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Opel-Krise

Über 100.000 Arbeitsplätze gefährdet

Foto: dpa 144 Bilder

Eine Pleite von Opel würde nach Ansicht des Automobilexperten Ferdinand Dudenhöffer in den vier deutschen Opel-Werken und der Zulieferindustrie mehr als 100.000 Jobs kosten.

11.03.2009

Die Zahl errechnet der Wissenschaftler aus den knapp 29.000 Mitarbeitern und einem 15-Prozent-Anteil von Opel an der Zulieferindustrie mit ihren rund 350.000 Beschäftigten. Daraus ergäben sich gut 50.000 bedrohte Zuliefer-Jobs. Hinzu kämen über 20.000 Zeitarbeiterstellen, die wegfallen würden. Die Hoffnung auf eine Erholung in der Insolvenz gehe an den Realitäten vorbei, da Leasing-Gesellschaften sich dann zurückziehen würden, betonte Dudenhöffer. „Die Folge wäre, dass für Opel quasi über Nacht nahezu das gesamte Firmenkunden-Geschäft wegbrechen würde.“

Unverantwortliches Geredes über Insolvenz

Nordrhein-Westfalen Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) hat die Debatte über eine mögliche Insolvenz des angeschlagenen Autobauers Opel als „unverantwortliches Gerede“ kritisiert. Es ärgere ihn furchtbar, dass viele, „die wahrscheinlich noch nicht einmal ein Opelwerk von innen gesehen haben“, den Autobauer pleitegehen lassen wollten, sagte Rüttgers in einer am Mittwoch (11.3.) veröffentlichten Video-Botschaft.

Rüttgers unterstützte Vorschläge seines hessischen Amtskollegen Roland Koch (CDU) zur Rettung von Opel. Kochs Konzept, das keine direkte Staatsbeteiligung an dem Autobauer vorsieht, sei „sehr vernünftig“. Der hessische Ministerpräsident hatte vorgeschlagen, die öffentliche Hand solle das Risiko eines privaten Investors in erheblichem Umfang absichern. Staatliche Bürgschaften sollten in den ersten beiden Jahren sehr hoch sein, dann schrittweise abgebaut werden und nach fünf Jahren auslaufen.  

Der hessische Ministerpräsident hatte vorgeschlagen, die öffentliche Hand solle das Risiko eines privaten Investors in erheblichem Umfang absichern. Staatliche Bürgschaften sollten in den ersten beiden Jahren sehr hoch sein, dann schrittweise abgebaut werden und nach fünf Jahren auslaufen. 

Hohe Nachfrage fordert Sonderschichten

Derweil legt Opel wegen hoher Nachfrage weitere Sonderschichten zur Fertigung seiner neuen Mittelklasse-Limousine Insignia ein. Unternehmensleitung und Arbeitnehmervertreter vereinbarten für das Stammwerk Rüsselsheim nach zwei Zusatzschichten im März zusätzliche Samstagsschichten ab Mai, wie die Adam Opel GmbH am Mittwoch (11.3) mitteilte. Für den Insignia, der am 22. November Premiere bei den Händlern hatte, gebe es europaweit schon über 75.000 Bestellungen. Auch ansonsten laufe der Verkauf „auf Hochtouren“: In Deutschland seien in den ersten sieben Arbeitstagen im März 18.000 Opel verkauft worden – nach 7.200 im Vorjahreszeitraum.

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