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2-Millionen-Rekord-Opel ist vergoldet

Der Kapitän gewann die goldene Stoßstange

Opel Kapitän - 2-millionster Opel Foto: Opel 25 Bilder

Opel spendierte einem 1956er Opel Kapitän ein paar 100 Gramm Gold - und feierte damit, als erster deutscher Hersteller 2 Millionen Autos gebaut zu haben. Wir haben uns das 24-Karat-Goldstück angeschaut.

28.12.2015 Kai Klauder Powered by

Da stehe ich direkt im Glanze seines Angesichts - und bin fasziniert. Denn bei der Melange aus Kunstlicht und untergehender Sonne in der Opel-Werkstatt sieht dieser Opel Kapitän im Wortsinne goldig aus. Fast wie eine russische Staatslimousine. Doch während für Russlands Oligarchen oder für arabische Königssöhne das Vergolden von Anbauteilen einfach so zum guten Ton gehört, gibt es für diesen Opel einen triftigen Grund: Die Rüsselsheimer feierten mit diesem Kapitän am 9. November 1956 das 2-millionste Opel-Automobil, das von den Bändern lief. Damit war Opel der erste deutsche Hersteller, der diese Produktionszahlen erreicht hatte.

Opel Kapitän - 2-millionster OpelFoto: Opel
Hier das zeitgenössische Bild: Am 9. November 1956 rollt der 2-millionste Opel vom Band in Rüsselsheim.

Als Opel noch Oberklasse war

Der Opel Kapitän passte gut zu diesem Jubiläum. Er war das Aushängeschild der Modellpalette und steht in einer langen Reihe von Produkten, die am Stammsitz in Rüsselsheim gebaut wurden. Hier hatte Adam Opel 1862 mit Nähmaschinen seine Erfolgsgeschichte begonnen. Später ließ er Zweiräder mit und ohne Motor bauen - und ab 1899 schließlich Automobile.

Die Nachkriegszeit war schwierig, einige Produktionsmittel abgebaut und nach Russland transportiert worden. Doch der Wiederaufbau gelang - mit Hilfe der Westmächte und dank des großen Engagements der Opelaner. Die starke Orientierung an den USA sieht man den Autos an. Gerade der Kapitän trug die Stilelemente der damaligen US-Fahrzeuge wie Kühlermaul, Heckflossen, durchgehende Sitzbank vorne (erst ab 1957 gab es auf Wunsch Einzelsitze) und eine hohe Front mit weit oben positionierten Scheinwerfern.

Opel "ent-amerikanisiert" den Kapitän - etwas

Beim 1956er-Modell, das ab September 1955 vom Band lief, wurde die Front allerdings schon wieder etwas "ent-amerikanisiert" - das Haifischmaul mit den 12 breiten senkrechten Streben wurde durch einen glattflächigeren Grill ersetzt.

Opel stieg schnell zu einem der größten Automobilproduzenten in Europa auf - und jetzt, am 9. November 1956 war eine neue Größenordnung erreicht: 2 Millionen Opel-Fahrzeuge.

Opel Kapitän - 2-millionster OpelFoto: Kai Klauder
Die 24-karätige Goldschicht wurde auf alle Anbauteile aufgebracht, die normalerweise verchromt wurden.

Gold- statt Chromschmuck

Für diesen Festtag wurde der Jubiläums-Kapitän ordentlich herausgeputzt. Überall dort, wo an dem seit September 1955 gebauten Modell normalerweise Chrom blitzt, bekam der damalige Oberklassewagen einen Überzug aus 24-karätigem Gold, das Interieur wurde farblich an den cremeweißen Lack und die goldenen Akzente angepasst - und dann wurde nochmals alles besonders penibel auf Hochglanz poliert.

Für angemessene Fahrleistungen des 1956er Opel Kapitän sorgt ein 2,5-Liter-Reihensechszylinder mit 75 PS und strammen 170 Nm bei 1.700/min. Das gusseiserne Triebwerk mit seitlicher Nockenwelle, hängenden Ventilen, Stoßstangen und Kipphebeln ist mit einem Bohrung-Hub-Verhältnis von 80 x 82 fast quadratisch ausgelegt und wird für seine gleichmäßige Leistungsentfaltung und Druck aus dem Drehzahlkeller gelobt. Der Fahrer wählt mit geforderter Lässigkeit über einen Lenkstockhebel die passende Übersetzung Gang aus dem 3-Gang-Getriebe aus - meistens reicht der dritte.

Goldene Zeiten mit Marktanteilen von mehr als 16 %

Beim Fahrwerk war Opel recht fortschrittlich: Zumindest an der Vorderachse gab es eine Einzelradaufhängung an Doppelquerlenkern mit Schraubenfedern. Hinten wird der Kapitän starrachsig mit Blattfedern geführt. Bei einem Gewicht von 1.300 kg kommt der Wagen auf immerhin 140 km/h - für das Jahr 1956 und den damaligen Straßenzustand völlig ausreichend.

1956 ging es Opel richtig gut, der Marktanteil an Neuzulassungen lag bei rund 16,6 %. 10 Jahre später waren es schon 21,6 % - und damit der höchste Anteil an den Neuzulassungen bis heute. Im Jahr 2014 betrug dieser nur noch rund 7,2 %.

Opel SenatorFoto: Opel
1999 feierten die Rüsselsheimer den 50-millionsten Opel, einen Opel Omega B.

Weitere Meilensteine in der Opel-Historie

  • 1-millionster Opel: Kapitän (1946)
  • 10-millionster Opel: Rekord C (1971)
  • 25-millionster Opel: Omega A Caravan (1989)
  • 30-millionster Opel: Omega B (1994)
  • 50-millionster Opel: Omega (1999)
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