die Bundesregierung unter Hochdruck weiter über die Rettung von Opel. Die zuständigen Bundesminister sowie die Ministerpräsidenten der vier Opel-Bundesländer Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Thüringen treffen sich dazu an diesem Freitag (22.5.) im Bundeskanzleramt.

22.05.2009

Angebote hatten der italienische Autobauer Fiat, der kanadisch-österreichische Zulieferer Magna und der amerikanische Finanzinvestor Ripplewood vorgelegt. Unterdessen berichtet die US-Wirtschaftsagentur Bloomberg, dass auch ein chinesischer Hersteller bei der Opel-Mutter GM am Donnerstag (21.5.) schriftlich sein Interesse signalisiert habe.

Opel: Fiat-Chef Sergio Marchionne in Berlin 1:43 Min.

Opel kommt nicht um Stellenstreichungen herum

Um Stellenstreichungen wird Opel bei keinem der drei Konzepte herumkommen. Fiat will der Zeitung zufolge im Falle eines Einstiegs europaweit insgesamt 18.000 Stellen streichen, auch in Fiat-Werken. Magna plane den Abbau von rund 10.000 Stellen. Auch das Ripplewood-Konzept sehe Stellenstreichungen in der Größenordnung vor. Opel beschäftigt in vier deutschen Werken rund 25.000 Menschen. 

Fiat verlangt die höchsten Staatsgarantien

Fiat-Chef Sergio Marchionne will im Falle einer Übernahme in allen vier deutschen Opel-Werken Stellen streichen, die Standorte aber erhalten. Magna verlangt Bürgschaften von rund fünf Milliarden Euro, Ripplewood taxiere den abzudeckenden Kreditbedarf auf unter fünf Milliarden Euro; die höchsten Staatsgarantien verlange Fiat mit rund sieben Milliarden Euro. Nach Informationen favorisiert die GM-Spitze in Detroit den kanadisch-österreichischen Magna-Konzern, während Fiat demnach nur auf Platz drei liegt.
 
Der Brief des nicht näher bezeichneten chinesischen Interessenten sei einen Tag nach Ende der eigentlichen Frist bei GM eingegangen, berichtete Bloomberg unter Berufung auf zwei informierte Personen. Ob es aber tatsächlich noch zu einem detaillierten Angebot komme, sei offen.

In Berlin arbeitet die Opel-Task-Force der Bundesregierung daran, die vorgelegten Konzepte zu sichten. Auch Opel will die Konzepte in den kommenden Tagen eingehend prüfen. Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) will eine erste Bewertung der Konzepte am heutigen Freitag im Kanzleramt vorstellen. Die Konzepte müssen sehr rasch geprüft werden. Schon Ende des Monats könnte die Opel-Konzernmutter General Motors (GM) in den USA Insolvenz anmelden. Die Bundesregierung will Opel mit einem Treuhandmodell aus dem Insolvenzstrudel des Mutterkonzerns heraushalten.
 
Fiat selbst teilte mit, das Angebot gelte für das europäische Geschäft der deutschen General-Motors-Tochter und deren britische Schwester Vauxhall. Sollte die Übernahme zustande kommen, werde ein neuer Konzern gebildet, der Fiat einschließlich der Beteiligung an Chrysler sowie Opel umfassen würde.

Ripplewood-Konzept noch nicht bekannt
 
Magna legte nach Informationen zusammen mit dem russischen Autobauer Gaz ein Übernahme-Konzept vor. Beide wollen mit finanzieller Unterstützung der russischen Bank Sberbank die Opel-Mehrheit übernehmen. Über das Konzept des Finanzinvestors Ripplewood wurde zunächst nichts bekannt. Die Bundesregierung bevorzugt jedoch einen Investor, der möglichst selbst in der Automobilbranche tätig ist. Der Opel-Betriebsrat begrüßte indes das Angebot als "absolut logisch und nachvollziehbar".

Opel-Beschäftigte arbeiten an Notlösung

Unterdessen arbeiten die Beschäftigten an einer Notlösung, sollte die Übernahme durch Fiat, Magna oder Ripplewood scheitern. "Wenn alle Stricke reißen, würden die Arbeitnehmer und die Händler von Opel eine gemeinsame Offerte vorlegen", sagte Betriebsratschef Klaus Franz . Die Summe könnte bei 1,5 Milliarden Euro liegen. Davon entfielen eine Milliarde Euro auf einen Lohnverzicht der Beschäftigten und weitere 500 Millionen Euro auf den Rettungsfonds, den die 4.000 Opel-Händler schon beschlossen haben.
 
Der Finanzbedarf des Autobauers soll über einen verbürgten Kredit, für den der Bund und die Länder je zur Hälfte geradestehen, gedeckt werden. Thüringen will 51 Millionen Euro beisteuern, Nordrhein-Westfalen 150 Millionen Euro und Rheinland-Pfalz rund 102 Millionen Euro. Hessen will sich mit 447 Millionen Euro beteiligen. Insgesamt sind 1,5 Milliarden Euro Überbrückung im Gespräch.

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