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Opel-Sanierung

Opel könnte trotz Angebote in Insolvenz gehen

Opel Logo Foto: dpa 144 Bilder

Der angeschlagene Autobauer Opel könnte am Ende des monatelangen Bieterwettstreits doch noch in die Insolvenz gehen. Opel-Betriebsratschef Klaus Franz sagte am Samstag (25.7.9, ein neues Gutachten zur Zukunftsfähigkeit des Unternehmens lege den Verdacht nahe, dass das Wirtschaftsministerium diesen Weg einleiten wolle.

27.07.2009

Studie: Opel kann als eigenständige Marke nicht erhalten bleiben

Die Studie im Auftrag des Ministeriums war nach Angaben der "Financial Times Deutschland" (FTD) zu einem vernichtenden Ergebnis gekommen. Danach könne Opel mit keinem der drei Investoren-Angebote langfristig als eigenständige Marke erhalten werden. In dieser Woche werden nun wichtige Weichenstellungen erwartet.

Franz kritisierte das Gutachten: "Hier liegt der Verdacht nahe, dass man mit deutschen Steuergeldern Gutachteritis betreibt, um Opel bewusst in die Insolvenz zu treiben", sagte er im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Der Opel-Betriebsrat hatte eine Insolvenz als Weg für einen Neuanfang stets abgelehnt, unter anderem weil dann das Vertrauen der Autokäufer in die Marke zusammenbrechen könnte. Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hatte diese Option dagegen immer wieder ins Spiel gebracht. Im Fall einer Insolvenz hätte General Motors praktisch kein Mitspracherecht mehr.

In dem Gutachten der Investmentbank Lazard heißt es der "FTD" zufolge: Alle drei Übernahmeangebote für Opel seien bislang ungeeignet, den deutschen Autobauer langfristig als eigenständige Marke zu etablieren. Die erforderliche Größe sei "kaum erreichbar", zitiert das Blatt aus dem "streng vertraulichen" Dokument.

Treuhandgesellschaft hat sich noch nicht auf einen Bieter festgelegt

Die Opel-Treuhandgesellschaft bekräftigte am Samstag in einer Mitteilung, sie habe sich noch nicht auf einen Anbieter für Opel festgelegt. Vielmehr werde die Opel-Mutter General Motors (GM) weitere Verhandlungen mit dem Konsortium um den kanadisch-österreichischen Zulieferer Magna sowie dem Finanzinvestors RHJ International führen. Ein Angebot aus China ist dagegen schon aus dem Rennen. Die Opel-Treuhand soll beim Verkauf von 65 Prozent des Europa-Geschäfts von General Motors mitwirken. Bund, Länder und der Opel-Betriebsrat hatten sich klar für Magna ausgesprochen, GM bevorzugt dagegen das Konzept des Finanzinvestors RHJ International.

Die IG Metall brachte am Wochenende ein Gemeinschaftsgebot von Magna und RHJ in die Debatte. "Ich habe immer gesagt, dass eine Kombination von einem Finanzinvestor und einem strategischen Investor Sinn machen könnte", erklärte IG-Metall-Bezirksleiter Armin Schild in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung"."Allerdings müsste die unternehmerische Führung eindeutig bei Magna liegen." Zugleich bekräftigte Schild seine Ablehnung einer Insolvenz von Opel. "Es ist nicht der Auftrag an die Treuhand oder an die Politik, die Insolvenz von Opel herbeizuführen. Insolvenz können wir auch alleine."

General Motors selbst war nach US-Recht in die Insolvenz gegangen. Dabei verloren Anteilseigner und Gläubiger einen Großteil ihrer Investitionen, General Motors versucht nun befreit von Altschulden neu zu starten.

Opel-Belegschaft lehnt RHJI ab

Die Belegschaft von Opel sprach sich gegen den Finanzinvestor RHJ aus. "Wir appellieren an die Bundesregierung und die betroffenen Landesregierungen, konsequent zu bleiben und die Übernahme von Opel durch RHJ abzulehnen", zitierte die "Frankfurter Rundschau" aus einer Resolution. Die Belegschaft glaube, dass General Motors mit Hilfe von RHJ lediglich an staatliche Subventionen kommen wolle, um Opel nach einigen Jahren wieder zu übernehmen.

Nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" hat sich das Klima in den Verhandlungen zwischen Bundesregierung und General Motors weiter verschlechtert. Wirtschaftsstaatssekretär Jochen Homann habe nach mehreren erfolglosen Verhandlungsrunden in einem Brief an GM-Verhandlungsführer John Smith klargestellt, dass Kredite und Bürgschaften des Staates an Bedingungen geknüpft seien. So müsse der künftige Eigentümer unter anderem gewährleisten, dass Opel als eigenständige Marke dauerhaft erhalten bleibe.

RHJI soll für GM die Schmutzarbeit übernehmen

Zuvor war immer wieder spekuliert worden, General Motors wolle Opel mit Staatshilfe sanieren lassen und den Autobauer dann wieder billig zurückkaufen. "Es sieht so aus, als ob GM die Schmutzarbeit RHJI überlassen will und sich dann ins sanierte Unternehmen zurückkaufen möchte", kritisierte auch der Bochumer Opel-Betriebsratschef Rainer Einenkel in der Branchen-Zeitung "Automobilwoche".

Bereits in dieser Woche könnte eine Entscheidung über Opel fallen. "Es wird sicher eine ereignisreiche Woche werden", sagte Franz. Er wisse aber noch nicht, ob ein Investor bereits den Zuschlag erhalte. "Wir brauchen einen Investor, wo wir eine langfristige Zukunft haben, wo wir Zugang zu globalen Märkten haben, wo wir ein hohes Maß an Eigenständigkeit haben", betonte Franz.

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